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ERFOLGREICH: Frauen haben Zügel in der Hand

Reiten ist die einzige olympische Sportart ohne Geschlechtertrennung. Frauen verstärken seit Jahren die Schweizer Reitequipen. Auch in der aktuellen Generation finden sich Spitzenreiterinnen.
Peter Wyrsch
Janika Sprunger arbeitet am Comeback mit Bonne Chance. (Bild: KEY)

Janika Sprunger arbeitet am Comeback mit Bonne Chance. (Bild: KEY)

Peter Wyrsch

Die Frau sei nach ihrem Körperbau für den Sport weniger geeignet als der Mann. Sie sei in der Regel kleiner, leichter und schwächer, ihre Muskulatur weniger trainierbar. Das fasste einst der deutsche Publizist Martin Maier in der «Zeit» zusammen – und wurde sogleich von namhaften Dozentinnen korrigiert.

So weist etwa Eva Földes, Dozentin an der Hochschule für Körperkultur in Budapest, nach, dass der Frauensport älter sei als der Männersport. «Es gilt als ziemlich sicher, dass die Heraien, die der Himmelsgöttin Hera gewidmeten Wettkampfspiele der Frauen in Olympia, älter sind als die rein männlichen Olympischen Spiele.» Doch Männlein und Weiblein sind sportlich bis auf wenige Ausnahmen getrennt. Im Reitsport indes, in dem die Geschlechter vereint sind, stellen wiederholt Frauen ihren Mann – so auch im Schweizer Reitsport. Hier prägten Frauen ganze Epochen. Im Springreiten drang in den 60er- und 70er-Jahren erstmals die St. Gallerin Monica Weier in die Männerdomäne ein. Sie war jahrelang Stammkraft im Schweizer Team. Von 1983 bis 1985 war an Heidi Robbiani-Hauri nicht vorbeizukommen. Mit ihrem Pferd Jessica ritt sie 1983 in der Schweizer EM-Gold-Equipe. Zudem gewann sie an der EM 1985 Einzel- und Mannschaftssilber sowie 1984 Olympiabronze. Danach war die Reihe an Lesley McNaught. Sie war 1995 in St. Gallen Mitglied der EM-Goldequipe, 1999 gewann sie ebenso EM-Team-Silber wie 2000 an den Olympischen Spielen.

Das nötige Feingefühl

Die Tradition starker Frauen im Team setzte Christina Liebherr mit ihrem No Mercy mit zwei EM-Medaillen 2005 in San Patrignano und Olympia-Team-Bronze 2008 in Hongkong fort. Und in jüngster Vergangenheit verhalfen Clarissa Crotta, Janika Sprunger und jüngst Nadja Peter Steiner dem Schweizer Team zu weiteren EM-Medaillen. «Frauen haben einen ausgewogenen Gleichgewichtssinn, viel Energie und Gefühl – auch für Pferde», so einst der Schweizer Equipenchef Fabio Cazzaniga. Der jetzige Teamchef Andy Kistler sagt: «Im diesjährigen Kader figurieren einige Frauen mit WM-Einsatzchancen.»

Kistler denkt da an die derzeit wegen einer Doping-Lappalie gesperrte Nadja Peter Steiner. Oder an Christina Liebherr – und vor allem an Janika Sprunger. «Ja, ich will an die WM und versuche, mich mit Spitzenplätzen zu empfehlen», sagt die in Belgien wohnhafte Sprunger. Sie wird mit ihrem Pferd Bacardi auch an der morgen beginnenden Dernière des CSI Zürich starten. Und in der Hinterhand hat die Olympiareiterin von Rio noch ein zweites As im Ärmel: Bonne Chance, die 12-jährige Stute. Das ganze vergangene Jahr fiel das EM-Bronzepferd wegen einer Verletzung aus. «Seit sechs Monaten sind wir wieder an der Arbeit. Bonnie ist komplett gesund, frisch und – wie ich, voller Tatendrang.»

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