Endlich stimmt das Langlauf-Drehbuch

Dario Cologna, Petter Northug oder Alexander Legkow? Nur 15 Punkte trennen die drei stärksten Langläufer der Saison im Gesamtweltcup. Heute beginnt der Weltcupfinal in Schweden, die Entscheidung fällt am Sonntag – im letzten Rennen.

Ralf Streule
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SKI NORDISCH. Als die FIS 2008 einen offiziellen Langlauf-Weltcupfinal einführte, war das Ziel klar. Neben Tour de Ski und Weltmeisterschaft wollte man einen weiteren spannenden, medienwirksamen Anlass ins Programm aufnehmen. Doch die Langläufer liessen den erhofften Nervenkitzel nur selten aufkommen. Meist stand der Sieger oder die Siegerin schon lange vor dem letzten Rennen und dem Weltcupfinal fest.

Eine Ausnahme machte 2009 Dario Cologna, als er den Gesamtweltcup erst im letzten Rennen für sich entschied und Petter Northug auf den zweiten Platz verwies. Der Bündner gewann damals für die Schweiz die erste grosse Kristallkugel im Langlauf. In den Jahren darauf, 2011 und 2012, hatte er den Gesamtsieg schon vor dem Final im trockenen.

Dreikampf dank Legkow

In diesem Jahr sieht es anders aus: Beim Weltcupfinal in Schweden, der von heute bis am Sonntag dauert, laufen gleich drei Langläufer um den Gesamtweltcupsieg. 15 Punkte trennen die drei Saison-Dominatoren: Cologna, der Allrounder, was Laufstil und Distanz angeht. Northug mit seiner Endschnelligkeit. Und Alexander Legkow, der vor allem aber in Aufstiegen seine Stärken ausspielen kann. Dem Russen ist zu verdanken, dass der Zweikampf der vergangenen Jahre zwischen Northug und Cologna zu einem Dreikampf geworden ist. Legkow hat im Januar die Tour de Ski gewonnen und sich mit dem Sieg von vergangener Woche im 50-Kilometer-Lauf von Oslo wieder ins Rennen um die grosse Kristallkugel gebracht. Er löste Cologna an der Spitze ab, der im Distanzrennen nach einer Erkältung nicht über den 19. Rang hinauskam. Für Legkow wäre es – im Gegensatz zu Northug und Cologna – der erste Gesamtweltcupsieg. Derzeit führt der Russe die Gesamtwertung mit 1233 Punkten an.

Königspalast als Langlaufkulisse

In den Rennen der nächsten Tage werden 350 Punkte vergeben. Gestartet wird heute mit einem 3,3-Kilometer-Sprintrennen in der klassischen Technik um den Königspalast in Stockholm. Dann geht es weiter nach Falun, wo am Freitag ein 3,75 Kilometer langer Prolog in der Skatingtechnik, am Samstag ein Massenstartrennen über 15 Kilometer ansteht. Für einen Sieg in diesen drei Rennen werden je 50 Punkte verteilt. Zudem werden in den drei Rennen die Startintervalle für das Verfolgungsrennen vom Sonntag über 15 Kilometer Skating herausgefahren. Dort wird es um den eigentlichen Gewinn des Weltcupfinals und um 200 Punkte gehen. Der Erste, der am Sonntag im Ziel einläuft – sofern er Cologna, Legkow oder Northug heisst –, wird also mit grosser Wahrscheinlichkeit auch der Gewinner der grossen Kristallkugel sein. Ein Drehbuch, wie man es sich bei den Organisatoren in Schweden und bei der FIS gewünscht hat.

Frauen-Weltcup ist entschieden

Für die vier letzten Rennen der Saison ist kein klarer Favorit auszumachen. Im heutigen Sprintrennen dürfte es aber Northug sein. Bei Cologna stellt sich vor allem die Frage, ob er sich von seiner Erkältung gänzlich erholt hat. Bei den Frauen steht mit der Polin Justyna Kowalczyk die Gesamtweltcupsiegerin bereits seit einer Woche fest.

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