EM-Qualifikation
Ohne Okafor und Imeri: Für die U21-Nati sind sechs Punkte Pflicht

Auf dem Weg zur Euro sind für die U21 Siege gegen Moldawien und Wales fest eingeplant. Das Team von Trainer Mauro Lustrinelli muss aber ohne einige Schlüsselspieler auskommen – ein Umstand, an dem auch das A-Nationalteam nicht ganz unbeteiligt ist.

Dan Urner
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Noah Oktafor (vorne) bejubelt seinen Treffer beim Qualifikationsspiel gegen die Niederlande. Bei den kommenden zwei Aufgaben wird er der U21 fehlen.

Noah Oktafor (vorne) bejubelt seinen Treffer beim Qualifikationsspiel gegen die Niederlande. Bei den kommenden zwei Aufgaben wird er der U21 fehlen.

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Bei all der berechtigten Aufmerksamkeit, welche die Schweizer Sport-Öffentlichkeit dem Topduell der A-Nati gegen Italien am Freitag zuteilwerden lässt, geht zuweilen unter, dass es indessen auch für den Fussballnachwuchs um eine bedeutende Turnierteilnahme geht. Die U21-Nationalmannschaft spielt am gleichen Abend gegen Moldawien um ihr Ticket für die EM 2023. Da die Partie in Thun bereits um 18.30 Uhr angepfiffen wird – während der herbeigesehnte Match in Rom erst um 20.45 Uhr beginnt –, dürften sich einige Fans den Ernstkampf der U21 zumindest als Einstimmung zu Gemüte führen.

Im Gegensatz zum A-Nationalteam befindet sich die Schweiz hier übrigens auf direktem EM-Kurs, führt die Qualifikationsgruppe E nach vier zumeist überzeugend absolvierten Partien an. Drei Siege ohne Gegentreffer fuhr die Nati bislang ein, bloss gegen die Niederlande, ärgste Widersacherin um die direkte Qualifikation, reichte es Anfang Oktober nur zu einem 2:2-Unentschieden – einer Zwei-Tore-Führung zum Trotz.

Vollends verschieden sind die Ausgangslagen der beiden Schweizer Nationalmannschaften aber indes nicht: Während die A-Nati in einem realistischen Szenario einen Sieg gegen Italien benötigt, um die WM-Teilnahme auf direktem Weg zu finalisieren, kommt die U21 womöglich nicht an einem Erfolg im Rückspiel gegen die Niederlande im März vorbei. Denn die «Elftal» hat bisher einen Match weniger bestritten, könnte mit einem Sieg am Ende vorbeiziehen. Doch das bleibt vorderhand Zukunftsmusik.

Gewichtige Ausfälle

Von weitaus grösserer Bedeutung ist einstweilen, dass die Nati die eingeplanten sechs Punkte gegen Moldawien am Freitag und Wales am kommenden Dienstag einfährt. «Wir wollen im Zeichen der Kontinuität den erfolgreich eingeschlagenen Weg in dieser EM-Qualifikation fortsetzen. Das Ziel für die zwei letzten Partien des Jahres ist klar: Wir wollen zwei Siege», wird Trainer Mauro Lustrinelli auf der Website des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) zitiert.

Weil dem A-Team von Murat Yakin (links) zahlreiche Spieler fehlen, musste sich der Nationaltrainer beim Aufgebot von Mauro Lustrinelli (rechts) bedienen.

Weil dem A-Team von Murat Yakin (links) zahlreiche Spieler fehlen, musste sich der Nationaltrainer beim Aufgebot von Mauro Lustrinelli (rechts) bedienen.

Keystone

Als Selbstläufer darf diese – sicher machbare – Mission gleichwohl nicht abgetan werden, denn das eingespielte Kollektiv von Lustrinelli hat gewichtige Ausfälle zu beklagen. Die schier dramatische Verletzungsmisere der A-Nationalmannschaft ist daran nicht ganz unschuldig: Mit Mittelfeldspieler Kastriot Imeri von Servette und Abwehr-Juwel Bryan Okoh von Red Bull Salzburg fehlen dem Team zwei zentrale Akteure, sie kommen nun eventuell eine Ebene höher zu ihrem Debüt. Zuvor war bereits Noah Okafor, Sturmtalent von Red Bull Salzburg, in das Aufgebot von Murat Yakin berufen worden.

Darüber hinaus steht Innenverteidiger Leonidas Stergiou (FC St. Gallen) verletzt nicht zur Verfügung. Anstelle der erwähnten Spieler finden sich die Verteidiger Nicolas Vouilloz (Servette FC) und Serge Müller (FC Schaffhausen) sowie Stürmer Christopher Lungoyi (FC Lugano) im Kader wieder. Mittelfeldspieler Matteo Di Giusto vom FC Vaduz war eigentlich auch als Nachrücker geplant gewesen, verletzte sich jedoch am Mittwoch im U21-Training und fällt längerfristig aus.

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