«Er ist ein absoluter Weltstar»

VOLLEYBALL. Volley Amriswil hat Marko Samardzic verpflichten können. Der Serbe war über 120mal für seine Nationalmannschaft im Einsatz, auch an den Olympischen Spielen in Peking. 2005 wurde er zum besten Libero der World League ernannt.

Ralf Rüthemann
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Teammanager René Zweifel mit Volley Amriswils Libero-Neuzugang Marko Samardzic. (Bild: Reto Martin)

Teammanager René Zweifel mit Volley Amriswils Libero-Neuzugang Marko Samardzic. (Bild: Reto Martin)

Amriswil startete mit einem starken Kader in die NLA-Saison 2014/15, doch jetzt kommt noch ein Weltklassespieler hinzu: Der 31jährige Serbe Marko Samardzic verstärkt die Position des Liberos, die bisher alleine durch den 21jährigen Joris Rasing besetzt war. «Es ist natürlich ein riesengrosser Glücksfall für Volley Amriswil, einen solchen Spieler verpflichten zu können», sagt Teammanager René Zweifel. «Samardzic ist ein absoluter Weltstar.»

Im Jahr 2000 gewann Jugoslawien Olympiagold. Damals war Samardzic zwar noch nicht dabei, doch wenig später kam er zu diesem Weltklasseteam hinzu. 2005 wurde er zum besten Libero der World League ernannt und drei Jahre später erreichte er mit Serbien an den Olympischen Spielen in Peking den Viertelfinal. «Ich habe ihn damals im Fernsehen gesehen», sagt René Zweifel. «Und jetzt ist er da, es ist grossartig.»

Mit Frau und Sohn gekommen

Bis anhin stand Samardzic bei Rennes (F) unter Vertrag. «Ich pflegte Kontakt zu Aleksandar Ljubicic, der mir viel Gutes über Volley Amriswil erzählt hat», sagt Samardzic. Nach langen Verhandlungen entschied er sich dann, in die Ostschweiz zu kommen. Die Verhandlungen waren deshalb zäh, weil für Samardzic wirklich alles stimmen musste. «Für ihn war es am wichtigsten, dass er seine Frau und seinen viermonatigen Sohn Andrej mitnehmen kann», sagt René Zweifel. «Das hat nun alles geklappt.» Bei der Entlöhnung von Samardzic wird Volley Amriswil von privaten Personen unterstützt.

«Wir sind überzeugt, dass er viel zu unserer Mannschaft beitragen wird», sagt René Zweifel. «Das sieht man schon, wenn man ihm im Training zuschaut. Er hat eine sehr professionelle Einstellung, ist immer voll konzentriert und zeigt grossen Einsatz.» Trotzdem sei ein Stammplatz niemals garantiert: «Wie immer kommt es auf die Leistung an.»

Die Erwartungen sind hoch

Samardzic hat bereits sein erstes Mal für Amriswil gespielt. Der Druck ist gross und die Erwartungen sind hoch. «Damit kann ich gut leben», sagt Samardzic. «Es ist normal, dass man als Profi mit starkem Druck umgehen muss. Ich will dem Team einfach so gut wie möglich helfen.» Doch auch er könne sich noch weiterentwickeln: «Ich denke, man hat nie ausgelernt.»

Obwohl Samardzic kaum Deutsch spricht, habe er den Draht zu seinen neuen Teamkameraden schon gut gefunden. An etwas muss er sich in der Schweiz allerdings noch gewöhnen: Die Hallendecken sind tiefer als im Ausland, was für den Libero bei der Ballabnahme von grosser Relevanz ist.