ERFOLGREICH: Weltcup-Start geglückt

Die Schweizer Ruderer blicken auf einen erfreulichen Weltcup-Start zurück. In Belgrad feierten sie gleich drei Siege, wobei Nico Stahlberg und Jeannine Gmelin im Einer triumphierten.

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Der Thurgauer Nico Stahlberg bejubelt in Belgrad seinen Weltcup-Sieg im Einer. (Bild: KEY)

Der Thurgauer Nico Stahlberg bejubelt in Belgrad seinen Weltcup-Sieg im Einer. (Bild: KEY)

«Solche Resultate hatten nicht erwartet werden können», freute sich Christian Stofer, der Direktor des Schweizerischen Ruderverbandes. «Es waren sehr starke Leute am Start.» Für den am höchsten einzuschätzenden Erfolg zeichnete Stahlberg im Einer verantwortlich. Der 25-jährige Thurgauer, der an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro mit dem Doppelvierer den siebten Rang erreicht hatte, bezwang keinen Geringeren als den Olympiazweiten Damir Martin.

Nach der Hälfte des Rennens nur an dritter Stelle liegend, drehte Stahlberg auf der zweiten Streckenhälfte auf und distanzierte Martin um 42 Hundertstelsekunden. «Es war seit langer Zeit wieder einmal ein guter Wettkampf», sagte der jüngste Ruderer im Feld. «Ich konnte mein Programm fahren. Der Kopf und der Körper machten mit.» Der Start war ihm allerdings nicht nach Wunsch geglückt. Nach 400 m habe es sich nicht top angefühlt. Dennoch sei er im Feld immer noch dabei gewesen und das habe ihm Vertrauen gegeben. «Ich kann von diesem Rennen sehr viel lernen.»

Von November bis März hatte sich Stahlberg eine Auszeit vom Verband genommen und in Australien auf Klubebene in verschiedenen Booten trainiert – allerdings nicht so intensiv wie im Leistungsprogramm. Während Stahlberg der erste Schweizer Weltcup-Sieg im Skiff seit Xeno Müller im Jahr 2001 gelang, war der Erfolg von Jeannine Gmelin eine Premiere auf dieser Stufe für die Schweiz.

Gmelin setzt weiteren Schweizer Glanzpunkt

Die 26-Jährige aus Uster, Olympia- und WM-Fünfte im Skiff, liess ihren Konkurrentinnen keine Chance. Der zweitplatzierten Britin Victoria Thornley, im vergangenen Jahr Olympiazweite im Doppelzweier, nahm sie 4,31 Sekunden ab. «Es war ein gutes Rennen, auf dem ich aufbauen kann», sagte Gmelin. Der Rhythmus über die Mitte sei ausschlaggebend gewesen. Gmelin ist physisch nochmals ein grosser Schritt vorwärts gelungen. «Ich kann nun ernten, was ich in den letzten zwei, drei Jahren gesät habe. Allerdings sind noch viele Sachen entwicklungsfähig», sagte sie.

Eine starke Leistung zeigte auch der Doppelzweier mit Barnabé Delarze und Roman Röösli. Die beiden fuhren auf den zweiten Platz. In der nichtolympischen Disziplin Leichtgewichtseiner sorgte Patricia Merz für den dritten Schweizer Sieg in Belgrad. Die 23-jährige Zugerin war eine Klasse für sich und triumphierte mit einem Vorsprung von beinahe vier Sekunden. (sda)