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ENTSCHEIDUNG: Zwei Welten treffen aufeinander

Nach dem 2:2 im Achtelfinal-Hinspiel stehen sich heute Tottenham und Juventus erneut in der Champions League gegenüber. Es ist der direkte Vergleich zweier unterschiedlicher Fussballphilosophien.
Sergio Dudli
Harry Kane (links) und Giorgio Chiellini zollen sich auf und neben dem Platz Respekt. (Bild: AP)

Harry Kane (links) und Giorgio Chiellini zollen sich auf und neben dem Platz Respekt. (Bild: AP)

Sergio Dudli

Kaum neun Minuten waren gespielt, als Gonzalo Higuain mit einem verwandelten Penalty seinen zweiten Treffer im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League zwischen Juventus Turin und Tottenham erzielte. Nach wenigen Minuten schien die Partie bereits zu Gunsten der Italiener entschieden zu sein, zumal es praktisch als Ding der Unmöglichkeit zählt, gegen die Defensivkünstler um Abwehrboss Giorgio Chiellini und Goalie Gianluigi Buffon zwei Tore in einem Spiel zu erzielen. Doch Tottenham gelang dank eines Treffers von Harry Kane und eines direkt verwandelten Freistosses von Christian Eriksen noch der Ausgleich. Zwischenzeitlich vergab Higuain mit einem weiteren Penalty den dritten Treffer für die Turiner.

Trotzdem war das Unentschieden keinesfalls gestohlen. Die «Spurs», wie Tottenham in England genannt werden, liessen sich vom frühen Zwei-Tore-Rückstand nicht beirren und suchten konsequent den Weg nach vorne. Ein Risiko, denn ein dritter Gegentreffer wäre wohl einer Vorentscheidung gleichgekommen. Rund zwei Drittel Ballbesitz zeugten am Ende davon, wie spielbestimmend die Londoner in Turin auftraten. «Wir haben sie 83 Minuten lang dominiert, das rechne ich uns hoch an. Nicht viele Mannschaften kommen nach Turin und treten so dominant auf», sage Tottenham-Trainer Mauricio Pochettino nach der Partie.

Junger Starstürmer gegen alten Haudegen

Weniger gut gelaunt als Pochettino war sein Gegenüber, der Italiener Massimiliano Allergri. «Alle tun so, als wären wir der grosse Favorit. Das Unentschieden ist für uns keine Niederlage.» Auf die Chancen einer allfälligen Viertelfinal-Qualifikation angesprochen, meinte Allegri: «Die Chance lag vor dem Hinspiel bei fünfzig Prozent, und dort liegt sie auch jetzt noch.» Damit die Italiener den Sprung in die nächste Runde schaffen, müssen sie heute allerdings neben den gewohnten Qualitäten in der Defensive auch in der gegnerischen Hälfte aktiv sein. Dennoch ist vor dem Rückspiel im Wembley-Stadion davon auszugehen, dass die Italiener gewohnt defensiv agieren werden, zumal sie bei einem Rückstand mindestens zwei Tore für ein Weiterkommen erzielen müssen. Bei Tottenham sorgt die gute Ausgangslage derweil nicht für eine übertriebene Erwartungshaltung. «Wir sind leicht im Vorteil. Aber wenn du deswegen auf diesem Niveau auch nur etwas nachlässt, musst du dafür büssen», so Goalie Hugo Lloris an der gestrigen Pressekonferenz. Und sein Trainer liess bereits durchblicken, dass Tottenham erneut das Spiel machen und die Entscheidung suchen will. «Wir arbeiten seit vier Jahren an diesem offensiven Spielstil. Wir werden mutig auftreten», so Trainer Pochettino.

Die grosse Stärke von Tottenham ist dann auch die Offensive. Mit Kane verfügt die Mannschaft über einen der besten Stürmer der Welt. Im Hinspiel entwischte er beim Anschlusstreffer von Tottenham der Juventus-Verteidigung um Chiellini. Kane erlief ­einen Pass in die Tiefe von Dele Alli und zog am herauseilenden Buffon vorbei. Mit Juventus’ Abwehrboss Chiellini verbindet der 24-Jährige übrigens eine schmerzhafte Geschichte. Sie geht zurück auf den 31. März 2015, als er sein erstes Länderspiel für England bestritt. Der Gegner damals: Italien mit Chiellini. «Bei meinem ersten Ballkontakt hat er mich über die Klinge springen lassen. Mein Bein war danach zehn Minuten taub», so Kane, der damals noch ein unbekanntes Gesicht war. Knapp vier Jahre später weiss Chiellini aber genau, dass er mit Kane einen starken Gegenspieler hat. Er habe sich seit dieser Begegnung enorm weiterentwickelt. «Jetzt kann ich ihn alleine nicht mehr stoppen. So arrogant oder überheblich bin ich nicht», so der 33-jährige Italiener.

Hoffen auf Higuain und Dybala

Wenn Juventus heute eine Runde weiterkommen will, müssen Chiellini und seine Kollegen die Offensive von Tottenham unter Kontrolle bringen. Dazu gehören neben Kane auch der dänische Spielmacher Christian Eriksen, der Südkoreaner Son Heung Min und der junge Engländer Alli. Im Sturm hoffen die Italiener, dass der zuletzt angeschlagene Gonzalo Higuain einsatzbereit ist. Der zweifache Torschütze aus dem Hinspiel fiel zuletzt aufgrund einer Prellung aus. Dafür kehrt Paolo Dybala zurück in die Mannschaft. Der Argentinier und Landsmann von Higuain erzielte am vergangenen Wochenende den späten Siegtreffer im Spitzenspiel gegen Lazio Rom. Mit einem genesenen Dybala und einem fitten Higuain dürften die Chancen der Turiner auf das wichtige Auswärtstor steigen.

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