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In der Eishockey-Abstiegsrunde geht es nur noch um die goldene Ananas

Während in den NL-Playoffs um den Titel gekämpft wird, war in der Ligaqualifikation bereits vor der ersten Partie alles entschieden – und das nicht zum ersten Mal. Die Beteiligten sind nicht glücklich mit dem Modus.
Sergio Dudli
Neu beim ZSC: Verteidiger Alex Braun (22). (Bild: Keystone (14. März 2019))

Neu beim ZSC: Verteidiger Alex Braun (22). (Bild: Keystone (14. März 2019))

So richtig glücklich ist bei den ZSC Lions derzeit niemand. Die Playoffs? Verpasst. Die Medien? Gnadenlos. Die Anhänger? Enttäuscht. Als wäre dies nicht Bestrafung genug, muss sich das vermeintliche Starensemble durch sechs Spiele in der Platzierungsrunde quälen. Es sind Partien ohne Bedeutung, haben die ZSC Lions den Klassenerhalt doch bereits geschafft.

In den ersten beiden Spielen hatte Trainer Arno Del Curto ein Einsehen mit seinen gescholtenen Stammkräften. Er ersparte ihnen den Spiessroutenlauf und verzichtete darauf, angeschlagene Leistungsträger fitzuspritzen. Warum auch? Schliesslich geht es um nichts mehr. Stattdessen setzte Del Curto bis zu 18 Spieler aus dem Nachwuchs ein. Die Zuschauerzahl im Heimspiel der Zürcher gegen Fribourg? 2500.

ZSC-Sportchef Sven Leuenberger zeigt Verständnis für die Anhänger. «Sie können zu Hause im Fernsehen gratis Playoff-Spiele schauen, statt sich Tickets für eine Partie zu kaufen, in der es um nichts mehr geht», so der Ostschweizer. Der Klub selber könne trotzdem seinen Nutzen aus der Platzierungsrunde ziehen: «Wir können schauen, wie gut und weit die Nachwuchsspieler sind, die wir in der kommenden Saison nachziehen wollen.»

Nicht nur für die ZSC Lions geht es in der Platzierungsrunde um nichts mehr. Bereits vor dem ersten Bully stand fest, dass Davos und Rapperswil-Jona das Playout bestreiten werden. Der Punktabstand zu Fribourg und den ZSC Lions war zu gross, als dass er in sechs Partien hätte aufgeholt werden können. Das Resultat: 18 Spiele ohne Bedeutung. Rapperswils Trainer Jeff Tomlinson fordert daher: «Es muss ein Modus gefunden werden, in dem die Siege etwas wert sind.»

Auch bei vielen Anhängern stösst die Platzierungsrunde in ihrer heutigen Form auf Abneigung. Ihr Verdikt: zu langweilig. Die Swiss Ice Hockey Federation (SIHF) verweist darauf, dass die Vereine den Modus an der Ligaversammlung 2013 einstimmig angenommen haben. Zuvor spielten die vier letztklassierten Teams in Best-of-7-Serien. Der Verband streicht die Gerechtigkeit des aktuellen Formats heraus. «Wer bis zum Ende der Qualifikation die gesamte Energie in den Kampf um einen Playoff-Platz aufwendet, soll keinen Nachteil gegenüber jenen Teams haben, die sportlich schlechter abgeschnitten haben», so Manuela Hess, Kommunikationsverantwortliche der SIHF.

Ähnlich sieht es auch ZSC-Sportchef Leuenberger. «Jeder Verein ist ein KMU. Eine Rückkehr zu den Best-of-7-Serien im Playout ohne Rücksicht auf die erbrachte Leistung während der Qualifikation würde Chaos stiften und Existenzen aufs Spiel setzen», so der 49-Jährige. Teil der Platzierungsrunde zu sein, sei für die ZSC Lions zwar eine Enttäuschung, «aber mit dem aktuellen Modus müssen wir wenigstens nicht bis zum Schluss zittern».

Ein neuer Modus ist kein Thema

Leuenberger macht jedoch kein Geheimnis daraus, dass die unattraktive Ligaqualifikation dem Verein finanziell schadet. «Wir haben mit dem Halbfinal budgetiert, die Realität sind nun drei Heimspiele ohne sportlichen Gehalt», so der Sportchef. Trotzdem hält er den aktuellen Modus für richtig. «Wir haben jetzt das schlechteste Szenario, weil es für kein Team mehr um etwas geht. Aber die heutige Form der Platzierungsrunde ist die gerechteste Lösung», so Leuenberger.

Der Verband bestätigt, dass es derzeit keine Anzeichen seitens der Clubs gibt, am Modus etwas ändern zu wollen. «Dafür bräuchte es einen Antrag an der Ligaversammlung», sagt Hess, Kommunikationschefin des Verbands. «Anschliessend gäbe es unter den Vereinen eine Abstimmung. Je nach Zeitpunkt des Antrags wäre zur Umsetzung eine Dreiviertel- oder einfache Mehrheit nötig.».

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