Erster Sieg dank starkem Endspurt

Der HC Thurgau schafft beim 6:4 gegen Sierre vor 768 Zuschauern in der Güttingersreuti mit drei Toren in den letzten elf Minuten die späte Wende. Am Mittwoch folgt Basel.

Markus Rutishauser
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eishockey. «60 Minuten konzentriert spielen» lautete die Vorgabe des Trainers vor Saisonbeginn. Diesen Auftrag erfüllten die HCT-Spieler auch im fünften Saisoneinsatz nicht. Im Duell der beiden Tabellenletzten durchliefen sie wiederum ein Wellental. Einem guten Startdrittel (2:1) folgte ein miserabler zweiter Abschnitt (1:3). Dass sich die Mannschaft um Captain Nino Fehr aber in den letzten 20 Minuten wieder auffangen konnte, spricht für die Moral und den Willen. Dieses erste Erfolgserlebnis war wichtig.

Aber die Art und Weise, wie es erkämpft wurde, noch wichtiger. Sierre musste zwar ohne Punkte, aber nicht ganz mit leeren Händen ins Wallis zurückreisen. Die rote Laterne der NLB hätten das Team von Bob Mongrain aber wohl lieber in Weinfelden gelassen.

Der HCT kann nun zum wegen der Fussball-Champions-League von Dienstag auf Mittwoch (20 Uhr) verschobenen Auswärtsspiel nach Basel mit gesteigertem Selbstvertrauen reisen. Und die Chancen stehen nicht schlecht, dass weitere Punkte hinzu kommen.

Basel dürfte nach der 1:9- Schlappe am Samstag gegen Leader Olten verunsichert sein.

Ausgleich gekontert

Thurgau fand gegen Sierre zuerst ins Spiel und besass durch Pascal Gemperli (3.), Adrian Meier und Nino Fehr (beide 4.) die ersten Möglichkeiten. Das 1:0 nach sechseinhalb Minuten war deshalb verdient. Das Team von Rolf Schrepfer zog während der ersten Strafe gegen Sierre ein sehr gefälliges Powerplay auf. Ein ideales Zuspiel von Konstantin Schmidt verwertete Thomas Dommen im Slot.

Die Walliser bekundeten einige Mühe, offensiv in die Gänge zu kommen. Das 1:1 durch Sierres kanadisches Stürmerduo fiel deshalb praktisch aus dem Nichts. Lee Jinman erwischte HCT-Keeper Andreas Schoop auf Zuspiel von Derek Cormier mit einem trockenen Schlagschuss. Über den Ausgleich durften sich die Gäste allerdings nur kurz freuen.

32 Sekunden später lagen sich nämlich die Thurgauer bereits wieder jubelnd in den Armen, nachdem Steve Brulé HCS-Goalie Martin Zerzuben ein zweites Mal bezwungen hatte. In der Folge verpasste es das Schlepfer-Team aber, den Vorsprung auszubauen. Die beste Möglichkeit hierzu bot sich ihnen während 58 Sekunden in doppelter Überzahl (15.). Am Schluss musste der HCT allerdings sogar froh sein, das 2:1 in die erste Pause gerettet zu haben, denn Sierre vergab Sekunden vor der Sirene in doppelter Überzahl zwei erstklassige Chancen.

Zu viele Strafen kassiert

Der Ausgleich folgte verspätet aber doch. Drei Sekunden vor Ablauf der doppelten Unterzahl kassierten die Gastgeber durch Roger Keller mit einem Schlagschuss das 2:2. Ab jetzt war Sierre das bessere Team, auch weil Thurgau zu viele Strafen kassierte. Topskorer Derek Cormier nützte eine solche Überzahlchance nach nur 11 Sekunden zum 2:3 (30.), und Raphael Kuonen doppelte wenig später zum 2:4 (35.) nach. Ein Pfostenschuss von Fabian Ganz (36.

) schien die Gastgeber kurz darauf endlich aus ihrer Lethargie zu erwecken. Captain Nino Fehr erzwang im 2. Anlauf den Anschlusstreffer (39.).

Day leitet Wende ein

Das Schlussdrittel war vorerst von Kampf geprägt. Thurgaus neuer Kanadier Greg Day, der bis dahin eine sehr diskrete Leistung bot, gelang in der 49. Minute der 4:4-Ausgleich. Dieses Erfolgserlebnis schien beim HCT neue Kräfte freizumachen. In der Endphase schnürte er die Walliser selbst bei 5 gegen 5 phasenweise in deren Defensivzone ein.

Der Kampfgeist der Thurgauer wurde belohnt. Der erst 20jährige Konstantin Schmidt avancierte zwei Minuten vor dem Ende zum Matchwinner. Frech und mit viel Einsatz luchste er der Walliser Verteidigung in deren Zone einen Puck ab und konnte danach von Mottet nur mehr mit einem Foul von hinten gestoppt werden. Den Penalty verwertete der junge Stürmer im Stile eines Routiniers zum 5:4. Nachdem Sierre-Trainer Bob Mongrain in der Schlussminute seinen Keeper durch einen 6. Feldspieler ersetzt hatte, traf Brulé noch zum 6:4 ins leere Tor.