Video

Endlich wieder ein erster Sportevent in der Schweiz - aber ohne Zuschauer: Die Cyclocross Challenge

Mitten in Zürich hat mit der Cyclocross Challenge der erste Sport-Live-Event seit zwei Monaten stattgefunden.

Raphael Gutzwiller
Drucken
Teilen
Kevin Kuhn springt im Weitsprung auf sechs Metern – und mit Freundin Nicole Koller zum Sieg.

Kevin Kuhn springt im Weitsprung auf sechs Metern – und mit Freundin Nicole Koller zum Sieg.

Sven Thomann/Freshfocus / Blick

Es ist kurz nach 8.30 Uhr an diesem Sonntagmorgen, als es auf der Josefwiese in Zürich endlich wieder losgeht: nach zwei Monaten ohne Sportveranstaltung in der Schweiz geht es wieder um den Sieg. Die besten Radquer-Fahrer der Schweiz haben sich für die «EKZ Cylocross Challenge» eingefunden. Von einem richtigen Wettkampf wollen die Veranstalter nicht sprechen, dafür hätte es keine Bewilligung gegeben.

So handelt es sich mehr um einen Show-Event, der vor allem über die digitalen Kanäle ausgespielt wird. Statt in gewöhnlichen Rennen treten die Profiathleten in vier Zweier-Teams in verschiedenen Kategorien an. Zunächst geht es darum, die Treppe am schnellsten auf dem Velo sitzend hochzuspringen, danach folgen ein Velo-Weitsprung und ein Rennen im Wassergraben. Eine besonders gute Figur macht dabei das Duo mit dem U23-Radquerweltmeister Kevin Kuhn und Nicole Koller, die zweifache Mountainbike-Juniorenweltmeisterin. Die Beiden sind privat ein Paar und harmonieren auch, wenn es darum geht, eine Taktik für das abschliessende Rennen festzulegen. Schliesslich siegen sie vor den Geschwistern Noemi und Timon Rüegg, gefolgt von Sina Frei/Lars Forster und Zina Barhoumi/Lukas Flückiger.

Die besten Impressionen:

Timon Rüegg kämpft sich durchs Wasser.
10 Bilder
Lars Forster rennt lieber durchs Wasser.
Spektakulärer Sprung von Kevin Kuhn.
Fährt die Treppe hinunter und später zum Sieg: Nicole Koller.
Timon Rüegg und Sina Frei im Duell.
Kevin Kuhn, Timon Rüegg, Sina Frei und Lukas Flückiger.
Spektakuläres Duell: Kevin Kuhn verfolgt von Timon Rueegg (links).
Noemi Rüegg bei der Treppen-Challenge.
Auch Sina Frei fährt die Treppe hinunter.
Noemi Rueegg (rechts) und Sina Frei bei der Wasser Challenge.

Timon Rüegg kämpft sich durchs Wasser. 

Bild: Urban Bike Festival

Um den Sieg geht es aber erst in zweiter Linie. Kuhn sagt: 

«Für uns alle ist es etwas ganz neues, darum geht es einfach um Spass.»

Natürlich werden auch beim Event die Vorsichtsmassnahmen eingehalten. Die Veranstaltung auf der Josefwiese darf nur stattfinden, weil Zuschauer nicht erlaubt sind. Um keinen Menschenauflauf zu veranstalten, blieb zuvor sowohl Ort als auch Zeit unbekannt, die Bilder wurden im Stream erst Stunden später ausgespielt. Lediglich das Abschlussrennen in einem Industriegelände fand live statt.

Die Radfahrer haben im Gegensatz zu Teamsportarten den Vorteil, dass sie das Training auch im Lockdown nicht einstellen mussten. Und doch ist die Freude bei den Athleten gross, dass es endlich wieder so was wie einen Wettkampf gibt. «Man musste jeweils alleine trainieren», sagt Timon Rüegg. Schwester Noemi ergänzt: «So macht es viel mehr Spass.»

Eine Demonstaration auf dem Velo

Und Sina Frei spricht von einer Demonstration ihrer Sportart: «Es geht auch darum, zu zeigen, was mit dem Velo alles möglich ist.» In Zeiten von Corona sei das Velo zum Modeaccessoire aufgestiegen, diese Chance wolle man nutzen. Die verschiedenen Disziplinen kommen bei den Athleten gut an. Gut möglich, dass ähnliche Events plötzlich vor Publikum stattfinden.

Beim Abschlussrennen kommt sogar noch etwas Wettkampfstimmung auf. «Wenn man im Rennen ist, geht es immer darum Erster zu sein», sagt Forster. Am Schluss strahlt das Duo Koller/Kuhn. Nicole Koller sagt:

«Mit dem Freund zu fahren und dann noch zu gewinnen, ist schon speziell. Es zeigt auch, dass wir gut miteinander harmonieren.»

Sport kann ja so schön sein.

Siegreiches Paar Nicole Koller und Kevin Kuhn.

Siegreiches Paar Nicole Koller und Kevin Kuhn. 

Sven Thomann/Freshfocus / Blick
Mehr zum Thema