Kommentar

Es braucht Altersbändel am St.Galler Fest

Fast jeder zweite Teenager hat am St.Galler Fest bei Testkäufen unkontrolliert und unerlaubt Bier und Schnaps verkauft bekommen. Dieses Resultat überrascht. Und dieses Resultat sollte dem Organisationskomitee und der Stadtpolizei zu denken geben.

Daniel Wirth
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Daniel Wirth, Leiter Stadtredaktion.

Daniel Wirth, Leiter Stadtredaktion.

Verstösse gegen den Jugendschutz beim Verkauf alkoholischer Getränke sind kein Kavaliersdelikt. Entsprechend werden Wirte in Restaurants und Clubs der Stadt gebüsst, wenn sie Bier verkaufen an Teenager, die noch keine 16 sind, oder Jugendlichen unter 18 Schnaps ausschenken.

115000 Besucher hat das St. Galler Fest in diesem Jahr angelockt. Das Personal am Zapfhahn oder hinter der Theke hat kein geschultes Auge dafür, ob die jungen Leute, die sich am Fest amüsieren, 16 oder 18 sind. Der Durst der Festbesucher und ihre Ungeduld in der Warteschlange machen es den Festwirten und deren Personal schier unmöglich, im Zweifelsfalle von einem Teenager den Ausweis zu verlangen und das Alter zu kontrollieren. Ihnen ist deshalb kein Vorwurf zu machen.

Was Abhilfe schüfe, wäre die Abgabe farbiger Bändel an einem Informationsstand. Die Bändel deklarierten das Alter der Besucher – so wie das am Open Air längst gemacht wird. Das entlastete das ungeschulte Personal am St. Galler Fest. Die Bändel sind sinnvoll und effizient beim Jugendschutz in Zusammenhang mit Alkohol – und sie kosten nicht die Welt. Für Jugendliche, die keinen Bändel trügen oder nicht von sich aus die ID zückten, gäbe es statt Bier und Schnaps Blöterliwasser.