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Ex-EVZ-Profi Timothy Kast: Absturz beginnt mit Familienglück

Timothy Kast gastiert am Dienstag mit Servette in Zug. Letzte Saison lief der Stürmer noch im EVZ-Dress auf, aber unter Ex-Headcoach Harold Kreis landete er auf dem Abstellgleis. Kast spricht über seine Erfahrungen.
Daniel Gerber
Servette Genfs Timothy Kast (vorne) gegen Biels Toni Rajala (Bild: Estelle Vagne/Freshfocus (Biel, 21. September 2018))

Servette Genfs Timothy Kast (vorne) gegen Biels Toni Rajala (Bild: Estelle Vagne/Freshfocus (Biel, 21. September 2018))

Timothy Kast war in der vergangenen Saison nach Zug gekommen, um zu siegen. Um den nächsten Schritt in seiner Karriere zu machen und ganz vorne in der Tabelle mitzuspielen. Tatsächlich schlug der Westschweizer, der 2104 bei Genève-Ser­vette den Durchbruch geschafft hatte, beim EV Zug ein. Nach den ersten Meisterschaftswochen gehörte Kast zu den wichtigsten Spielern der EVZ-Offensive. Er war scheinbar der richtige Mann am richtigen Ort. Doch fortan punktete Kast nur noch gelegentlich. Auf sieben Punkte in den ersten sieben Spielen folgten nur noch sechs in den nächsten 46 Einsätzen (inklusive Playoffs).

Der jähe Absturz begann mit dem Familienglück im September: Ehefrau Olivia brachte Töchtern Aria zur Welt. «Sie ist wichtiger als alles andere», sagte Timothy Kast damals. Er hatte zu Hause keinen separaten Raum zum Ausruhen. «Wenn sie in der Nacht weint, stehe ich auf.»

Heimweh nach Genf

Das kostete Energie. «Die ersten drei Monate waren sehr streng, die Kleine hatte viele Probleme», erzählt der 30-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. «Wir hatten niemand anderes von der Familie hier.» Das Paar war auf sich allein gestellt. Zuletzt litt es immer mehr an Heimweh. Frau und Kind reisten während der Saison zurück nach Genf. Und Kast war mittlerweile in der vierten Linie angelangt und konnte seine Technik nicht mehr ausspielen. Plötzlich stand er noch fünf Minuten pro Spiel auf dem Eis.

Die Beziehung mit dem damaligen Headcoach Harold Kreis sei schwierig geworden, erinnert sich Kast. Zuletzt habe es geheissen, «dass ich weniger Kredit als andere geniesse. Ich hatte nicht den gleichen Bonus. Er sagte mir, ich sei frei, einen anderen Klub zu suchen.» Zu diesem Zeitpunkt habe er noch nicht gewusst, dass Kreis auch nicht mehr lange Trainer in Zug sein würde.

Besonders in den Playoffs sei es schwierig gewesen. «Gegen den ZSC wurden immer die gleichen Spieler eingesetzt. Diese waren zuletzt kaputt. Es war schwierig, das von der Bank aus beobachten zu müssen.» In seinem letzten Spiel für Zug stand Kast gerade noch 17 Sekunden auf dem Eis. «Nach einem halben Einsatz wurden wir bereits wieder rausgenommen. Wir hatten eine Strafe herausgeholt.» Seine Formation musste einer Powerplay-Formation weichen. Dabei hatte Kast zunächst selbst Powerplay gespielt (so wie er es heute in Genf auch wieder tut). «Später in diesem Spiel wurde ich nicht mehr gebracht. Es war eine Negativsaison – es ist schade, dass es nicht passte.»

Schlechte Bilanz gegen den EVZ

Die Rückkehr nach Genf verlief dagegen einfach. Trainer Chris McSorley kennt Kast seit vielen Jahren und weiss, was er der Mannschaft bringen kann. Mit dem Team vom Lac Leman wolle man sich einen möglichst guten Playoff-Platz sichern, so Kast. «Wir haben Ambitionen.» Die Aufgabe gegen den EVZ ist jedoch schwierig: Vor dem letzten Sieg am Ende des vergangenen Jahres hatte Genf seit dem 11. Dezember 2015 nicht mehr gegen Zug gewinnen können. «Kleine Fehler führen schon zu einem Gegentor, wir müssen mit viel Disziplin spielen», sagt Kast. «Gehen die Zuger in Führung, wird es kompliziert. Wir werden für das erste Tor kämpfen. Doch mit den Fans in der Bossard-Arena wird es nicht einfach.» Dennoch kommt Timothy Kast nach Zug, um zu siegen – wenn auch diesmal nur für ein Spiel.

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