Fast Ferdy Küblers Nachfolger

Die Flèche Wallonne ist das Rennen von Michael Albasini. Gestern fährt der 34jährige Thurgauer als Dritter zum zweitenmal nach 2012 aufs Podest. Nur wenig fehlt zum ersten Sieg im Klassiker in Belgien. Sieger wird wie im vergangenen Jahr und 2006 der Spanier Alejandro Valverde.

Drucken
Teilen
Michael Albasini (Mitte) musste Sieger Alejandro Valverde erst ganz am Schluss ziehen lassen. (Bild: epa/Julien Warnand)

Michael Albasini (Mitte) musste Sieger Alejandro Valverde erst ganz am Schluss ziehen lassen. (Bild: epa/Julien Warnand)

RAD. Die Flèche Wallonne wird seit 1936 ausgetragen. Mit Ferdy Kübler gelang es erst einem Schweizer, das klassische Eintagesrennen für sich zu entscheiden. Der beste Schweizer Radprofi gewann 1951 und 1952. Gestern war der in Gais wohnende Thurgauer Michael Albasini nahe dran, mit dem 96jährigen Kübler gleichzuziehen. Im Final der 79. Austragung war Albasini einer der stärksten. Den grossen Teil der Schlüsselstelle der bis zu 25 Prozent steilen und gut einen Kilometer langen Mauer von Huy bewältigte er scheinbar mühelos. Im Schlussanstieg immer unter den ersten fünf plaziert, schien dem 34-Jährigen der grosse Coup zu gelingen. Erst wenige Meter vor dem Ziel musste Albasini den Spanier Alejandro Valverde ziehen lassen. Mit den letzten Kräften verteidigte der Ostschweizer den zweiten Platz, den ihm schliesslich der Franzose Julian Alaphilippe entriss.

Albasini hatte erneut fast alles richtig gemacht. Er war als Leader der starken australischen Mannschaft Orica GreenEdge zum 205,5 Kilometer langen Rennen gestartet. Bis zur Entscheidung hatte Albasini wenig Kräfte gelassen. Als es um den Sieg und die Podestplätze ging, war der Primarlehrer aber zur Stelle.

Wie an der Tour de France

Der seine 13. Saison als Profi fahrende Albasini hat im Schatten des Olympiasiegers Fabian Cancellara eine ansehnliche Karriere hinter sich. Er gewann schon je drei Etappen der Tour de Suisse und der Tour de Romandie und eine an der Spanien-Rundfahrt. An der Tour de France ging es ihm mit einem zweiten und dritten Etappenrang bislang gleich wie an der Flèche Wallonne.

Weshalb die Flèche Wallonne sein Lieblingsrennen ist, kann der aus Lanterswil stammende Albasini nicht erklären. «Hauptsache, die Strecke liegt mir», sagt er. Die Härte für die Klassiker in den Ardennen holte er sich in der Baskenland-Rundfahrt. Am vergangenen Sonntag verrichtete er am Gold Race in Holland Helferdienste für seine Equipe, die in Valkenburg mit dem Australier Michael Matthews ebenfalls den dritten Platz belegte.

In guter Gesellschaft

Bislang schafften es aus der Schweiz neben Kübler drei Ostschweizer an der Flèche Wallonne auf das Podest: Ausser Michael Albasini der Wiler Alex Zülle und der Arboner Hubert Seiz. (dg)