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Es fehlte so wenig: Wie der FC St.Gallen mit kühlem Kopf beinahe zum dritten Auswärtssieg in Folge in Basel kam

Der FC St.Gallen geht in Basel in der 86. Minute in Führung, muss aber in der 90. Minute noch das 1:1 hinnehmen. Nach einer durchzogenen ersten Halbzeit steigern sich die St.Galler zu einer reifen Leistung.
Patricia Loher, Basel
Die Partie zwischen dem FC Basel und dem FC St.Gallen war hart umkämpft – sie lieferte Stoff für viele Geschichten. (Bild: Keystone)

Die Partie zwischen dem FC Basel und dem FC St.Gallen war hart umkämpft – sie lieferte Stoff für viele Geschichten. (Bild: Keystone)

Wenige Minuten nach Spielschluss schaute sich St.Gallens Trainer Peter Zeidler die entscheidenden Momente noch einmal an. Als er oben auf dem Bildschirm sah, wie Samuele Campo in der 90. Minute einen Freistoss wunderbar zum 1:1 verwertete, konnte er einen kurzen Aufschrei nicht unterdrücken. Seine Mannschaft war nach dem überzeugenden 3:1-Erfolg zum Rückrundenstart gegen Zürich auch in Basel auf dem besten Weg gewesen, sich einen Sieg zu sichern.

In einer verrückten Schlussphase eines attraktiven Spiels hatte Axel Bakayoko die Gäste nach einem perfekt gespielten Konter und mit einem frechen Chip in Führung gebracht, ehe es den Baslern doch noch gelang, auszugleichen. Aufgrund der guten zweiten Halbzeit hätten sich die Ostschweizer den dritten Auswärtssieg in Serie im St.-Jakob-Park verdient gehabt.

Die Balance gefunden

St.Gallen lieferte nach der Pause – bis auf das Foul vor dem Freistoss – eine reife, teilweise gar clevere Leistung ab. Es gelang der Mannschaft, eine bessere Balance zu finden zwischen Angriffslust und Defensivpflicht. Zudem behielt sie in der aufgeheizten Atmosphäre kühlen Kopf. Zeidler sagt:

«Wir haben in der zweiten Hälfte besser verteidigt.»

Die Gäste schienen sich bewusst, dass das 0:0 zur Pause ein Geschenk war, das sie annehmen sollten. Denn die Basler hatten in den ersten 45 Minuten viele Chancen ausgelassen und durch Luca Zuffi nur den Pfosten getroffen. Zudem hielt Goalie Dejan Stojanovic seine Mannschaft in der 22. Minute im Spiel, als er einen Foulpenalty von Ricky Van Wolfswinkel parierte. Schon vor einem Jahr hatte der Stürmer gegen die St.Galler einen Elfmeter nicht genutzt, am Ende setzten sich die Gäste damals dank zweier Tore von Cedric Itten mit 2:0 durch.

«Ich habe studiert, wie Van Wolfswinkel die Penaltys tritt», sagte St.Gallens Torhüter. Und: «Ein Punkt in Basel ist nicht schlecht.»

Starker Auftritt von Stojanovic

Stojanovic überzeugte in Basel über 90 Minuten. Andere aber taten sich nur drei Tage nach dem intensiven Heimspiel gegen den FC Zürich in der ersten Halbzeit schwerer. Die Abwehr kam mit dem schnellen Kombinationsspiel der Basler lange nicht zurecht. Die Mannschaft von Marcel Koller spielte sich teils recht leichtfüssig durch St.Gallens Defensivverbund.

Trainer Zeidler sagte:

«Basel hat uns Probleme bereitet, es hat in die Räume gespielt, wo wir nicht gut verteidigt haben.»

Nur war es dann doch nicht so, dass sich St.Gallen keine Chancen erspielte. Die erste gute Möglichkeit der Partie hatte Dereck Kutesa auf dem Fuss, auch Tranquillo Barnetta, dem jungen Leonidas Stergiou oder Simone Rapp boten sich Gelegenheiten, ihr Team in Führung zu bringen.

Dejan Stojanovic: Note 5,5. Pariert einen Foulpenalty von Ricky van Wolfswinkel. Wirkt sehr sicher. Beim Gegentor ist er noch dran, aber machtlos.Dejan Stojanovic: Note 5,5. Pariert einen Foulpenalty von Ricky van Wolfswinkel. Wirkt sehr sicher. Beim Gegentor ist er noch dran, aber machtlos.
Nicolas Lüchinger: Note 4. Engagiert wie immer. Lässt aber vor allem in der ersten Halbzeit auf seiner Seite viel zu viel zu.Nicolas Lüchinger: Note 4. Engagiert wie immer. Lässt aber vor allem in der ersten Halbzeit auf seiner Seite viel zu viel zu.
Silvan Hefti: Note 4,5. Der Captain verschuldet den Penalty. Hält nach der Pause die Abwehr aber souverän zusammen.Silvan Hefti: Note 4,5. Der Captain verschuldet den Penalty. Hält nach der Pause die Abwehr aber souverän zusammen.
Leonidas Stergiou (rechts): Note 5. St.Gallens junge Neuentdeckung hat keine Angst vor grossen Namen. Sein Auftritt ist nicht fehlerfrei, aber mutig.Leonidas Stergiou (rechts): Note 5. St.Gallens junge Neuentdeckung hat keine Angst vor grossen Namen. Sein Auftritt ist nicht fehlerfrei, aber mutig.
Andreas Wittwer: Note 4,5. So wie Lüchinger lässt auch Wittwer manchmal zu viel zu. Steigert sich nach der Pause.Andreas Wittwer: Note 4,5. So wie Lüchinger lässt auch Wittwer manchmal zu viel zu. Steigert sich nach der Pause.
Jordi Quintillà: Note 5. Als Stergiou ausgewechselt wird, geht er in die Verteidigung. Bleibt dort ohne Fehler.Jordi Quintillà: Note 5. Als Stergiou ausgewechselt wird, geht er in die Verteidigung. Bleibt dort ohne Fehler.
Vincent Sierro: Note 4,5. Der Walliser, der gegen Zürich gesperrt war, belebt das St. Galler Offensivspiel, nimmt aber noch zu wenig Einfluss.Vincent Sierro: Note 4,5. Der Walliser, der gegen Zürich gesperrt war, belebt das St. Galler Offensivspiel, nimmt aber noch zu wenig Einfluss.
Majeed Ashimeru: Note 5. Der Ghanaer taut nach verhaltenem Beginn auf. Schöner Assist vor dem Führungstor.Majeed Ashimeru: Note 5. Der Ghanaer taut nach verhaltenem Beginn auf. Schöner Assist vor dem Führungstor.
Dereck Kutesa: Note 4,5. Der Romand steht oft im Mittelpunkt. Trifft aber noch zu oft die falschen Entscheide.Dereck Kutesa: Note 4,5. Der Romand steht oft im Mittelpunkt. Trifft aber noch zu oft die falschen Entscheide.
Simone Rapp: Note 4,5. Die Basler lassen ihn kaum aus den Augen. Ist trotzdem immer wieder gefährlich.Simone Rapp: Note 4,5. Die Basler lassen ihn kaum aus den Augen. Ist trotzdem immer wieder gefährlich.
Tranquillo Barnetta: Note 4,5. Er verleiht dem Spiel Stabilität. In der ersten Hälfte geht sein Weitschuss nur knapp daneben.Tranquillo Barnetta: Note 4,5. Er verleiht dem Spiel Stabilität. In der ersten Hälfte geht sein Weitschuss nur knapp daneben.
Musah Nuhu: Note 5. Übernimmt nach seine Einwechslung den Part von Quintillà und macht das gut.Musah Nuhu: Note 5. Übernimmt nach seine Einwechslung den Part von Quintillà und macht das gut.
Axel Bakayoko: Note 5. Kommt in der 63. Minute für Barnetta. Erzielt nach einem guten Konter ein schönes Führungstor.Axel Bakayoko: Note 5. Kommt in der 63. Minute für Barnetta. Erzielt nach einem guten Konter ein schönes Führungstor.
Yannis Tafer: keine Note. Kommt kurz vor Schluss. Der Einsatz ist zu kurz für eine Benotung.Yannis Tafer: keine Note. Kommt kurz vor Schluss. Der Einsatz ist zu kurz für eine Benotung.
14 Bilder

Stojanovic der Beste, Lüchinger der Schlechteste: Die Noten der FCSG-Spieler gegen Basel

Die Impulse von der Ersatzbank

In der zweiten Halbzeit agierte St.Gallen, das nun ein wenig tiefer stand und kompakter wirkte, in seinen Offensivbemühungen vehementer. Die Ostschweizer liessen zudem nicht mehr viel zu, Stojanovic war im Gegensatz zu den ersten 45 Minuten nicht mehr oft beschäftigt.

Der entscheidende Impuls kam schliesslich von der Ersatzbank: Zeidler wechselte Musah Nuhu ein, der den St.Gallern im Mittelfeld Robustheit verlieh, der Trainer brachte den von den Anhängern oft kritisierten Bakayoko, der Schwung brachte, schnell war und für seine Mannschaft in der 86. Minute erstmals traf. «Wir hatten dann auch noch die Chance auf das 2:0 durch Rapp», sagte Zeidler. «Aber das wäre wohl des Guten zu viel gewesen.»

Zu Beginn hatte St. Gallen in Basel fast ein Heimspiel. Die Muttenzerkurve boykottierte die erste Halbzeit aufgrund des Indien-Engagements des Clubs, ehe der harte Kern für die zweite Halbzeit zurückkam ins Stadion. Es lohnte sich auch für sie.

Emotionen, Geschichten und Stimmen zum 1:1 des FCSG in Basel zum Nachlesen gibt es hier:

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