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ERFOLGSSERIE: Es läuft sogar, wenn’s nicht läuft

Trotz verschlafenem Start und einem Rückstand gewinnt St. Gallen zum dritten Mal in Folge. Das 2:1 in Thun verdienen sich die St. Galler mit Geduld und Hartnäckigkeit – und nicht etwa mit einem Chancenplus.
Ralf Streule, Thun
St. Gallens Neuzugang Runar Sigurjonsson (links) bejubelt mit Jasper van der Werff (Mitte) und Nassim Ben Khalifa das Siegestor. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus)

St. Gallens Neuzugang Runar Sigurjonsson (links) bejubelt mit Jasper van der Werff (Mitte) und Nassim Ben Khalifa das Siegestor. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus)

Ralf Streule, Thun

Dass noch etwas passieren würde, lag in der Luft. 70 Minuten waren gespielt, die Ordnung auf beiden Seiten ging immer mehr verloren, die Aktionen wurden gefährlicher und zufälliger, die Gesten der Trainer wilder und wilder. 1:1 stand es zu diesem Zeitpunkt, dass es aber zum ersten Unentschieden der St. Galler seit einem halben Jahr kommen würde, schien doch undenkbar. Thun machte Druck, wollte in der langsam aufsteigenden Abstiegskampf-Verzweiflung den Sieg, kam zu Chancen. Dass es in der 77. Minute dann doch die St. Galler waren, die ins Tor trafen, passt zu ihrer Situation, deren klassische Umschreibung nach dem Spiel beide Trainer benutzten: «Wenn’s läuft, dann läuft’s.» Die einfachste aller Fussballregeln lässt sich derzeit auf den FC St. Gallen anwenden. Oder auch leicht abändern: Es läuft den St. Gallern sogar, wenn’s mal nicht läuft. Denn die Startphase gehörte Thun. Und man musste dem Stadionsprecher zustimmen, der nach 90 Minuten fast weinerlich erklärte, dass nicht das bessere Team gewonnen habe und der Abstiegskampf nun eingeläutet sei. Aber eben: Am Ende konnte Präsident Matthias Hüppi in den Stadiongängen zum dritten Mal in Folge seine Spieler abklatschen, wie auch seinen Trainer. Und alle anderen mit FCSG-Emblem auf der Brust.

Captain Toko: «Wir mussten unten durch»

Nur Zufall jedoch war die Wende zu Gunsten der St. Galler nicht. Sie schafften das, was funktionierende Mannschaften auszeichnet: einen schwachen Start wegzustecken. Und dann mit Geduld und Hartnäckigkeit ins Spiel zu finden. Captain Toko brauchte für diesen Vorgang heroische Worte: «Wir mussten unten durch, haben aber Charakter bewiesen. Wir standen hin wie Männer.» Was in den ersten 20 Minuten los war, sei schwer zu beschreiben, sagte Trainer Giorgio Contini hinterher. Die St. Galler schienen in den Startminuten nicht richtig zu wissen, ob Pressing oder striktes Positionhalten angesagt war – was Löcher in die Abwehr riss. Immer wieder fanden Thuner Steilpässe ihren Weg. Die St. Galler Defensive war in dieser Phase mehrmals zu spät. Bei Marvin Spielmanns 0:1 in der zehnten Minute nutzten die Berner Oberländer dies mit schnellem Spiel in die Tiefe aus.

Der St. Galler Ausgleich 20 Minuten später hatte sich nicht angekündigt, war aber so etwas wie ein Wendepunkt. Es brauchte einen Zwischenspurt von Marco Aratore, der den Ball zu Andreas Wittwer legte. Dessen Flanke versenkte Nassim Ben Khalifa per Kopf zum 1:1. Das 2:1 schliesslich war einem schwachen Thuner Abwehrverhalten zu verdanken. Der Isländer Runar Sigurjonsson konnte, von Jasper Van der Werff bedient, mit dem Ball durch den Strafraum marschieren und wurde auch am trockenen Abschluss kaum gehindert.

Eine Minusbilanz bleibt

Mit dem Sieg bleibt der FC St. Gallen auf Platz drei, und der FC Thun bleibt der Lieblings-Auswärtsclub für die Ostschweizer. Seit sechs Spielen haben sie im Berner Oberland nicht mehr verloren – und jedes Mal zwei Tore erzielt. Apropos Toreschies­sen: In jener Sache ist St. Gallen statistisch gesehen noch immer im Minus. 42 Tore hat es erhalten, nur deren 34 erzielt. Minus acht beträgt das Torverhältnis, nur Lausanne und Thun haben bisher mehr Tore erhalten. Eine Seltenheit, dass man mit dieser Bilanz auf Rang drei stehen kann – und ein Zeichen für die ausgeglichene Liga, in der St. Gallen ganz beruhigt nach hinten schauen kann. Im Gegensatz zu Thun.

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