Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Erneut Alaphilippe, erneut Sky

Julian Alaphilippe gewinnt die erste Etappe in den Pyrenäen. Leader der Tour de France bleibt Geraint Thomas vom Team Sky. Auch weil seine Rivalen in einer turbulenten Etappe überraschend farblos blieben.
Tom Mustroph, Bagnères-de-Luchon
Der spätere Etappensieger Julian Alaphilippe beim Aufstieg zum Col du Portillon. (Bild: Peter Dejong/AP (24. Juli 2018))

Der spätere Etappensieger Julian Alaphilippe beim Aufstieg zum Col du Portillon. (Bild: Peter Dejong/AP (24. Juli 2018))

Schutzkleidung war angesagt bei dieser ersten Pyrenäenetappe. Auf dem Gipfel des Col du Portillon hüllten sich die Zuschauer in Regenjacken, Plastikhüllen und alles, was greifbar war, um sich gegen den plötzlich ausgebrochenen Platzregen zu schützen. Das Peloton hatte später nur mit der nassen Abfahrt hinunter ins Ziel von Bagnères-de-Luchon zu kämpfen.

Vorher allerdings, rund 30 Kilometer nach dem Start, waren die Profis Opfer eines Tränengaseinsatzes der Polizei geworden – und hätten sicher gern spritzdicht abschliessende Masken gehabt. Grund für den Einsatz war gemäss französischen Medienberichten eine kleine Gruppe von Bauern, die mit Heuballen die Strasse blockierten, um so gegen die Kürzungen von EU-Subventionen zu protestierten. Bei der Auflösung der Demonstration und der Räumung der Strasse wurde das Tränengas eingesetzt.

«Es brannte im Hals und in den Augen»

«Ich habe erst gedacht, dass das Partikel von dem Heu waren, das auf den Strassen verteilt lag. Es brannte im Hals und in den Augen. Dann aber bemerkte ich, dass es etwas anderes sein muss», beschrieb der Deutsch-Australier Heinrich Haussler, den man auch im Fernsehen lange seine Augen reiben sah, den Moment. «Wir haben dann Tropfen bekommen und auch Wasser. Es brannte danach noch etwa 20 Minuten, dann war es vorbei. Es war unangenehm, aber bedroht habe ich mich nicht gefühlt», meinte er. Nach einer 15-minütigen Unterbrechung wurde das Rennen nach Absprache der Tour-Organisation und der Polizei wieder fortgesetzt.

Das Rennen danach wurde zunächst beherrscht vom Duell der beiden Franzosen Warren Barguil und Julian Alaphilippe um das Bergtrikot. Herausforderer Barguil holte sich den ersten Punkt. Alaphilippe konterte mit vier Punkten gegenüber Barguil mit lediglich zwei. Der Quick-Step-Profi zog dann mit zehn weiteren Punkten am Col de la Menté Barguil für diesen Tag endgültig den Zahn. Fortunoeo-Profi Barguil war allerdings durch einen Sturz in der Abfahrt beeinträchtigt.

Beide Fahrer waren Teil einer 47 Mann starken Fluchtgruppe, die sich nach dem Zwischenfall mit den Bauern gebildet hatte. Aus dieser Gruppe lösten sich am letzten Anstieg die Männer, die den Sieg unter sich ausmachen sollten. Erster am letzten Gipfel, Col du Portillon, war der Brite Adam Yates. Der Mitchelton-Profi verlor seinen Vorsprung aber bei einem Sturz auf der Abfahrt nach Bagnères-de-Luchon. «ich bin ziemlich frustriert. Da bist du auf dem Weg zu einem Etappensieg bei der Tour, und dann passiert so etwas. Ich habe mehr Risiko bei schwierigeren Abfahrten genommen und bin nie gestürzt. Es ist einfach ärgerlich», meinte Yates. An ihm schoss Bergkönig Alaphilippe vorbei, und am Ende auch noch der Baske Gorka Izagirre.

Das erwartete Feuerwerk blieb aus

In der Favoritengruppe setzte zuerst Astana-Kapitän Jakob Fugl­sang eine Attacke. Der Däne gewann 20 Meter, wurde dann aber zurückgeholt. Kurz vor der Kuppe versuchte sich der Baske Mikel Landa und schoss vor dem Sky-Zug in die Abfahrt hinein. Lange konnte er sich nicht an der Solofahrt erfreuen. Die Feindseligkeiten waren damit beendet. Sky manövrierte sicher um die feuchten Kehren und brachte seine beiden Leader problemlos in den Hafen. «Wir haben ein richtiges Feuerwerk erwartet. Zum Glück gab es aber nicht viele Attacken. Es war ein recht ereignisloser Tag», sagte ein wenig erleichtert und auch ein wenig verwundert der Gesamtführende Thomas. Teamkollege Chris Froome blieb brav in seinem Schatten, sowohl im Rennen wie auch im Klassement.

Die Rivalen aus den anderen Rennställen müssen mehr tun, um beide erschüttern zu können.

16. Etappe, Carcassonne–Bagnères-de-Luchon (218 km): 1. Alaphilippe (FRA) 5:13:22. 2. Izagirre (ESP) 0:15 zurück. 3. Yates (GBR). 4. Mollema (NED), beide gleiche Zeit. 5. Pozzovivo (ITA) 0:18. 6. Gesink (NED) 0:37. 7. Valgren (DEN) 0:56. 8. Mühlberger (AUT), gleiche Zeit. 9. Soler (ESP) 1:10. 10. Latour (FRA) 1:18. – Ferner: 23. Froome (GBR) 8:52. 24. Thomas (GBR). 25. Dumoulin (NED). 27. Bardet (FRA). 28. Landa (ESP). 31. Roglic (SLO), alle gleiche Zeit. 36. Mathias Frank (SUI) 9:01. 63. Silvan Dillier (SUI) 17:17. 77. Michael Schär (SUI) 19:05. 95. Stefan Küng (SUI) 23:29. – 148 gestartet, 147 klassiert.

Gesamtklassement: 1. Thomas 62:49:47. 2. Froome 1:39. 3. Dumoulin 1:50. 4. Roglic 2:38. 5. Bardet 3:21. 6. Landa 3:42. 7. Steven Kruijswijk (NED) 3:57. 8. Quintana (COL) 4:23. 9. Fuglsang (DEN) 6:14. 10. Martin (IRL) 6:54. – Ferner: 31. Alaphilippe 49:27. 46. Frank 1:12:48. 48. Küng 1:15:26. 84. Dillier 1:56:06. 105. Schär 2:06:43.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.