ENTTÄUSCHUNG: Schweizer verlieren erneut

Für die Schweizer Handballer endet auch die Portugal-Woche mit einer weiteren Niederlage. Der Letzte der Gruppe 5 unterlag in Loulé 22:27 und bleibt in der EM-Ausscheidung eine Randerscheinung.

Sven Schoch (sda)
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Andy Schmid war mit fünf Toren der treffsicherste Schweizer. (Bild: Anthony Anex/KEY)

Andy Schmid war mit fünf Toren der treffsicherste Schweizer. (Bild: Anthony Anex/KEY)

Sven Schoch (SDA)

Drei Tage nach einer «Orgie von Fehlschüssen» kamen die Schweizer abermals zu spät auf Touren. Die markante Steigerung nach der Pause genügte nicht, die 13. Niederlage hintereinander auf EM-Ausscheidungs-Level abzuwenden. Verloren hat die SHV-Auswahl das Spiel gegen Portugal vor allem wegen einer rund zehnminütigen Schwächeperiode. Nach dem 8:9 in der 17. Minute verlor Michael Suters Equipe temporär komplett den Halt und handelte sich einen richtungsweisenden Sieben-Tore-Rückstand ein. Anders als beim missratenen Heimspiel gegen die Lusitaner setzte Suter von Beginn weg auf Andy Schmid. Doch mit einem lange ziemlich isolierten Bundesliga-Star allein ist gegen einen in allen Zonen überaus stabilen Kontrahenten wenig auszurichten. Dies zumal auch dem Captain der Rhein-Neckar-Löwen entscheidende Fehler unterliefen – beim Stand von 20:23 in der 52. Minute verschoss der Schweizer Teamleader einen Penalty. Und in der enttäuschenden ersten Hälfte wurde der SHV-Regisseur kaum einmal entlastet, seine Partner im Aufbau leisteten sich eine Serie von falschen Entscheiden. Diese waren auch nach taktischen Umstellungen und trotz eines kollektiven Comebacks nicht mehr wettzumachen. Ein Umschwung stand selbst nach dem 21:23 Linigers fünf Minuten vor Schluss nicht mehr ernsthaft zur Debatte. Zu viele der jungen Hoffnungsträger taten sich bei der Lektion in rauem Umfeld überaus schwer. Lenny Rubin beispielsweise, der 21-jährige Thuner, in seiner Altersklasse einer der begehrtesten Shooter, benötigte in seinem vierten Länderspiel über eine halbe Stunde Anlauf bis zum ersten Treffer. Er und auch die übrigen Schweizer Nachwuchshoffnungen bezahlten für ihren zu geringen internationalen Fundus Lehrgeld. Der Mut, möglichst zeitnah einen Transfer ins Ausland anzustreben, wäre hilfreich, um die europäischen Defizite einzudämmen.