ERFOLGSSERIE: Genfer Eisartisten

An der EM in St. Gallen gewinnt das Schweizer Männerteam dank eines Sieges über Norwegen die Bronzemedaille. Für die Schweizer Frauen endet das Turnier im Frust und auf Platz vier.

Daniel Good
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Der Schweizer Skip Peter De Cruz (hinten) feuert im Spiel um die Bronzemedaille seine Teamgefährten an. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

Der Schweizer Skip Peter De Cruz (hinten) feuert im Spiel um die Bronzemedaille seine Teamgefährten an. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY)

Daniel Good

Schade, dass die Schweizer den Halbfinal gegen Schottland knapp verloren haben. Im Spiel um Platz drei wartete die Genfer Equipe mit einer nahezu perfekten Leistung auf, besiegte die starken Norweger 6:5 und holte Bronze. Die Schweizer um Skip Peter De Cruz wären wohl auch in der Lage gewesen, heute im Final Schweden Paroli zu bieten und in St. Gallen Europameister zu werden. Das Genfer Team, das die Schweiz auch an den Olympischen Spielen im Februar in Südkorea vertritt, gewann am fünften internationalen Titelkampf die fünfte Medaille.

Die Leistung der Schweizer Mannschaft in St. Gallen war olympiareif. Die Wettkämpfe in der Ostschweiz waren der wichtigste Test der Europäer im Hinblick auf das olympische Turnier in Pyeongchang. Die Schweizer Equipe der Männer verfügt über Wettkampfhärte und hält die Nerven in den entscheidenden Momenten im Zaum. Schon 2010 war der heute 28-jährige De Cruz mit seinen jetzigen Teamgefährten Benoît Schwarz und Valentin Tanner Junioren-Weltmeister. Später stiess der Zürcher Claudio Pätz zu den drei Romands.

Medaillen über Medaillen

2014 wurde De Cruz in Peking mit seiner Mannschaft WM-Dritter, 2015 EM-Zweiter und im vergangenen Jahr in Glasgow wie nun in St. Gallen EM-Dritter. Überdies holte die einzige Schweizer Profimannschaft im ersten Halbjahr 2017 in Kanada zum zweiten Mal WM-Bronze. Coach der Genfer Equipe ist Claudio Pescia, der als aktiver Spieler der St. Galler Bären 2003 den WM-Final erreicht hatte.

Gestern zeigten sich die Schweizer nochmals von ihrer besten Seite. Denn mit Norwegen stand ihnen eine Mannschaft gegenüber, die 2010 im Olympiafinal spielte und schon Welt- und Europameister war.

Schweizer Frauen enttäuschen

Als haushohe Favoritinnen waren die Schweizer Frauen zum Spiel um Bronze gegen Italien angetreten. Auch wenn sie nur zweieinhalb Stunden Zeit hatten, um die 5:7-Niederlage im Halbfinal gegen Schottland zu verdauen. Die Schweizerinnen um Skip Silvana Tirinzoni waren als Nummer vier der Weltrangliste zur EM gestartet und gehörten zum engsten Favoritenkreis. Nach einem starken Turnierstart bauten sie aber ab. Als es gegen die bescheidenden Italienerinnen um die Medaillen ging, waren sie nicht mehr in der Lage, sich aufzubäumen. Zwar verschaffte sich das Team aus Aarau schon im ersten End drei Punkte Vorsprung. Dann ging es aber bergab. Die Italienerinnen setzten sich schliesslich 7:6 durch. Die Equipe um die 38-jährige Tirinzoni, die erstmals eine EM als Skip bestritt, startet auch an den Olympischen Spielen. Nach den beiden gestrigen Niederlagen Tirinzonis warten die Schweizer Frauen weiter auf die erste EM-Medaille seit 2014, als Binia Feltscher im Unterwallis Gold holte.

In den heutigen Finals stehen sich sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen Schweden und Schottland gegenüber.