Der EV Zug entdeckt defensive Qualitäten

Der EVZ spielt heute (19.45) gegen Tappara Tampere in der Champions Hockey League (CHL) um die Qualifikation für die Viertelfinals.

Marco Morosoli
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Die EVZ-Defensive mit Raphael Diaz (Mitte) und Livio Stalder (links) werden gegen die Finnen gefordert sein. Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Bern, 2. November 2019)

Die EVZ-Defensive mit Raphael Diaz (Mitte) und Livio Stalder (links) werden gegen die Finnen gefordert sein. Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Bern, 2. November 2019)

Die EVZ-Ausgabe der Spielzeit 2019/2020 ist schwer auszurechnen und dürfte daher bei englischen Buchmachern für schlaflose Nächte sorgen, wenn es darum geht, Quoten für Sieg oder Niederlage der Zuger zu bestimmen. Das hat das vergangene Wochenende einmal mehr eindrücklich gezeigt. Gegen Davos lassen sich die Zuger auf dem Eis wie Büchsen herumschubsen, und sie tragen dem Puck zu wenig Sorge. Die Folge: Schnelle Konter, welche die Bündner schonungslos für Treffer nutzen. Tags darauf hat der EVZ im nächsten Spitzenspiel überlegt und geduldig gespielt. Und welches Gesicht zeigt der EVZ heute im Spiel gegen Tappara Tampere (19.45 Uhr, Bossard-Arena)?

Trainer Dan Tangnes erklärt die wundersame Verwandlung so: «Wir haben am Samstag darüber gesprochen, dass wir in der Abwehr besser spielen müssen.» Der Zuger Coach ergänzt zudem noch: «Das Darüber-Reden muss jetzt vorbei sein, wir müssen es auch genauso ausführen.» Ebenfalls zum Forderungskatalog von Dan Tangnes gehört, dass er von der Equipe verlangt, dass sie «konzentriert» spielt. Je härter das Team in der Defensive agiere, komme dies auch den Angriffsbemühungen zugute. Unter dem Titel «konzentriert» will Tangnes aber auch die generelle Bereitschaft einreihen. Eine andere «Baustelle» sei, dass sein Team bei Entscheidungen auf dem Eis über Gebühr lange zögere: «Das muss automatisch kommen.» Können sich die Zuger in all den genannten Bereichen merklich verbessern, dann, so Tangnes, sei ein wichtiger Schritt zur Stabilität gemacht.

Die klaren Worte des Verteidigungsministers

Raphael Diaz, der beste Verteidiger des EVZ, bestätigt das von Tangnes anberaumte Meeting durch die folgende Äusserung: «Jeder Einzelne ist in sich gegangen.» In Biel sei dies zu sehen gewesen, da «wir kompakt» gestanden sind. So haben «wir unser Tor besser geschützt». Diaz ruft in Erinnerung, was eigentlich bei praktisch jedem Mannschaftssport eine Selbstverständlichkeit sein sollte: «Die Abwehr fängt schon in der Offensive an.» Der dritte Mann müsse schnell zurück staffeln und mithelfen, dass der Gegner so gut als möglich vom eigenen Tor ferngehalten werden kann. Diaz spricht in diesem Zusammenhang von «cleveren Entscheidungen». Er hält auch von der Aufteilung der Eisfläche in Verantwortungsbereiche nichts: «Im Eishockey sind alle von vorne bis hinten verantwortlich.» Diese Doktrin gelte übrigens unabhängig davon, wer im Tor stehe, ergänzt Raphael Diaz. Spielt Genoni bereits heute Abend gegen Tampere wieder? Aktuell umfasst die EVZ-Verletztenliste sechs Namen: Senteler, Genoni, Schnyder, Morant, Bachofner, Thorell. Der EVZ-Coach will erst heute entscheiden, ob er Genoni oder Hollenstein als Torhüter einsetzen will. Wann die anderen verletzten Akteure wieder einsatzbereit sind, ist unklar.

Dario Meyer vom HCD zum EV Zug

Um personelle Engpässe zu vermeiden, hat der EVZ deshalb bekanntgegeben, dass Dario Meyer leihweise vom HC Davos zum EVZ wechselt. Meyer, der morgen 23 Jahre alt wird, hat in diesem Jahr bei den Bündnern sieben Spiele bestritten. Der rechte Flügel ist in der Organisation des SC Bern gross geworden. Meyers Spielberechtigung für das CHL-Spiel ist bereits eingetroffen. Der Berner dürfte somit bereits heute seine Premiere im EVZ-Dress erleben. Die Zuger Chancen, in den Viertelfinal zu kommen, sind intakt. In Tampere spielten die Zuger 3:3. Mit einem Sieg wären die Zuger für die Viertelfinale der CHL qualifiziert.