EVZ-Stürmer Senteler: «Für uns spricht, dass wir hungrig sind»

Eines hat der SC Bern dem EV Zug voraus: Er weiss, wie man Meister wird. Die Zentralschweizer sind aber mit ihrem Tempohockey nur schwer zu bändigen. Im dritten Finalspiel in Bern wollen sie am Dienstag wieder mehr Biss zeigen.

Sven Aregger
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Umkämpftes Duell: EVZ-Profi Sven Senteler (links) gegen den Berner André Heim. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Bern, 11. April 2019))

Umkämpftes Duell: EVZ-Profi Sven Senteler (links) gegen den Berner André Heim. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Bern, 11. April 2019))

Sven Senteler erinnert sich noch gut an die Saison 2013/2014, als er mit den ZSC Lions Meister wurde. Der damals 21-Jährige Zürcher bestritt seine erste Saison bei den Profis, seine Teamkollegen waren Identifikationsfiguren wie Mathias Seger und Severin Blindenbacher. Senteler sagt: «Es sind Eindrücke, die man niemals vergisst. Wir spielten in den Playoffs nicht immer super, aber wir machten immer weiter. Und ich habe gesehen, dass in jedem Match ein anderer Spieler eine wichtige Rolle übernehmen kann.»

Mittlerweile erlebt der 26-jährige Center sein viertes Jahr beim EV Zug – in einem Team, das mit Meistertiteln nicht gerade gesegnet ist. Ausser Senteler ist bisher nur Flügel Dario Simion zu einer solchen Ehre gekommen, 2015 mit Davos. Beim Zuger Finalgegner Bern hingegen gibt es diverse Spieler, die schon bei den Titeln 2016 und 2017 dabei waren, Eric Blum, Simon Moser und Thomas Rüfenacht zum Beispiel. Sie haben die Erfahrung und das Selbstverständnis, um in entscheidenden Momenten den Unterschied zu machen. In den laufenden Playoffs lagen sie gegen Genf und Biel zurück, konnten die Serien aber letztlich doch zu ihren Gunsten drehen. Siegen gehört zur DNA des erfolgsverwöhnten Klubs aus der Hauptstadt.

Almquist-Sperre: EVZ verzichtet auf Rekurs

Der EV Zug hingegen hat vor 21 Jahren seinen ersten und bisher einzigen Meistertitel gewonnen. Aber die Zentralschweizer schicken sich gerade an, unter Trainer Dan Tangnes eine Sieger-Mentalität zu etablieren. Im Februar gewannen sie den Cup, der ihnen Schub gab für den weiteren Saisonverlauf. Senteler sagt: «Für uns spricht, dass wir hungrig sind. Diese Energie spürt man in der Garderobe.»

Die Frage ist, wie der EVZ mit dem Berner Ausgleich in der Serie umgeht. Er hat auf Rückschläge schon oft eine passende Antwort gegeben. Wie am Samstag gegen Bern verlor er auch im Halbfinal gegen Lausanne die zweite Partie nach Verlängerung, bevor er die Westschweizer mit seinem Tempohockey vor unlösbare Probleme stellte. Aber der SCB ist ein anderes Kaliber, und gerade in einem Final ist vieles Kopfsache. Für die Zuger wird es wichtig sein, dass sie sich nicht aus dem Konzept bringen lassen und ihre läuferischen und spielerischen Vorteile nutzen können. «Wir haben am Samstag unseren Drive nicht richtig einbringen können», sagt Senteler. «Wir waren zu wenig hart vor dem gegnerischen Tor, der letzte Biss hat gefehlt.»  

Einer mit Biss ist Reto Suri. Der Flügel, der in der ersten Partie einen brutalen Check gegen den Kopf von Adam Almquist hatte einstecken müssen, trainierte am Montag individuell auf dem Eis. Am Dienstag wird entschieden, ob er fit genug ist für einen Spieleinsatz in Bern. SCB-Verteidiger Almquist ist für vier Spiele gesperrt worden, eine Sperre hat er bereits verbüsst. Der EV Zug verzichtete darauf, das eher milde Urteil anzufechten. «Das wäre Zeitverschwendung und würde nichts bringen», sagt Sportchef Reto Kläy. Er betont zudem, dass es womöglich kontraproduktiv gewesen wäre, ein Arztzeugnis einzureichen. «Erstens sollte die Art und Schwere einer Verletzung beim Strafmass keine Rolle spielen. Und zweitens wollen wir unserem Gegner nicht mitteilen, inwiefern sich Reto Suri verletzt hat.» Ob mit oder ohne Suri: Der EVZ muss sich im Vergleich zum Samstag steigern, wenn er in der Serie wieder vorlegen will. «Wir wussten, dass wir auch mal ein Spiel verlieren können. Davon lassen wir uns nicht verunsichern», sagt Sven Senteler.