«Fans sollen glücklich sein»

EISHOCKEY. Der neue HCT-Trainer Alex Stein will für den Verein alles geben. Er hofft auf die Unterstützung der Fans. Und er hat ein Konzept im Kopf, wie die Thurgauer zu Punkten kommen sollen.

Ruedi Stettler
Merken
Drucken
Teilen
Die HCT-Fans (hier gegen Langenthal) möchten wieder Erfolge ihrer Lieblinge bejubeln können. (Bild: Mario Gaccioli)

Die HCT-Fans (hier gegen Langenthal) möchten wieder Erfolge ihrer Lieblinge bejubeln können. (Bild: Mario Gaccioli)

EISHOCKEY. Muss man masochistisch veranlagt sein, um jetzt den Posten als Trainer des NLB-Schlusslichtes HC Thurgau zu übernehmen? Alex Stein sieht das viel gelassener: «Wenn ein Team zum jetzigen Zeitpunkt einen Trainer sucht, dann ist das immer eine Herausforderung. Und genau diese Herausforderung reizt mich ungemein.» Als Coach ohne Job hat er sich zahlreiche Partien der Nationalliga angeschaut. Auch zweimal den HCT. Darum weiss er genau, was auf ihn zukommt: «Es kann nur noch besser werden.»

Der HCT hat als Letzter mit 40 am wenigsten Tore geschossen und mit 72 Gegentreffern (wie Sierre, das so allerdings 10 Punkte mehr ergattert hat, weil es auch 60mal traf) am meisten erhalten. Da besteht Handlungsbedarf gleich an den verschiedensten Orten. Und weil Disziplin bei Stein an erster Stelle steht, gilt die Devise: «Wir müssen nicht stürmen wie ein Rennpferd, wir müssen das machen, was wir können. Einfach und solid spielen.»

Erste Massnahmen

Der Deutsch-Kanadier hat sich logischerweise damit befasst, was sofort zu ändern ist, damit der HCT endlich wieder Erfolg hat. Als erste Massnahme wird er mit Thomas Nüssli/Brian Maloney/Andreas Küng eine neue Sturmlinie bilden. Sehr wahrscheinlich heisst die zweite Angriffsreihe Thomas Dommen (als Center) mit Sven Trachsler und Alain Bahar. Wenn nichts passiert, steht gegen die GCK Lions am Dienstag Sandro Zurkirchen (laut Stein ist er «heiss») zwischen den Pfosten. «Ich habe gewisse Sachen im Kopf und das Konzept reift», will sich der Neue nicht noch mehr in die Karten blicken lassen.

Im Moment schaut es allerdings so aus, als ob der HCT gegen GC nur mit einem Ausländer (Armin Helfer fehlt sowieso) antreten könnte, denn Mike Bishai leidet an Adduktoren-Problemen. Ein Entscheid, ob er auflaufen kann, wird erst am Dienstag abend kurz vor dem Match gefällt.

Hexenkessel «Gütti»

Alex Stein ist nach Weinfelden gekommen, «weil ich für den HC Thurgau alles geben will». Und er hofft, dass das die treuen Fans genau so halten. Etwas ist ihm von einem Gastspiel als Assistent von Headcoach John van Boxmeer bei Lausanne nämlich geblieben: «Wir haben damals verloren, weil die Zuschauer in Weinfelden der sechste Feldspieler waren. Das hat mir unheimlich imponiert.» Darum appelliert er auch an die heissblütigsten Besucher, nicht gleich bei der ersten schlechten Aktion seiner Schützlinge zu pfeifen und so die erwünschte Hilfe von der Tribüne zu verweigern.

Dass die Fans endlich wieder einen erfolgreicheren HCT sehen wollen, dafür hat Alex Stein vollstes Verständnis: «Natürlich sind sie frustriert. Ich und mein Team möchten sie aber glücklich machen. Aber dazu brauchen wir in der Güttingersreuti einen Hexenkessel. Nur so kann das auch funktionieren, wenn sie uns stimmlich tatkräftig unterstützen.»

Gestern Freitag abend ist mit Martin Wichser ein weiterer HCT-Hoffnungsträger aus San Diego in die Schweiz zurückgekehrt. Der ehemalige Topskorer der GCK Lions wird bereits heute Samstag kurz aufs Eis gehen. Am Montag nimmt der dann das Training mit der Mannschaft auf.

Mit oder ohne Wichser?

Ist es möglich, dass Wichser bereits am Dienstag gegen seinen früheren Club mitwirkt? HCT-Geschäftsführer und Sportchef Roger Maier zuckt nur mit den Schultern und deutet auf sein Gegenüber: «Das entscheidet ganz allein der Trainer.»