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«Es kann noch so viel passieren»

TENNIS. Mit Alina Granwehr aus Wilen verfügt die Ostschweiz über ein weiteres Juwel im Nachwuchsbereich. Eltern und Tochter wollen deswegen nicht in Euphorie ausbrechen. Die Zukunft wird weisen, was aus dem Tennis-Sternchen einmal wird.
Urs Nobel
Alina Granwehr ist viertbeste Schweizer Tennisspielerin ihres Jahrgangs. (Bild: pd)

Alina Granwehr ist viertbeste Schweizer Tennisspielerin ihres Jahrgangs. (Bild: pd)

Im Januar 2015 beteiligt sich Alina Granwehr aus Wilen an der Nachwuchs-Schweizer-Meisterschaft U12 in Kriens. Dort wird sie zu den älteren ihrer zwei in dieser Kategorie zugelassenen Jahrgänge gehören und darf darauf spekulieren, ein Spitzenresultat zu erzielen. Als Nummer 4 ihres Jahrgangs und R4-klassiert, wird sie zu den Favoritinnen gehören. Und: Sie hat zwei der sich vor ihr im Tableau befindenden Spielerinnen schon je einmal schlagen können.

Viermal Training pro Woche

Wächst da im Stillen in der Ostschweiz ein weiteres Talent heran, das die Szene aufmischen könnte? Sowohl Alina als auch ihre Eltern geben sich zu dieser Frage bedeckt. Als ehemaliger Fussballer (NLB beim FC Wil) und Lehrer weiss Vater Philipp Granwehr genau, dass auf dem Weg zum Spitzensport so viel Unvorhergesehenes passieren kann. Aber auch Alina will nicht Opfer von zu hoch gesteckten Erwartungen werden. «Ich spiele einfach gerne Tennis.» Eigentlich müsste sie sagen «leidenschaftlich gerne», denn sie betreibt einen grossen Aufwand und ist auch ehrgeizig. Sie trainiert seit zwei Jahren viermal die Woche in Winterthur bei Clemens Breuss (Pro Base). Rund acht Stunden macht das zusammen. Dreimal wird sie von ihren Eltern ins Training chauffiert oder mindestens von Winterthur wieder zurück nach Hause. Einmal reist die Elfjährige alleine mit dem Zug. Hinzu kommen «freiwillige» Einsätze auf den Anlagen des TC Wil und des TC Sirnach, wo sie auch Mitglied ist.

Als Vierjährige begonnen

Alina Granwehr ist mit der Sportart Tennis das erste Mal mit vier Jahren in Berührung gekommen. Auf eigenen Wunsch durfte sie im Tenniscenter Sonnmatt in Rickenbach dem Bambini-Team beitreten. Tennis hat ihr von Beginn weg gefallen, und seither ist sie ihrer Sportart treu geblieben. Bald kam aber auch der Wunsch, mehr spielen, trainieren zu können. Aus diesem Grund wechselte sie nach Flawil und fand in Trainer Ajit Alexander jenen Förderer, den es brauchte, um Spass zu haben und doch Fortschritte zu erzielen. Weil aber weitere Fortschritte auch verbunden sind mit vermehrten individuellen Trainingseinheiten, wechselte das Talent nach Winterthur. In Flawil konnte dies so nicht mehr geboten werden. «Aber ich habe Ajit Alexander viel zu verdanken. Ich habe viel bei ihm in Flawil gelernt und nie den Spass an der Sache verloren.» In Winterthur kommt sie diesbezüglich auf ihre Rechnung. Der Trainer organisiert die Turnierteilnahmen seiner Schützlinge und achtet darauf, dass diese nicht zu weit vom Wohnort entfernt sind. Immerhin gilt auch für Alina, dass sie am Montag wieder fit in die Schule gehen muss. Zurzeit absolviert sie die sechste Klasse an der Primarschule in Wilen. Sie ist ihrer Schulleitung und dem Schulrat dankbar, dass sie gewisse Privilegien geniessen darf. An zwei Nachmittagen in der Woche wird sie nämlich vom Schulunterricht (Turnen und Handarbeit) dispensiert und kann sich deshalb entweder erholen oder stressfreier auf die nächsten Trainings vorbereiten.

Wenn Alina Granwehr vom Tennis spricht, beginnen ihre Augen zu funkeln. Ihre Ziele entsprechen keineswegs denen einer Spielerin, von der man befürchten muss, dass sie einmal abhebt. «Ich möchte immer Fortschritte erzielen und besser werden. Dass ich dafür kämpfen muss, ist mir klar. Siegträume sind zweitrangig.» Das sagt eine Elfjährige, die von sich weiter ausführt, dass sie nie aufgebe und immer gewinnen wolle. Enttäuscht sei sie zwar nach Niederlagen, aber nie «hässig», vor allem nicht mit ihrer direkten Umgebung.

Am liebsten nach Kreuzlingen

Mit Umgebung meint sie ihre Eltern, mit denen sie ihre nahe Zukunft plant. Nicht im Tennis, sondern die schulische. Als Inhaberin der Swiss Olympic Talent Card national und Mitglied des Nachwuchskaders von Swiss Tennis stehen ihr verschiedene Möglichkeiten offen, wo sie die Oberstufenschule besuchen kann und auch sportlich weiter gefördert wird. «Wir wollen nichts überstürzen», sagt der Vater. «Es gibt gute Sportschulen in Wil, Kreuzlingen oder Winterthur.» Wenn es nach Alina geht, würde sie Kreuzlingen bevorzugen.

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