«Es ist ein weiter Weg zurück in die Nationalliga A»

Der verlorene Cup-Viertelfinal gegen das oberklassige Lausanne war für Rapperswil-Jona eine Standortbestimmung. Wie weit entfernt ist der Absteiger der vergangenen Saison von der NLA? Nicht weit, wie die 2:3-Niederlage nach Penaltyschiessen zeigte. Doch fehle die Konstanz, wie Trainer Jeff Tomlinson sagt.

Matthias Hafen/Rapperswil-Jona
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EISHOCKEY. Kaum zu glauben, wie sich die Stimmung innerhalb eines Jahres verändern kann. Anfang 2015 war in Rapperswil-Jona alles schlecht. Der St. Galler NLA-Club bereitete sich damals auf den nächsten, alljährlichen Abstiegskampf vor. Auf jenen, der am Ende gegen Langnau verlorengehen sollte. Die Zuschauer pfiffen die Mannschaft in der eigenen Halle aus, der Glaube an die Clubführung war verloren.

Heute ist am oberen Zürichsee von dieser negativen Stimmung nichts mehr da. Der neue Trainer Jeff Tomlinson hat innert wenigen Wochen aus seinen jungen, unerfahrenen Spielern eine verschworene Einheit geformt. Eine Equipe, die in der NLB zuletzt achtmal in Folge gewonnen hat. Das goutiert auch das Publikum. Nach dem Cupspiel gegen den NLA-Club Lausanne gab es stehende Ovationen, obwohl das verlorene Penaltyschiessen das Aus im Wettbewerb bedeutete.

«Jeff ist nicht wie jeder andere»

Tomlinsons Arbeit wird auch von der neuen Clubleitung geschätzt, die mit dem ehemaligen Profispieler Markus Bütler eine Integrationsfigur dazu gewann. Die Vertragsverlängerung mit dem Headcoach bis 2018 kam deshalb nicht überraschend am Dienstag, aber dennoch früh in der Saison. «Ich bin es nicht gewohnt, dass man jetzt schon darüber verhandelt», sagt Tomlinson mit einem Lachen. «Aber ich musste keine Sekunde überlegen, den Vertrag zu unterschreiben.» Dieser sieht eine Lohnerhöhung für Tomlinson vor. «Keine markante», sagt Rapperswils Sportkoordinator Roger Maier. «Wir müssen weiterhin jeden Franken umdrehen, bevor wir ihn ausgeben.» Tomlinson habe man aber längerfristig an sich binden wollen, um die erfolgreiche Arbeit fortzuführen, die er begonnen hat. «Jeff ist nicht wie jeder andere Trainer», sagt Maier. «Von ihm kam noch nie die Forderung, er brauche unbedingt diesen oder jenen Spieler.» Tomlinson arbeite mit dem, was er zur Verfügung habe und weise Verständnis auf, wenn Transferwünsche nicht erfüllt werden können. Damit passe er perfekt zum neuen Rapperswil-Jona. «Auch darf man nicht ausser Acht lassen, dass er mit jedem Sieg interessanter wird für andere Clubs», so Maier.

Ein Novum für Tomlinson

Tomlinson sagt, dass er noch nie erlebt habe, dass bei einem Club alles so gut zusammenpasst wie bei Rapperswil-Jona. «Das ist nicht normal, und ich schätze das sehr.» Alleine mit dieser Aussage dürfte er den einen oder anderen Spieler an den Zürichsee locken. Eine punktuelle Verstärkung seines Teams wünscht er sich schon. Der Weg zurück in die NLA sei noch lang für Rapperswil-Jona. «In einzelnen Spielen wie im Cup gegen Lausanne erbringen wir die nötige Leistung für die oberste Liga. Doch wir können sie noch nicht konstant jeden Abend abliefern.»