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EM: Im Österreicherloch

Nichts ist mehr wie vor der EM. Nach der unerwarteten Auftaktniederlage findet sich Österreich im Jammertal. Heute um 21 Uhr warten die Portugiesen, die ebenfalls unter Druck stehen.
Christian Brägger/Paris
Bild: CHRISTIAN BRÄGGER/PARIS

Bild: CHRISTIAN BRÄGGER/PARIS

FUSSBALL. Hoch waren sie geflogen, vielleicht zu hoch nach der souveränen EM-Qualifikation, die die Österreicher als Gruppenerste unbesiegt und mit Erfolgen in Russland sowie Schweden abgeschlossen hatten. Selbst der 60jährige Herbert Prohaska, ein Exponent der Cordoba-Clique, hatte voreilig prognostiziert: «Für Österreich ist an dieser EM alles möglich. Sogar ein Halbfinal, oder mehr.» Doch Höhenflüge können abrupt enden, die Landung auf den Boden der Realität kann sehr unsanft sein. Das haben mit dem 0:2 im Ungarn-Spiel auch die Österreicher erfahren. Man wähnte sich beinahe ins Jahr 1954 zurückversetzt, als damals bei der Lauberhornabfahrt mehrere Österreicher an derselben Stelle stürzten – und das Österreicherloch geboren war.

«Ich gehe voran»

Heute abend im Parc des Princes folgt nun ihre zweite Gruppenpartie, ab 21 Uhr gegen die ebenfalls nicht optimal gestarteten Portugiesen. Und gegen Cristiano Ronaldo. Ausgerechnet. Es ist also mehr als fraglich, ob das Team von Trainer Marcel Koller zulegen kann, der sagte: «Nach dem Spiel gegen Ungarn waren alle sehr enttäuscht, es war sehr ruhig in der Kabine. Aber wir haben eine gute Gruppe, jeder muss den anderen mitreissen – und ich werde vorangehen.»

Gegen die Österreicher jedoch spricht, dass zu viele Spieler nicht in Normalform sind. Sowie die fehlende Turniererfahrung auf diesem Niveau. «Wir haben noch alle Chancen, es sind noch sechs Punkte zu holen, wir dürfen jetzt nicht alles in Frage stellen», gab sich Captain Christian Fuchs dennoch optimistisch. Die Niederlage müsse jetzt aus den Köpfen raus. Ob dies klappt, wenn man zuvor seit 2013 kein Pflichtspiel mehr verloren hat und den Umgang mit Niederlagen nicht mehr kennt?

Die Stimmung an der Pressekonferenz vor dem Spiel war schon entspannter, auf kritische Fragen der Medien reagierte Fuchs einmal sogar mit Gegenkritik. Auch Koller wirkte schon selbstbewusster, er sagte: «Man muss an einer Endrunde Kleinigkeiten besser machen, sonst reicht es nicht. Die Moral ist jedenfalls wieder vorhanden, ein gutes Spiel zu zeigen. Wir müssen unsere Chancen nützen, ruhiger spielen, defensiv kompakter stehen. Dann können wir auch erfolgreich sein.» Der Zürcher wird zu Wechseln gezwungen sein, Aleksandar Dragovic ist gesperrt, Zlatko Junuzovic verletzt. «Und es kann in der Nacht ja immer einer aus dem Bett fallen. Ich kann also nicht verraten, wie wir spielen werden.» Ja, er hatte seinen Schalk wieder.

Portugal ebenfalls angezählt

Aber auch bei den Portugiesen waren die Medien nach dem Island-Spiel mit der Mannschaft ein wenig am Hadern. Ronaldo wurde kritisiert, und auf eine Frage zum formschwachen Superstar und dessen Rolle im Spiel der Portugiesen verlor Trainer Fernando Santos ein wenig die Contenance: «Ich schätze jede Frage, die man stellt. Aber was soll diese? Wir alle wissen, Ronaldo ist der beste Fussballer der Welt. Was also, bitte schön, soll ich noch über seine Rolle sagen?»

Angespannt. Alles sehr angespannt.

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