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Erst das halbe Boot ist bereit

Fünf Monate vor den Olympischen Spielen trainiert der schwere Doppelvierer noch nicht in der Originalbesetzung. Der 24jährige Thurgauer Nico Stahlberg wird jedoch nicht nervös – auch dank seiner langjährigen Erfahrung.
Raya Badraun

RUDERN. Einen Berg stellt sich Nico Stahlberg vor. In den vergangenen drei Jahren hat der Thurgauer mit dem schweren Doppelvierer die Bergstation erreicht – und die Qualifikation für die diesjährigen Olympischen Sommerspiele. Nun folgt das letzte Stück, der Weg nach Rio de Janeiro. Obwohl die Spitze bereits in Sichtweite ist, wird der letzte Abschnitt für die Ruderer nicht einfacher – im Gegenteil. In diesem Winter hatte der schwere Doppelvierer viel Pech. Zuerst wurde Barnabé Delarze von Rückenproblemen gestoppt, dann zog sich Augustin Maillefer eine Handverletzung zu, die zu spät behandelt wurde. Deshalb trainierten die Ruderer bisher nie in der Originalbesetzung. Mit Markus Kessler vom Ruderclub Schaffhausen hatten sie jedoch einen starken Ersatzmann. Am vergangenen Wochenende meldete sich Delarze zwar bei den Schweizer Meisterschaften im Ergometer-Rudern zurück. Bis er jedoch wieder ganz mit der Mannschaft trainieren kann, wird es wahrscheinlich noch dauern. Auch Maillefer steigt wohl erst kurz vor der EM, welche in zwei Monaten in Brandenburg stattfinden wird, in den Doppelvierer. Damit verzögert sich der Plan der Ruderer.

Dank Flexibilität im Boot

An diesem Wochenende finden im italienischen Corgeno die internen Ausscheidungen statt. Dabei sollte der schnellstmögliche Doppelvierer zusammengestellt werden. Aufgrund der beiden Verletzten wird dies nun auf später verschoben. Stattdessen kämpfen die restlichen Athleten vorerst um einen Platz im Doppelzweier. Der 24jährige Stahlberg rechnet sich dabei gute Chancen aus. Die intensive Vorbereitung mit bis zu drei Trainingseinheiten pro Tag konnte der Schönenberger bisher ohne nennenswerte Probleme durchziehen. Auch das garstige Wetter mit den Schneefällen kam ihm dank dem Trainingslager in Portugal nicht in die Quere. Daneben verbrachte er eine Woche beim Langlaufen im Engadin. «Das ist ein gutes Ausdauertraining und eine super Abwechslung», sagt der Athlet vom Ruderclub Kreuzlingen, der auch schon beim Engadin Skimarathon gestartet ist. «Dieses Jahr kam das Langlaufen jedoch fast ein bisschen zu kurz.»

Neben seiner guten Form hilft ihm bei den Ausscheidungsrennen auch seine Flexibilität. «Ich kann mich schnell auf andere Ruderer und ihren Rhythmus einstellen», sagt Stahlberg. So startet er seit 2010 bei allen Grossanlässen mit dem schweren Doppelvierer und ist nun der Älteste im Team.

Stahlberg hat Vertrauen

Die langjährige Erfahrung hilft Stahlberg auch in der aktuellen Situation, die viel Geduld verlangt. Darin musste er sich schon in früheren Jahren üben. In den vergangenen zwei Saisons fuhr der schwere Doppelvierer der Konkurrenz während des Frühlings und Sommers ständig hinterher. Erst kurz vor der WM im Herbst fanden die Ruderer jeweils den gemeinsamen Rhythmus und starteten beim Grossanlass in Bestform. So belegten sie 2014 in Amsterdam den sechsten und 2015 im französischen Savoyen den fünften Rang. «Dies gibt mir das Vertrauen, dass wir es auch in diesem Jahr schaffen», sagt Stahlberg, der in Luzern wohnt und in Sarnen trainiert.

Die Ergebnisse an der WM haben auch die Erwartungen erhöht. «Als Sportler orientiert man sich immer nach vorne», sagt Stahlberg. Von einer Olympiamedaille wollte er jedoch nicht sprechen. Nach den Ausfällen seiner Kollegen sei er in der Zielsetzung vorsichtiger geworden. Diese Zurückhaltung wird wohl weniger, je näher der Thurgauer dem Gipfel kommt.

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