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Fall Gimelstob: Novak Djokovic zieht Konsequenzen

Titelverteidiger Novak Djokovic steht in den Wimbledon-Achtelfinals. Nachdem er sich in den letzten Tagen in politischen Fragen aufgerieben hatte, zieht er nun Konsequenzen. Er werde sich vorläufig nicht mehr zum Fall Justin Gimelstob äussern.
Simon Häring, Wimbledon
Novak Djokovic äussert sich vorderhand nicht mehr zum Fall Gimelstob. (Bild: EPA)

Novak Djokovic äussert sich vorderhand nicht mehr zum Fall Gimelstob. (Bild: EPA)

Nachdem er sich am Mittwoch ein Wortgefecht mit einem Journalisten geliefert hatte, indem Novak Djokovic offenbarte, dass er die Fakten um den wegen Körperverletzung Verurteilten Justin Gimelstob offenbar nicht kennt, zieht Novak Djokovic Konsequenzen. Nach seinem Einzug in die Achtelfinals schmetterte er alle Fragen zum Fall ab. «Ich werde mich zu Justin und zu politischen Fragen nicht mehr äussern», sagte der 32-Jährige. Er hatte angekündigt, die Gerichtsakten zu studieren und stehe danach wieder für Fragen zur Verfügung: «Jetzt steht Tennis im Fokus.»

Djokovic, der Präsident des ATP-Spielerrats, hatte zuvor eingeräumt, die Unterlagen nie gelesen zu haben. Die Frage, weshalb er immer noch Kontakt zu Gimelstob pflege, konterte er mit einer Gegenfrage: «Wurde er für schuldig befunden?» Wurde er. Im April wurde der Amerikaner zu drei Jahren Haft auf Bewährung, 60 Tagen gemeinnütziger Arbeit und einer Therapie zur Aggressionsbewältigung verurteilt. Gimelstob hatte an Halloween 2018 Randall Kaplan, einen Freund seiner Ex-Frau, mit rund 50 Faustschlägen verprügelt. Er bekannte sich zwar nicht schuldig, anerkannte aber die erdrückende Beweislage.

Das bedeutet ‹No Contest›

Plädiert ein Angeklagter im amerikanischen Rechtssystem auf ‹No Contest›, bedeutet dies, dass er die gegen ihn erhobenen Vorwürfe nicht bestreitet. Zwar gibt der Angeklagte das Verbrechen nicht offiziell zu, räumt jedoch ein, dass es genügend Beweise gibt, um ihn zu verurteilen. In der Praxis entspricht das einer Schuldanerkennung. (sih)

Wegen Körperverletzung verurteilt: Justin Gimelstob (Bild: AP)

Wegen Körperverletzung verurteilt: Justin Gimelstob (Bild: AP)

Der Exodus im Spielerrat

Der 42-jährige Gimelstob war während über zehn Jahren einer von drei Spielervertretern im Direktorenboard der ATP und galt als Kandidat auf die Nachfolge von Chris Kermode als Präsident der ATP. Der Ende Jahr auslaufende Vertrag des Briten wird nicht verlängert. Gimelstob legte sein Amt nach der Verurteilung und auf öffentlichen Druck hin Anfang Mai nieder. Djokovic bekannte indes, er stehe weiterhin mit Gimelstob in Kontakt, sei mit ihm befreundet und habe ihn vor Wimbledon in London getroffen. Das dürfte auch Auslöser für den Exodus aus dem Spielerrat gewesen sein. Vier der zwölf Mitglieder demissionierten am Samstag.

Sergei Stachowski tritt aus dem Spielerrat zurück (Bild: Keystone)Sergei Stachowski tritt aus dem Spielerrat zurück (Bild: Keystone)
Ebenso Doppel-Spezialist Jamie Murray (Bild: Keystone)Ebenso Doppel-Spezialist Jamie Murray (Bild: Keystone)
Dani Vallverdu (l.) demissioniert als Vertreter der Trainergilde (Bild: Keystone)Dani Vallverdu (l.) demissioniert als Vertreter der Trainergilde (Bild: Keystone)
Auch RObin Haase erkärte seinen Rücktritt aus dem Spielerrat (Bild: Keystone)Auch RObin Haase erkärte seinen Rücktritt aus dem Spielerrat (Bild: Keystone)
4 Bilder

Das Köpferollen im ATP-Spielerrat

Djokovic sagte im Wortgefecht vom Mittwoch, dass er nur eine Seite der Geschichte kenne und Gimelstob habe ihm vermittelt, der Prozess gegen ihn sei noch nicht abgeschlossen. «Falls er schuldig gesprochen wird, ändert das alles», sagte er. Falls nicht, wäre Gimelstob aber immer noch eine grosse Bereicherung, um die Anliegen der Spieler mit Nachdruck zu vertreten, sagte der Serbe. Gimelstob selber hatte unmittelbar nach seiner Verurteilung erklärt, er strebe weiter eine Führungsposition an. Nun zog Novak Djokovic erste Konsequenzen. Der sonst so redselige Wimbledon-Sieger verpasste sich einen Maulkorb.

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