Erster Heimsieg im siebten Anlauf

Im letzten NLB-Spiel vor der zweiwöchigen Nationalmannschaftspause kehrt Thurgau auf die Siegerstrasse zurück. Das Team bezwingt den Tabellensiebten Martigny mit 4:3 nach Verlängerung.

Markus Rutishauser
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Sin Schläpfer, in der 54. Minute Thurgauer Torschütze zum 3:3 (links), gegen Martignys Melvin Merola. (Bild: Mario Gaccioli)

Sin Schläpfer, in der 54. Minute Thurgauer Torschütze zum 3:3 (links), gegen Martignys Melvin Merola. (Bild: Mario Gaccioli)

Als der Schwede Jacob Berglund rund eine Viertelstunde vor dem Ende der regulären Spielzeit einen Konter der Walliser in Unterzahl zum 3:1 verwertete, schien die Entscheidung in der Weinfelder Güttingersreuti gefallen zu sein. Berglund erwischte den zuvor tadellosen Thurgauer Goalie Kevin Huber in der nahen hohen Torecke. Die siebte Niederlage im siebten Heimspiel schien sich abzuzeichnen.

Dabei hatte Thurgau das Startdrittel gegen offensiv harmlose Gäste dominiert. Einzig Torhüter Nicola Aeberhard, der auf diese Saison hin von den Ostschweizern ins Wallis gewechselt ist, bewahrte sein Team mehrmals vor einem deutlicheren Rückstand. So war das 1:0 durch Adrian Brunner ein zu bescheidener Ertrag. Der 29-Jährige kam gerade erst von der Strafbank zurück und wurde an der offensiven blauen Linie von Andrea Glauser perfekt lanciert. Rund vier Minuten später wäre der 20jährige Defensivspieler dann allerdings am liebsten im Boden versunken. Glauser liess sich die Scheibe vor dem eigenen Tor fahrlässig von Fabian Brem abluchsen, der keine Mühe bekundete, alleine vor Brunner zu treffen.

Martigny überlegen, aber nicht zwingend

Diesen Schock verdauten die Thurgauer lange nicht. So war Martigny im Mitteldrittel überlegen, wenn auch selten zwingend. Die Gastgeber brachten in 20 Minuten nur zwei Schüsse auf das Tor zustande. Auf der anderen Seite blieb Huber auch beim 1:2 in der 33. Minute machtlos. Alexei Krutow schob einen Pass von Brem freistehend ein. Und als Martigny in der sechsten Minute des dritten Abschnitts sogar noch ein Treffer in Unterzahl zum 3:1 gelang, schwand die Hoffnung auf den ersten Heimsieg der Ostschweizer. Einzig die Thurgauer Anhänger schienen weiter an ihr Team zu glauben und peitschten es nach vorne. Mit Erfolg. Zuerst war es Tim Wieser, der den Anschlusstreffer erzielen konnte. Dann brachte Sin Schläpfer seine Mannschaft nur vier Minuten später dank seines Ausgleichs in die Verlängerung. In der Overtime war Thurgau das bessere Team und der Siegestreffer von Kevin Rohner nach 2:16 Minuten der verdiente Lohn für eine bemerkenswerte Willensleistung.

In der NLB-Qualifikation belegt Thurgau nach 14 Runden mit neun Punkten den elften Rang, vier Zähler vor den letztklassierten Biasca Ticino Rockets, aber schon zehn Punkte hinter dem achtplazierten Ajoie.