Erste Namen auf der Liste

Nach dem unverhofften Abgang von Christian Wohlwend sucht der NLB-Club Thurgau noch immer einen neuen Trainer. Diese Woche finden die ersten Bewerbungsgespräche statt.

Matthias Hafen
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Christian Wohlwend (links) und Assistent Benjamin Winkler im Eistraining Anfang Juni. Mittlerweile leitet Winkler die Übungseinheiten alleine. (Bild: Mario Gaccioli)

Christian Wohlwend (links) und Assistent Benjamin Winkler im Eistraining Anfang Juni. Mittlerweile leitet Winkler die Übungseinheiten alleine. (Bild: Mario Gaccioli)

EISHOCKEY. Man hätte es nicht für möglich gehalten, dass Christian Wohlwend so früh in seiner Trainerkarriere ein so grosses Loch hinterlassen kann. Doch der urplötzliche Abgang des 39-Jährigen zum Schweizer Verband, wo er die U20-Nationalmannschaft übernehmen und zum erweiterten Stab von Cheftrainer Patrick Fischer gehören wird, stellt Hockey Thurgau vor eine neue Herausforderung – eine zeitliche. Denn der NLB-Club steckt schon mitten in der Vorbereitung auf die Saison 2016/17.

«Wir haben nicht mehr so viele Bewerbungen auf den freien Trainerposten wie noch bei der Demission von Christian Weber im vergangenen Januar», sagt Thurgaus Geschäftsführer Patrick Bloch. Der Zeitpunkt ist höchst ungünstig. Die hoch gehandelten Trainer haben für den kommenden Winter und darüber hinaus bereits bei einem Club unterschrieben. Dass deswegen alle noch freien Kandidaten als Restposten betrachtet werden, stimmt für Bloch aber nicht. «Die Nationalliga B ist für viele eine gute Adresse. Wir haben interessante Namen auf unserer Liste», sagt Thurgaus Geschäftsführer. Konkrete Namen will Bloch nicht nennen. In dieser Woche finden die ersten Bewerbungsgespräche statt. Spätestens Anfang August soll der neue Headcoach bekannt sein.

Ehlers eine Nummer zu gross

Sicher ist, dass die noch clublosen, ehemaligen NLA-Trainer wie Lausannes Heinz Ehlers oder Berns Meistermacher Lars Leuenberger eine Nummer zu gross sind für Hockey Thurgau. «Finanziell haben wir sehr beschränkt Mittel zur Verfügung», sagt Geschäftsführer Bloch. Zudem ist es unwahrscheinlich, dass sich diese Leute für einen Job bei Hockey Thurgau interessieren. In der kommenden Saison werden die Ostschweizer aus finanziellen Gründen erstmals ohne ausländische Verstärkungsspieler in die NLB-Meisterschaft steigen. Erstes Ziel wird sein, überhaupt das Playoff zu erreichen. Dies, nachdem Thurgau im vergangenen Frühjahr unter dem nicht mehr erwünschten Trainer Mario Kogler eine begeisternde Viertelfinalserie gezeigt und Qualifikationssieger Rapperswil-Jona mit drei Siegen an den Rand des Ausscheidens gedrängt hat. Kogler, der gerne bei Thurgau geblieben wäre, ist heute Assistenzcoach bei Ligakonkurrent Visp.

Die veränderten Voraussetzungen könnten mit ein Grund gewesen sein, weshalb Wohlwend das Handtuch bei Thurgau hingeschmissen hat, bevor seine Arbeit richtig begonnen hat. Als der frühere Nationalligaspieler im März als Nachfolger von Kogler verpflichtet wurde, war noch nicht bekannt, dass Thurgau 2016/17 auf ausländische Spieler verzichten wird.

Wohlwends Lippenbekenntnisse

Noch im Mai, an der A-WM im Moskau, wo Wohlwend dem Schweizer Trainerstab angehörte, bekannte sich der frühere Stürmer zu Thurgau. Er sagte, dass er die Herausforderung trotz neuer Gegebenheiten gerne annehme und sich mit dem Club sehr verbunden fühle, für den er von 1997 bis 2008 mit wenigen Unterbrüchen selber gespielt hat. Aus Thurgaus Sicht sind das heute nur noch Lippenbekenntnisse.