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EM-Quali: Die Dänen sind unter Druck und schwierigen Umständen

Die Dänen stehen mit dem Rücken zur Wand, müssen gegen die Schweiz in der EM-Qualifikation gewinnen – und bleiben fröhlich.
Christian Brägger
Stürmerstar Christian Eriksen ist auf dem Platz der wichtigste Spieler der Dänen. (Bild: Benjamin Manser)

Stürmerstar Christian Eriksen ist auf dem Platz der wichtigste Spieler der Dänen. (Bild: Benjamin Manser)

In Übergrössen hängen sie draussen an den Wänden des Parken-Stadion in Kopenhagen. John «Faxe» Jensen, Flemming Povlsen, oder Bent Christensen. Die Legenden des dänischen Fussballs sind die Boten einer längst vergangenen, aber nicht vergessenen Zeit, als 1992 sensationell der Europameistertitel gefeiert wurde. Und sie sind bis heute der Grund, weshalb das Volk hohe Erwartungen hat. Da kann es nur seinem Selbstverständnis entsprechen, dass sich das eigene Land direkt für die EM qualifiziert.

Dieses Unterfangen ist just ins Stocken geraten. Weil nach dem positiv bewerteten 3:3 gegen die Schweiz weder zu Hause die Iren – mit deren langen Bällen die Dänen Mühe hatten – noch auswärts die Georgier bezwungen wurden. Woraus sich heute eine Siegplicht gegen die Schweiz vor ausverkauftem Haus ergründet.

Gleichwohl sind die Skandinavier über 90 Minuten seit drei Jahren ohne Niederlage, davon ausgenommen das Testspiel gegen die Slowakei, als die Titulare wegen eines Disputs mit dem Verband streikten. Ebendieser lässt den Vertrag mit Nationaltrainer Age Hareide scheinbar ohne Not im nächsten Sommer auslaufen, auch der Staff wird dann ausgetauscht. Dies verkündete der Verband bereits kurz nach der WM am 10. Juni – es brachte Unruhe.

Die fehlende Wertschätzung für den Trainer

Der Norweger Hareide beklagte sich in der Folge über fehlende Wertschätzung, sagte sinngemäss:

«Mit denselben Resultaten würde ich in meiner Heimat Norwegen zum Ritter geschlagen.»

Dabei ist der künftige Nationaltrainer mit Kasper Hjulmand schon bestimmt. Vom 47-jährigen, früheren Coach des FSV Mainz erhofft man sich eine attraktivere Spielweise und mehr zündende Ideen, die vor dem gegnerischen Tor oft fehlen. Und dass die Dänen ein Ballbesitzteam werden. Ja, so soll die dänische Zukunftsmusik spielen.

Der Blick in die Gegenwart zeigt, dass schon heute allein mit den Leaderfiguren Simon Kjaer, Thomas Delaney, Kasper Schmeichel und Christian Eriksen grosses Potenzial im Weltranglisten-14. steckt. Das Quartett trifft sich oft mit dem Verband oder Hareide. bespricht Strategien und Taktik. Captain Kjaer habe die tragende Rolle und halte das Team zusammen, sagen dänische Journalisten. Der Hauptdarsteller auf dem Rasen, über die das ganze Spiel läuft, bleibt aber Eriksen.

Zuletzt war der 27-jährige Offensivgeist leicht angesäuert und im Klub bei Tottenham nicht in Form. Im Boulevard und über Twitter wurde eine angebliche Affäre seiner Frau mit dem Teamkollegen Jan Vertonghen breitgeschlagen, was Eriksen umgehend als «Bullshit» abkanzelte. Und dann ist da noch der anberaumte Klubwechsel, wohl zu Real Madrid, der den Fokus des Starspielers trübt. Trotz all diesen schwierigen Umständen haben sich die Dänen aber eines bewahrt: Sie sind locker geblieben. Treffen mit Journalisten während eines Zusammenzugs beispielsweise sollen nicht gerade jederzeit, aber doch unkompliziert möglich sein.

Das Wir-Gefühl gibt den Dänen Energie

Die Lockerheit gibt es tatsächlich. An der Pressekonferenz der Dänen offenbaren Kjaer, Schmeichel und vor allem Hareide eine Fröhlichkeit und Zugänglichkeit, die man vom Schweizer Team nicht kennt. Als Kjaer gefragt wird, wie für ihn die erste Partie nach dem Vaterwerden gewesen sei, sagt er:

«Es war das schlechteste Spiel meiner Karriere. Ich hoffe, Granit Xhaka ergeht es ebenso.» Lacher. Und Schmeichel? «Ich habe nie in meinem Leben ein schlechtes Spiel gemacht.» Lacher.

Ob all der Heiterkeit geht der Ernst nicht verloren. «Das Spiel gegen die Schweiz ist vermutlich unser grösstes seit der WM. Wir erwarten den Heimsieg, je nachdem können wir auch mit einem Unentschieden leben», sagt Hareide. Der Nationalcoach wird gefragt, woher diese Fröhlichkeit denn komme. «Es gibt sie seit den 1980er Jahren. Wissen Sie, die Dänen sind ein spezielles skandinavisches Volk. Im Spiel werden Spieler und Fans Eins, dieses Wir-Gefühl gibt eine unglaubliche Energie. Sie werden es selbst erleben.»

Der 66-Jährige sagt noch, er wisse, wie sein Team die Schweiz besiege. Das Wie will Hareide indes nicht verraten. Da ist er ganz Schweizer.

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