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Schweizer NHL-Stars trainieren in Romanshorn: Die WM-Finalniederlage dient als Motivationsspritze

Vier Schweizer NHL-Spieler bereiten sich in Romanshorn auf die Saison vor. Dabei blicken sie auf die WM in Dänemark zurück, sprechen über ihren Weg nach Nordamerika und ihre Pläne bei einem Lockout.
Sergio Dudli
Die enttäuschten Schweizer nach der 2:3-Niederlage im Penaltyschiessen gegen Schweden. (Bild: Andy Müller/Freshfocus (Kopenhagen, 20. Mai 2018))

Die enttäuschten Schweizer nach der 2:3-Niederlage im Penaltyschiessen gegen Schweden. (Bild: Andy Müller/Freshfocus (Kopenhagen, 20. Mai 2018))

Die Enttäuschung ist noch immer spürbar, wenn Nino Niederreiter, Sven Andrighetto, Dean Kukan und Mirco Müller über die WM in Dänemark sprechen. Die vier NHL-Spieler holten im Dress des Schweizer Nationalteams Ende Mai sensationell Silber – aber die 2:3-Niederlage nach Penaltyschiessen gegen die Schweden im Final in Kopenhagen übertüncht den Erfolg. «Es spricht für sie und ihre Mentalität und ihren Hunger nach Erfolg, dass sie sich nicht mit Silber zufrieden geben», sagt Andy Rufener, der die vier Spieler als Agent betreut.

«Nach dem Final dachte ich: Wir haben Gold verloren», so Sven Andrighetto, der bei Colorado Avalanche spielt und sich mit den anderen drei NHL-Spielern in diesen Tagen im Eissportzentrum in Romanshorn auf die Saison vorbereitet. «Die Freude darüber, dass wir auch Silber gewonnen haben, kam erst später.»

Kritik an Schweizer Clubs

Für Mirco Müller, der erstmals an einer WM dabei war, soll es nicht bei diesem Erfolg für die Schweiz bleiben. «Vieles hat zusammengepasst, das gilt es jetzt in den nächsten Jahren zu bestätigen. Wir dürfen uns nicht immer damit zufrieden geben, im Viertelfinal zu scheitern», so der Verteidiger der New Jersey Devils.

Damit das Quartett in der im Oktober beginnenden NHL-Saison eine gute Rolle spielt, bereitet es sich im Sommertraining auf die kräftezehrende Spielzeit vor. Dabei lassen die Teams aus Nordamerika ihren Spielern viel Freiraum. «Wir bekommen eine Mail, darin sind die Tests aufgelistet, die wir im September beim Einrücken ins Trainingscamp absolvieren müssen», sagt Andrighetto. Und ergänzt: «Wenn du so früh weisst, was du liefern musst, hast du keine Entschuldigung mehr, um nicht zu trainieren.»

Agent Rufener schätzt diese Eigenverantwortung. Er glaubt, dass die Schweizer Clubs davon profitieren könnten, wenn sie ihren Akteuren mehr Freiraum liessen: «Das Sommertraining hier läuft falsch. Die Spieler müssen nichts studieren, der Club organisiert alles. Dann muss man sich nicht wundern, wenn sie dann in entscheidenden Momenten nicht in der Lage sind, Verantwortung zu übernehmen.»

«Wage den Schritt möglichst früh»

Nino Niederreiter, der mittlerweile über 400 Spiele absolviert und 100 Tore in der NHL erzielt hat, animiert Talente dazu, denn Schritt ins Ausland zu wagen. «Du musst diese Chance wahrnehmen. Es besteht immer die Gefahr, dass du hier in einen bequemen Rhythmus kommst und stagnierst», so Niederreiter, der als 17-Jähriger in die USA ging.

Einen anderen Weg schlug Stürmer Dean Kukan ein. Er fand über Schweden einen Platz in der NHL. «Es gibt keinen richtigen Weg für junge Spieler. Wichtig ist aber, dass sie den Schritt früh wagen. So lernst du, Verantwortung zu übernehmen und dich durchzukämpfen. Davon profitierst du enorm», sagt der Spieler von den Columbus Blue Jackets. Die vier Schweizer in Romanshorn haben den Sprung in die beste Eishockeyliga der Welt auf unterschiedlichen Wegen geschafft. Bis sie wieder für einen Schweizer Club auf dem Eis stehen, wird es Jahre dauern. Ausser: «In der Saison 2020/2021 droht der nächste Lockout», so Rufener. Der Agent verneint, dass seine Spieler für solche Fälle Verträge bei ihren Stammclubs haben. «Nino sagt immer, er wolle dann für Chur in der 1. Liga spielen. Das wird sicher nicht passieren.»

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