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Es gibt keine Balance mehr

Kommentar
Patricia Loher

Der Brand weitet sich aus. Nach Pascal Kesseli und Michael Hüppi verabschiedet sich auch Martin Schönenberger aus dem Verwaltungsrat des FC St. Gallen. Innerhalb von nur neun Tagen sind dem Führungsgremium des Clubs drei von sieben Mitgliedern abhandengekommen. Mit Schönenberger verlieren die Ostschweizer auf der obersten Stufe den letzten Mann, welcher der wohl von Dölf Früh protegierten Gruppe um Nachwuchschef Marco Otero Paroli bot. Der Machtkampf scheint entschieden, es gibt keine Balance mehr. Auch wenn es die verbliebenen Mitglieder des Verwaltungsrates und der anderen Leitungs­gremien bestreiten dürften: Der FC St. Gallen steht vor einem Scherbenhaufen.

Nach dem Rücktritt von Früh waren die schon lange schwelenden Differenzen voll aufgebrochen. Dem neuen Präsidenten Stefan Hernandez gelang es nicht, die Risse zu kitten. Im Gegenteil: Statt auf Leute wie Kesseli zu setzen, statt auf erfahrene Personen wie Hüppi oder Schönenberger zu hören und sich damit von Mehrheitsaktionär Früh zu emanzipieren, stärkt auch er die Gruppe um Otero.

Derart grosse Umwälzungen unter lautem Getöse schaden der Glaubwürdigkeit. Der FC St. Gallen muss nun ein Zeichen setzen. Er muss einen integren Sportchef installieren, am besten einen mit Leistungsausweis. Einen Sportchef, der von aktuell engagierten Leuten im Club unabhängig ist. Zu hoffen bleibt, dass Hernandez auf die richtigen Ratgeber hört.

Patricia Loher

patricia.loher

@tagblatt.ch

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