ENTTÄUSCHUNG: Ein Sturz als Lichtblick

Der Grand Prix von Spanien verläuft für die Schweizer Moto2-Fahrer nicht optimal. Dominique Aegerter und Thomas Lüthi belegen nur die Ränge sieben und acht.

Mario Casanova (sda)
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Dominique Aegerter (links) klassiert sich in Spanien vor Thomas Lüthi (rechts). (Bild:)

Dominique Aegerter (links) klassiert sich in Spanien vor Thomas Lüthi (rechts). (Bild:)

Mario Casanova (SDA)

Thomas Lüthi war mit drei Podestplätzen aus den ersten drei Saisonrennen zum Europa-Auftakt nach Andalusien gereist. In Jerez de la Frontera wollte er in seinem 237. WM-Rennen zum 51. Mal aufs Podest fahren. «Ich fuhr immer am Limit, konnte aber überhaupt nicht angreifen», so Lüthi nach dem 8. Rang mit 11,5 Sekunden Rückstand. «Es war ein sehr schwieriges Wochenende, das wir sofort abhaken müssen.» Am besten schon beim nächsten Rennen in zwei Wochen in Le Mans, wo der 30-jährige Berner vier seiner 14 GP-Siege erringen konnte.

«Das einzig Glückliche in Jerez war, dass Franco Morbidelli gestürzt ist.» Der WM-Leader aus Italien, der in den ersten drei Rennen einen Sieg-Hattrick gefeiert hat, stürzte in der 8. Runde in Führung liegend. Sein Missgeschick sorgte dafür, dass Lüthi in der Gesamtwertung den Rückstand um acht Punkte auf elf Zähler verringern konnte (64:75).

Für Alex Marquez war nach dem Sturz seines Teamkollegen der Weg nach seiner ersten Pole-Position in der mittleren WM- Kategorie frei zu seinem fünften GP-Sieg, dem ersten in der Moto2. Der 21-jährige Spanier siegte überlegen vor dem Italiener Francesco Bagnaia und dem Portugiesen Miguel Oliveira.

Aegerter hatte sich mehr erhofft

Dominique Aegerter, der als Dritter aus der Frontreihe ins Rennen gestartet war, konnte nur in den ersten paar Runden ums Podest mitfahren und klassierte sich am Schluss als Siebter 1,3 Sekunden vor Lüthi. Damit verbesserte sich der 26-jährige Oberaargauer zwar vom zehnten auf den achten WM-Rang, aber zur Verbesserung seiner Laune konnte dieser Fakt auch nicht beitragen. «Ich bin echt enttäuscht. Nach den gelungenen Testfahrten im März und den Trainings an diesem Wochenende glaubte ich wirklich, vorne mitfahren zu können.»

An was lag es? «Das müssen wir genau analysieren. Sicher spielte es eine Rolle, dass wir bei solch hohen Temperaturen mehr Mühe haben als bei tieferen. Aber das allein kann es nicht sein.» Aegerter hatte auf diese Saison hin sowohl das Team als auch das Chassis gewechselt. Dass er sich über einen siebten Rang ärgert, unterstreicht seine Ambitionen. Vor zwei Wochen in Austin war er Fünfter geworden. So peilte Aegerter anstelle eines Top-ten-Platzes Top-fünf-Klassierung oder gar einen Podestplatz an.