Erst selber malen, dann schauen

Zum drittenmal geht ab Mitte März die Aktion «Fünfstern – offene Künstlerateliers» in der Ostschweiz über die Bühne. Dank einer interaktiven Idee kann man sich zudem ab sofort in St. Gallen sein Besuchsmenu zusammenstellen.

Martin Preisser
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Der Besucher kann mit Hand oder Pinsel an den Wänden der Galerie der Migros-Klubschule St. Gallen seine jeweilige Atelierroute interaktiv planen. (Bilder: Urs Bucher)

Der Besucher kann mit Hand oder Pinsel an den Wänden der Galerie der Migros-Klubschule St. Gallen seine jeweilige Atelierroute interaktiv planen. (Bilder: Urs Bucher)

Zahlenmässig kommt die dritte Auflage von «Fünfstern» üppig daher: 1200 Kunstschaffende hat Projektleiterin Brigitte Kemmann angeschrieben, 300 machen definitiv bei der Aktion der offenen Ateliers mit, von bekannten Namen der Kunstszene bis zu engagierten Laien mit eigenem Atelier. In einer Auflage von 150 000 Exemplaren wurde der vierseitige Flyer gestreut.

Automatisch fünf Sterne

«Fünfstern» ist nicht kuratiert und will einen bewusst niederschwelligen Zugang zu Kunst bieten. «Kuratierte Ausstellungen gibt es zur Genüge», sagt Brigitte Kemmann. Und für über 1500 Ostschweizer Kunstschaffende gebe es derzeit keine reale Ausstellungsplattform. Da wolle «Fünfstern» einen speziellen Beitrag leisten. «Jeder, der mitmacht, bekommt von mir automatisch fünf Sterne», sagt die Organisatorin freigebig.

In welche der dreihundert Ateliers in den Kantonen Thurgau, St. Gallen und beider Appenzell soll man gehen? Die Qual der Wahl wird dem neugierigen Kunstfreund durch eine spezielle Aktion in der St. Galler Galerie im Bahnhof ein wenig abgenommen. Patrick Jost und Jürg Waidelich haben getüftelt; viel Fachwissen in interaktiver Projektion und Grafik ist zusammengekommen. Auf vier Computern sind je vier Bilder jedes Kunstschaffenden gespeichert. 300 mit Künstlernamen und Kantonswappen beschriftete leere Farbkübel stehen bereit; man tunkt seine Hand oder einen Pinsel hinein und fängt auf einer der vier grossen Flächen der Galerie zu «malen» an. Es erscheinen die Bilder der gewählten Künstlerin oder des gewählten Künstlers. Ein wenig soll der Besucher damit das «Gefühl» bekommen, wie es sich anfühlen könnte zu malen, er soll sich sein Ateliermenu sozusagen etwas «erarbeiten».

Wochenlanges Tüfteln

Spezielle Kameras beobachten, in welchen Kübel Hand oder Pinsel gehalten werden, und verknüpfen die Aktion mit den gespeicherten Bildern. «In wochenlanger Arbeit hat Patrick Jost dieses System programmiert. Das verdient Respekt, nicht nur von uns begeisterten Teamleuten», sagt Brigitte Kemmann. Entstanden ist mit der Eröffnungsaktion ein riesiger virtueller Bilder-Pool, verschiedenste Niveaus von Kunst haben sozusagen demokratisch und wertfrei nebeneinander Platz gefunden.

Sa/So, 15./16.3, Stadt St. Gallen Sa/So, 22./23.3., Kantone SG (ohne Stadt), TG, AI und AR. Infos, auch zu den Performances am Sa/So, 8./9. 3., auf www.fuenfstern.com

Brigitte Kemmann Projektleiterin der Aktion Fünfstern (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Brigitte Kemmann Projektleiterin der Aktion Fünfstern (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

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