Erfolgreicher Trainer steht im Regen

Der SC Brühl überzeugt im Spitzenspiel der 2. Liga interregional und besiegt Kreuzlingen gleich mit 4:1. Damit ist der Aufstieg praktisch geschafft. Fast alle Brühler jubeln.

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Fussball. Es regnet. Die 800 Zuschauer im Paul-Grüninger-Stadion finden einen trockenen Platz auf der grossen Tribüne. Auswechselspieler und Betreuer sitzen auf der überdachten Spielerbank. Dem Regen ausgesetzt sind nur die Akteure auf dem Feld – und Brühls Trainer. Gábor Gerstenmaier steht 90 Minuten lang neben der Spielerbank, im Regen. Er braucht das. Gerstenmaier lebt mit, dirigiert, spornt an, korrigiert und kritisiert.

Und er erlebt ein Spiel, das sein Team, physisch, spielerisch und mental stark, nach frühem Rückstand noch deutlich und verdient gewinnt.

Grosser Anteil am Erfolg

Nach dem Spiel wird gefeiert. Zuerst auf dem Platz, nachher in der Garderobe. Nach zehn Jahren in dieser Liga, nach vielen Anläufen unter den Trainern Marcel Engetschwiler, Andi Höhener, Urs Bischofberger und René Brandenberger, wird es endlich klappen: Brühl steigt in die 1. Liga auf. Mit neun Punkten Vorsprung gehen die St.

Galler in die letzten vier Spiele. Gerstenmaier hat grossen Anteil am Erfolg. Es herrscht Ordnung auf und neben dem Spielfeld, die Mannschaft liegt in der Fairness-Rangliste vorne, hat die sicherste Abwehr und viele kreative Spieler. Und dennoch kann Gerstenmaier nicht jubeln. Sein Vertrag wurde nicht verlängert.

«Ich bin sehr enttäuscht»

«Ich bin sehr enttäuscht», sagt der Rumäne, der Brühl zweieinhalb Jahre lang trainiert hat. «Ich kann den Entscheid nicht nachvollziehen.

Ich hatte mit dem Team nie Probleme. Gemeinsam haben wir uns etwas erarbeitet, haben uns stets gesteigert und sind nun reif für die höhere Liga. Ich hätte meine Arbeit gerne fortgesetzt.» Aber Brühl hat mit Erik Regtop einen neuen Trainer. Gerstenmaier steht auch im übertragenen Sinn im Regen. (bb)