Sprint-Weltcup in Davos: Fähndrich holt die Kohlen aus dem Feuer

Kein Schweizer Finalplatz beim Sprint-Weltcup in Davos – aber gleich drei Innerschweizer stossen in die Top 30 vor.

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Nadine Fähndrich (Startnummer 8) in Davos. (Bild. KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Nadine Fähndrich (Startnummer 8) in Davos. (Bild. KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Der ganz grosse Schweizer ­Exploit blieb aus. Das auf dem Papier heisseste Eisen reüssierte beim Sprint-Weltcup in Davos nicht. Laurien van der Graaff, im letzten Winter zweifache Saisonsiegerin in dieser Disziplin, hatte nicht die Beine für einen Finalplatz. Bereits die Qualifikation am Morgen geriet für die 31-jährige Davoserin zur Zitterpartie. Und der Viertelfinal bedeutete definitiv Endstation für die Teamleaderin. «Heute war der Wurm drin», bilanzierte van der Graaff nüchtern. Beunruhigen konnte sie das aber nicht. Das Heimrennen gehörte auch in der überaus erfolgreichen Saison 2017/18 nicht zu ihren Highlights.

Anstelle van der Graaffs strahlten andere Athletinnen und Athleten von Swiss-Ski. Gleich fünf von ihnen hatten den Prolog überstanden und sich ihren Platz in den Top 30 der Welt gesichert. Allen voran die Innerschweizer Fraktion mit Nadine Fähndrich (8.), Roman Schaad (11.) und Roman Furger (19.) durfte mit den Leistungen mehr als zufrieden sein. Nach den K.-o-Runden präsentierte sich die Gemütslage des Trios dann unterschiedlich. Ausgerechnet die Läuferin mit der stärksten Leistung übte die lauteste Selbstkritik.

Für das 23 Jahre junge Ausnahmetalent Nadine Fähndrich gehören Top-10-Plätze noch nicht zum Alltag. So durfte man erwarten, dass die Luzernerin mit dem 7. Rang restlos zufrieden sein würde. Nur zweimal war sie in ihrer Karriere im Weltcup ­bisher besser klassiert. Doch die Freude hielt sich in Grenzen. «Es gibt einige Punkte im Halbfinal, die ich besser machen kann. Im letzten Anstieg konnte ich keinen Gang hochschalten, die Ziel­kurve war nicht optimal, und an meinem Finish muss ich generell noch arbeiten», fasste sie zusammen. Man müsse schliesslich selbstkritisch sein, wenn man im Sport weiterkommen wolle.

Roman Schaad mit Fortschritten

Nur Fünfter im Viertelfinal trotz elftbester Qualifikationszeit. Eigentlich hätte man Roman Schaad in seinem Lauf ein wenig mehr zugetraut, auch aufgrund des Rennverlaufs. Lange lag der Schwyzer in aussichtsreicher Position. Für den 25-jährigen Strahlemann schien die Sonne in Davos trotzdem wolkenlos. «Ich bin sehr froh, weitergekommen zu sein. Noch vor zwei Wochen in Lillehammer beendete ich den Prolog auf Rang 67», betonte Schaad die Fortschritte. «Vor dem Prolog habe ich nicht im ­Geringsten an einen möglichen Halbfinal gedacht.» Ihm fehlen nach den Rückenproblemen im Herbst zwei bis drei Trainingswochen. «Die Form war heute besser, aber sicher noch nicht top.» Immerhin bedeutet der 23. Rang für den Sprintspezialisten aus Unteriberg die halbe WM-Norm. Der Sprint in Davos liegt Schaad ohnehin. Viermal reichte es in den letzten sechs Jahren für einen Platz in den Top 20.

Nur knapp daran vorbei schrammte auch Roman Furger. Der Urner kollidierte in seiner Viertelfinal-Serie früh im Rennen mit dem Norweger Kasper Stadaas, kam dabei zu Fall und stand fortan auf verlorenem Posten. «Ob ich mir einen Vorwurf machen muss, kann ich erst nach dem Videostudium sagen.» Versöhnlich stimmte den derzeit einzigen Schweizer mit Weltcup-Punkten in Sprint und Distanzrennen, dass er es nach mehreren Anläufen endlich wieder einmal im Sprint in die Top 30 geschafft hat. Mit Jovian Hediger (17.) schied auch der dritte Schweizer in den Viertelfinals aus.

Davos. Weltcup. Sprint (1,5 km Skating). Männer: 1. Klaebo (NOR) 2:20,44. 2. Pellegrino (ITA) 0,39 Sekunden zurück. 3. Gros (FRA) 1,40. 4. Chanavat (FRA) 1,45. 5. Brandsdal (NOR) 6,46. 6. Retiwich (RUS) 10,83. – Ferner, in den Viertelfinals ausgeschieden: 17. Hediger (SUI). 22. Schaad (SUI). 23. Furger (SUI). – In der Qualifikation ausgeschieden: 51. Steiner (SUI). 55. Hösli (SUI). 57. Kindschi (SUI). 61. Käser (SUI). 62. Bieler (SUI). 64. Riebli (SUI). 67. Matossi (SUI). 71. Baumann (SUI). 79. Klee (SUI). 80. Pfäffli (SUI). 87. Hammer (SUI). 89. Danuser (SUI). – 95 klassiert. – Nicht am Start (u. a.): Cologna (SUI), Livers (SUI).

Frauen: 1. Nilsson (SWE) 2:41,34. 2. Caldwell (USA) 0,72 zurück. 3. Dahlqvist (SWE) 2,60. 4. Neprjajewa (RUS) 3,98. 5. Visnar (SLO) 4,34. 6. Pärmäkoski (FIN) 11,16. – Im Halbfinal ausgeschieden: 7. Fähndrich (SUI). – Ferner, in den Viertelfinals ausgeschieden: 19. Van der Graaff (SUI). – In der Qualifikation ausgeschieden: 37. Von Siebenthal (SUI). 40. Hiernickel (SUI). 45. Fischer (SUI). 57. Arnold (SUI). 62. Wieser (SUI). 64. Steiner (SUI). 73. Stiffler (SUI). – 76 klassiert. – Nicht am Start (u. a.): Johaug (NOR), Kalla (SWE).