Er bringt sich und die MLS wieder nach oben

David Beckham wechselte im Sommer 2007 von Real Madrid zu Los Angeles Galaxy. Er kann auf eine erfolgreiche Zeit zurückblicken, in der er eine kleine Fussballbühne grösser werden liess. Der sportliche Triumph soll im Final gegen Houston Dynamo am Sonntag noch folgen.

Andy Sager
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Aussicht auf Titel: David Beckham. (Bild: ap/Bret Hartman)

Aussicht auf Titel: David Beckham. (Bild: ap/Bret Hartman)

FUSSBALL. «David Beckham wechselt in die USA. Er unterschreibt einen Fünfjahresvertrag bei Los Angeles Galaxy, der ihm rund 190 Millionen Euro einbringt»: Die Schlagzeile ging vor fünf Jahren um die Welt. 2007 wechselte Beckham von Real Madrid zu Los Angeles. Manch einer glaubte, Beckham verschwinde von der grossen Fussballbühne.

Tatsächlich wurde es eine Zeitlang ruhiger um den Briten. Die amerikanische Profiliga Major League Soccer (MLS) gilt nicht eben als Topliga. In den Siebzigerjahren hatten zwar Stars wie Franz Beckenbauer, Pelé oder Gerd Müller eine grosse Fussballbegeisterung ausgelöst. Doch diese war längst abgeflacht.

Angriff auf die grossen Vier

Fussball war in Nordamerika keine ernstzunehmende Konkurrenz für die grossen Sportarten. Soccer, wie es die Amerikaner nennen, galt als Randsportart und hatte im Kampf um die Gunst des Publikums keine legitime Chance gegen Football, Baseball, Basketball und Eishockey. Doch mit der Verpflichtung von Beckham ist ein Coup gelungen. Seit der mehrfache englische Internationale seine Liga immer wieder in die europäische Presse bringt, steigt auch das hiesige Interesse an der MLS. Mittlerweile sind ihm Grössen wie Thorsten Frings, Rafael Marquez oder Thierry Henry gefolgt. Auch einige Schweizer versuchen sich in Nordamerika – unter ihnen Davide Chiumiento in Vancouver. Um die Finanzierung der Topspieler zu ermöglichen, wurde extra eine Ausnahmeregelung zur sonst strikten Lohnobergrenze eingeführt.

Es ist den Verantwortlichen und nicht zuletzt Beckham also gelungen, das Prestige des Spielers auf die Liga zu übertragen. Zweifelsohne ein Erfolg für den Soccer. Die Sportart lockte 2011 erstmals mehr Zuschauer an als die Eishockey-NHL und wurde zum Teamsport Nummer vier der Amerikaner. Sollte im Basketball weiter gestreikt werden, ist auch dieser in Reichweite.

Für Beckham steht aber der persönliche Erfolg noch aus. Sein Ziel ist es, die Meisterschaft zu gewinnen. 2005 holte der Club den Titel. 2009 scheiterte das Team mit Beckham im Penaltyschiessen des Finals an Real Salt Lake. Der Vertrag des 36-Jährigen läuft in diesen Tagen aus. Doch eine Chance, sein Ziel zu erreichen, hat er noch.

Zu Hause deutlicher Favorit

Los Angeles steht im Final um den MLS-Cup. Am Sonntagabend tritt sein Team gegen Houston Dynamo an. Der Westen trifft auf den Osten. Dabei sind die Kalifornier Favorit. Zum einen treten sie im eigenen Stadion, dem Home Depot Center in Carson, an. Zum anderen sammelten sie in der Vorrunde der Western Conference fast 20 Punkte mehr als Houston in gleich vielen Spielen im Osten. Das Team ist sich der Favoritenrolle bewusst. Landon Donovan, Rekordtorschütze der amerikanischen Nationalmannschaft und Captain von Los Angeles, sagt: «Wir sind immer Favorit. Das ist einfach so. Zu Hause erst recht.»

Erst zweimal durfte ein Team im eigenen Stadion zum Final antreten. Dabei holte nur D.C. United 1997 in Washington den Titel. Beckham und sein Team werden darum bemüht sein, dass dies in Los Angeles erneut gelingt.