«Es ist eine grosse Befriedigung»

Die Uzwilerin Belinda Bencic hat die French Open der Juniorinnen gewonnen. Damit erreicht die 16-Jährige, was zuvor erst eine Schweizerin schaffte – Martina Hingis, die in Paris 1993 und 1994 den Juniorinnen-Titel gewann.

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Belinda Bencic Tennisspielerin (Bild: Quelle)

Belinda Bencic Tennisspielerin (Bild: Quelle)

Frau Bencic, hatten Sie schon Zeit, nach dem grossen Erfolg ein wenig durchzuschnaufen?

Belinda Bencic: Ja, ein bisschen schon. Aber die vergangenen Tage war viel los, es war auch ziemlich stressig.

Haben Sie schon realisiert, was Ihnen da gelungen ist?

Bencic: Ja, das schon. Es ist eine grosse Befriedigung, aber gleichzeitig ist mir auch bewusst, dass ich noch nichts erreicht habe. Ich denke nicht daran, mich jetzt auszuruhen auf diesem Erfolg.

Wie sind die Tage seit Ihrem Sieg abgelaufen?

Bencic: Ich habe gestern Paris genossen, den Eiffelturm gesehen und die Champs-Élysées. Das war sehr schön. Am Abend sind wir in die Schweiz zurückgekehrt.

Sie werden jetzt mit Martina Hingis verglichen, oder auch mit Roger Federer und Stanislaws Wawrinka, die beide als Junioren in Paris ebenfalls gewonnen haben. Wie fühlt sich das an?

Bencic: Ich fühle mich natürlich sehr geehrt. Aber ich habe noch nicht so viel erreicht wie sie. Es gibt noch viel zu tun.

Sie trainierten schon als kleines Mädchen, um irgendwann an der Spitze zu stehen. Inwiefern belohnt dieser Erfolg Ihre Entbehrungen?

Bencic: Ich denke nicht, dass ich viele Entbehrungen in Kauf nehmen musste. Ich geniesse jede Sekunde meines Lebens und hatte noch nie das Gefühl, dass ich etwas verpasst habe. Ich würde mit niemandem tauschen.

Das Jahr 2013 lief bisher sehr gut für Sie, Sie haben bei den Juniorinnen jedes Spiel gewonnen und sind die neue Nummer eins in der Weltrangliste. Weshalb sind Sie plötzlich so gut?

Bencic: Ich habe viel gearbeitet, bin physisch besser geworden und habe dadurch mehr Kraft. Das war wohl entscheidend.

Was muss passieren, damit Sie sich weiterentwickeln?

Bencic: Es gibt überall etwas zu verbessern, ein paar Kleinigkeiten, die noch nicht passen.

Wie sehen Ihre Ziele aus? Wollen Sie dereinst die Nachfolgerin von Martina Hingis werden?

Bencic: Es gibt keinen konkreten Plan. Ich nehme Turnier für Turnier, will immer so gut wie möglich spielen. Dann komme ich automatisch weiter.

Was steht in dieser Saison nun als nächstes an?

Bencic: Ab dem kommenden Montag spiele ich in Lenzerheide ein Turnier, danach beginnt die Rasensaison. Ich bestreite in England ein Vorbereitungsturnier, bevor in Wimbledon der nächste Grand-Slam-Event ansteht.

Interview: Dominic Wirth