EM-QUALIFIKATION: Jetzt wartet der schwächste Gegner

Heute und am Sonntag spielt die Schweizer Handball-Nationalmannschaft gegen Portugal. Im Herbst hinterliess das Team gute Eindrücke, nun müssen Punkte her.

Jörg Greb
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Trost von Nationaltrainer Michael Suter nach der knappen Heimniederlage gegen Deutschland. (Bild: Ennio Leanza/KEY (Zürich, 5. November 2016))

Trost von Nationaltrainer Michael Suter nach der knappen Heimniederlage gegen Deutschland. (Bild: Ennio Leanza/KEY (Zürich, 5. November 2016))

Jörg Greb

Die Erinnerungen an den vergangenen Herbst sind lebendig. Schöne Erinnerungen sind es an Schweizer Handballer, die mit Mut, Konzentration, Teamgeist, Siegeswille eingestiegen sind in die Qualifikation für die EM vom nächsten Jahr in Kroatien. Und Erinnerungen an erstaunliche Resultate sind es auch: die ­knappe 27:32-Auswärtsniederlage gegen den Olympiateilnehmer Slowenien sowie der bravouröse Auftritt gegen Deutschland im Hallenstadion, der mit einem 22:23 endete. Vor allem in jener Partie blieb die Überraschung bis fast ganz zum Ende greifbar.

Und nun also, genau ein halbes Jahr später, die nächste Prüfung. Portugal heisst der Gegner heute Abend ab 19 Uhr in Biel und am Sonntag im portugiesischen Loule. Es handelt sich um den nominell schwächsten Gruppengegner. Schwer zu bezwingen im Direktvergleich werden die Iberer aber allemal sein. «Diese Mannschaft ist routiniert, hat eine über Jahre eingespielte Mannschaft. Sie befindet sich im Gegensatz zu unserer ganz jungen Equipe auf dem Zenit ihrer Schaffenskraft», sagt der Schweizer Nationaltrainer Michael Suter. Mindestens fünf Jahre voraus sieht Suter die Portugiesen in ihrer Entwicklung. Selbstredend schiebt er die Favoritenrolle dem Gegner zu. Die bessere Klassierung im internationalen Ranking untermauert dies.

Auch der dritte Rang könnte reichen

Trotzdem sind der Nationaltrainer und seine Spieler davon überzeugt, die beiden Partien gegen Portugal zu ihren Gunsten zu entscheiden. «Wir wollen Portugal nicht nur das Leben schwer machen. Wir wollen gewinnen, wie immer und gegen jeden Gegner», sagt Suter. Entscheidend wäre eine positive Bilanz voraussichtlich im Kampf um den dritten Rang, der auch noch für die EM-Qualifikation ausreichen könnte. Grundsätzlich sagt Suter: «Weiterhin geht es für uns darum, jedes Spiel so erfolgreich wie möglich zu gestalten.»

Mit dem ehemaligen Gossauer Goalie

Spannend wird sein, wie sich die Schweizer Equipe seit dem EM-Qualifikationsauftakt vor sechs Monaten entwickelt hat. «Wir sind weitergekommen, als Team und individuell», sagt Suter. Die Resultate unterstreichen dies, insbesondere der Turniersieg am Yellow-Cup Anfang Jahr, ebenso der Sieg und das Unentschieden Mitte März in den beiden Vergleichen mit Weissrussland. Personell ist vor allem die rechte Seite ausgedünnt – zumal die Rückraumspieler Pascal Vernier und Nicolas Raemy verletzt ausfallen. Im Vergleich zum Herbst wieder dabei ist Lenny Rubin im linken Rückraum. Und Bundesligastar Andy Schmid nimmt seine prägende Rolle auf und neben dem Spielfeld wahr. Aus Ostschweizer Sicht von Belang ist, dass Simon Kindle als ehemaliger Goalie von Fortitudo Gossau in der Hierarchie emporgeklettert ist.