Erst die WM wird alle Fragen klären

Die Schweizer Fussballer fahren an die WM nach Brasilien: Die Meldung kommt wenig überraschend, weil die Ausgangslage kaum noch Raum für Zweifel bot. Und doch sollte man diese Qualifikation schätzen und würdigen – auch mit einem Blick zurück.

Dominic Wirth
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Die Schweizer Fussballer fahren an die WM nach Brasilien: Die Meldung kommt wenig überraschend, weil die Ausgangslage kaum noch Raum für Zweifel bot. Und doch sollte man diese Qualifikation schätzen und würdigen – auch mit einem Blick zurück. Nachdem sich die Schweiz zwischen 1966 und 2006 lediglich einmal (1994) für die WM qualifizierte, tut sie es nach den Endrunden in Deutschland und Südafrika nun schon zum drittenmal in Folge. Das ist für ein Land dieser Grösse alles andere als selbstverständlich und spricht für die Arbeit, die bei der Ausbildung junger Spieler vom Fussballverband geleistet wird.

Der Weg nach Brasilien war ein besonderer, weil er die erste grosse Aufgabe der «neuen Nati» war – dieses Teams, das im Juni 2011 seine Geburtsstunde erlebte, beim 2:2 im Wembley gegen England, als die EM-Qualifikation schon fast verspielt war und Trainer Ottmar Hitzfeld einen Umbruch wagte. Alex Frei und Marco Streller waren zurückgetreten, und in London bildeten vier Spieler einen Kern, der bis heute Bestand hat. Gökhan Inler, der neue Captain, und Valon Behrami im defensiven Mittelfeld; davor Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka als offensive Impulsgeber.

Dieses neue Team, zu dem im Lauf der Qualifikation weitere frische Kräfte gestossen sind, hat seine erste Nagelprobe gemeistert, es hat zweckorientiert gespielt und abgeklärt. Nur beim 4:4 gegen Island hat es die Ordnung verloren, die sein Spiel sonst stets prägte. Es hat damit, und das muss auch gesagt sein, in dieser leichten Gruppe erreicht, was es erreichen musste. Wie stark die Mannschaft tatsächlich ist, wird erst die WM im kommenden Sommer zeigen.

dominic.wirth@tagblatt.ch

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