«Erst nach dem 1:2 daran geglaubt»

Trotz seines Treffers ist der Holländer Tim Bakens nach der Niederlage gegen Luzern enttäuscht. «Wir dürfen vor allem nicht so einfache Gegentore erhalten», sagt der 27jährige Verteidiger.

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Herr Bakens, warum hat St. Gallen gegen Luzern erst in der zweiten Hälfte zu spielen begonnen?

Tim Bakens: In der ersten Halbzeit hatten wir zu viel Respekt. Die Luzerner sind ein gutes Team und wenn man ihnen Raum gibt, ist das Verteidigen schwierig. Nach dem 0:2 haben wir den Kopf hängen lassen und erst nach dem 1:2 wieder daran geglaubt, Punkte gewinnen zu können. Es ist schade, dass es nicht geklappt hat.

Was besonders aufgefallen ist: Wenn der Gegner schnell spielt, hat die Abwehr grosse Probleme…

Bakens: Das stimmt. Man kann natürlich nicht jeden Spielzug des Gegners verhindern. Aber wir dürfen vor allem nicht so einfache Gegentore erhalten.

Wie sehr sind Sie persönlich enttäuscht, nachdem Sie gegen Luzern stark gespielt und sogar ein Tor erzielt haben?

Bakens: Bereits nach der Niederlage gegen die Young Boys war ich sehr enttäuscht, mit einem Mann mehr darf man nicht verlieren.

Aber wir dürfen jetzt nicht zu sehr enttäuscht sein, sondern müssen uns bereits mit Bellinzona, unserem nächsten Gegner, beschäftigen. Dort müssen wir gewinnen.

Muss man gegen Bellinzona von Anfang an offensiver agieren?

Bakens: Das müssen Sie den Trainer fragen.

Dann zurück zu Ihnen. Nach einem schlechten Start und viel Kritik haben Sie sich in den vergangenen Spielen enorm gesteigert.

Bakens: In den ersten Spielen war ich wirklich ganz schlecht. Vielleicht war es auch wegen meiner Verletzung, aber eigentlich darf das nicht als Entschuldigung gelten. Denn wenn man auf dem Platz steht, muss man auch seine Leistung bringen.

Sie haben sich steigern können, warum hat dies Ihr Landsmann Sandro Calabro noch nicht geschafft?

Bakens: Ein Stürmer kann sich nur mit Toren Selbstvertrauen holen, und das ist Sandro bisher nicht gelungen.

Da ist es auch logisch, dass die Zuschauer pfeifen – allerdings wird ein Spieler dadurch nicht besser. Sandro muss weiter kämpfen und arbeiten. Interview: Markus Zahnd