Erfolgsserie gestoppt

Fussball. Der FC Basel hat den FC St. Gallen in die Schranken gewiesen. Obwohl für die Ostschweizer mehr dringelegen wäre, verlieren sie nach vier Siegen in Folge im St. Jakob-Park mit 1:2.

Daniel Steiner/Basel
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St. Gallens Philipp Muntwiler (rechts) versucht den Basler Stürmer Eren Derdiyok zu stoppen. (Bild: ky/Georgios Kefalas)

St. Gallens Philipp Muntwiler (rechts) versucht den Basler Stürmer Eren Derdiyok zu stoppen. (Bild: ky/Georgios Kefalas)

Vor der Partie gegen den FC Basel hatte St. Gallens Trainer Krassimir Balakov – trotz jüngster Erfolgsserie – einen allfälligen Sieg im St. Jakob-Park als «ein Geschenk Gottes» betitelt. Als die Ostschweizer gestern nachmittag nach 90 Minuten das Spielfeld verliessen, mussten sie sich vorwerfen lassen, das Geschenk nicht angenommen zu haben. Denn die Basler traten in ihrem Heimstadion keinesfalls so auf, wie man dies von einem Leader erwarten dürfte. Oder wie Balakov nach der zweiten Niederlage in der Rückrunde sagte: «Wir haben hier einen Punkt verpasst. Leider fehlte uns die absolute Überzeugung, dass wir auch gegen den Tabellenersten gewinnen können.»

Entscheidender Pass fehlt

Mit ein bisschen mehr Selbstvertrauen wäre für die Ostschweizer gestern ein Punktgewinn sicher möglich und nicht einmal unverdient gewesen. Die Gäste machten die Ankündigung von Balakov, sich nicht verstecken zu wollen, in der Startphase wahr. Die Ostschweizer hatten im Aufbauspiel ungewohnt viel Platz und überraschten mit frischem Offensivspiel. Doch die St. Galler konnten die Unsicherheiten der Basler Abwehr nicht ausnutzen – der entscheidende Pass vor dem Tor war ihre grosse Schwäche. Viel abgebrühter trat Basel im gegnerischen Strafraum in Erscheinung. Dank perfekter Chancenauswertung führte der Leader zur Pause durch einen Treffer von Eduardo (16.) mit 1:0.

Nach der Pause hatten sich die Ostschweizer viel vorgenommen. «Ich habe meiner Mannschaft in der Kabine gesagt, dass heute in Basel etwas zu holen ist», sagte Balakov hinterher. Doch schlechter hätte die zweite Halbzeit für die St. Galler nicht beginnen können. Carlitos düpierte in der 47. Minute Torhüter Daniel Lopar, der beim direkt verwandelten Freistoss zum 2:0 nicht wirklich gut aussah.

Es spricht für den Charakter der St. Galler Mannschaft, wie ihre Spieler mit dem erneuten Gegentreffer umgingen. Noch in der Vorrunde wären solche Spiele wahrscheinlich mit 0:5 verloren gegangen. Oder wie der Bulgare sagte: «Wir haben nach dem 0:2 viel Moral gezeigt. Das war nicht unbedingt zu erwarten.»

Hoffnung nach Schneiders Tor

St. Gallens Verteidiger Marc Schneider nutzte nach einem weiten Zuspiel die Unsicherheit des Basler Torhüters Franco Costanzo, der nach einer Knieverletzung wieder in die Mannschaft zurückgekehrt war, und erzielte sein erstes Tor im Dress des FC St. Gallen zum 1:2 (62.). Der Treffer und die Art, wie Schneider danach den Ball aus dem Tor nahm und zum Anspielpunkt zurückrannte, liess die St. Galler Anhänger wieder hoffen.

Zudem deutete auch nach rund einer Stunde weiterhin nichts darauf hin, dass hier der Leader der Super League den Zweitletzten zum Vergleich empfing. Die Ostschweizer sahen den Punktgewinn in Griffnähe, und die Begegnung blieb auch deshalb spannend, weil die Basler trotz Chancenplus und spielerischer Überlegenheit das entscheidende 3:1 nicht erzielen konnten.

Während sich Basels Coach Christian Gross an der Seitenlinie sichtlich nervös hin und her bewegte, brachte Balakov die beiden Joker Murat Ural und Zé Vítor, die aber beide ohne Einfluss auf das Endresultat blieben.

Der achte Platz als Ziel

Den Ostschweizern fehlte im Abschluss vor allem der Glaube, das Spiel an sich reissen zu können. «Es waren Kleinigkeiten, die die Partie zu unseren Ungunsten entschieden haben», sagte Balakov. Seine Mannschaft demonstrierte nach Spielende Geschlossenheit, als sie sich zusammen beim Mittelpunkt versammelte. Der eine oder andere Akteur dürfte sich auf der Heimfahrt über die Niederlage geärgert haben. Balakov blickt der kommenden Auswärtspartie gegen die Young Boys jedoch optimistisch entgegen: «Unser Ziel bleibt der achte Platz.»

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