ENTTÄUSCHT: Ohne Chancen

Kariem Hussein kann sich an der WM in London nicht mehr steigern. Bei strömendem Regen wird der 28-jährige Thurgauer im Final über 400 m Hürden Letzter in 50,07 Sekunden.

Raya Badraun, London
Drucken
Teilen
Kariem Hussein bleibt im Rennen über 400 m Hürden ohne Chance. (Bild: Jean-Christophe Bott/KEY)

Kariem Hussein bleibt im Rennen über 400 m Hürden ohne Chance. (Bild: Jean-Christophe Bott/KEY)

Raya Badraun, London

Gestern regnete es so stark wie noch nie an dieser WM. Doch Kariem Hussein hatte Glück. Dank der Bahn 9 lag seine Strecke teilweise im Schutz des Stadiondaches. Doch der Thurgauer konnte diesen Vorteil nicht nutzen. Nach einem guten Start hielt er zwar lange Zeit mit den Gegnern mit. Doch auf der Schlussgeraden wurde er schliesslich doch noch deutlich abgehängt. «Ich war zu wenig konsequent, zu passiv und immer einen Schritt zu spät», sagte der 28-jährige Ostschweizer nach seinem schwachen Auftritt.

Den Final über 400 m Hürden gewann schliesslich der Norweger Karsten Warholm vor dem Türken Yasmani Copello und dem US-Amerikaner Kerron ­Clement. Hussein hingegen be­en­dete das Rennen als Achter und Letzter in schwachen 50,07 Sekunden. In dieser Saison ist das seine zweitschlechteste Zeit überhaupt. Nur im WM-Vorlauf lief er noch langsamer. «Ich hatte mir im Vorfeld mehr erhofft», sagte er nach seinem Auftritt. «Und es wäre wohl auch mehr möglich gewesen.»

Mit der Nervosität kämpfen

Für Hussein war es der erste ­Final seiner Karriere an einem inter­nationalen Grossanlass. «Klar, man kennt die Gegner», sagte er. «Dennoch ist es etwas anders – nur schon von der Nervosität her.» Bereits im Vorlauf hatte er damit zu kämpfen, musste vor seinem Auftritt gar erbrechen. Im Halbfinal schaffte er es jedoch, eine Reaktion zu zeigen. Als Zweiter seines Laufes qualifi­zierte er sich schliesslich direkt für den gestrigen Final. Danach ­wirkte er wieder selbstbewusster. Eine weitere Steigerung schien möglich. Doch gestern war davon nichts mehr zu sehen.

Mit dem achten Rang realisierte Hussein in London immerhin sein bisher bestes Ergebnis an einer WM. Vor zwei Jahren in Peking verpasste er noch knapp den Final und war am Ende Neunter gewesen.