EM 2021
So war die Fussball-Europameisterschaft: Alle Teams, alle Stadien und unsere Helden

24 Mannschaften starteten am 11. Juni in die Europameisterschaft. Italien krönte sich am 11. Juli zum Europameister. Die Schweiz schaffte es erstmals seit 1954 in einen Viertelfinal, schied dann aber gegen Spanien aus. Alles, was sie über diese EM wissen müssen, die in elf Städten und mit einem Jahr Verspätung ausgetragen wurde.

Martin Oswald und Ruben Schönenberger
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Torhüter Yann Sommer hielt den letzten Penalty gegen Frankreich und brachte die Schweiz damit ins Viertelfinale.

Torhüter Yann Sommer hielt den letzten Penalty gegen Frankreich und brachte die Schweiz damit ins Viertelfinale.

Bild: Claudio De Capitani / Freshfocus

Wieso fand die Europameisterschaft erst 2021 statt?

Ursprünglich hätte die Europameisterschaft vom 12. Juni bis 12. Juli 2020 durchgeführt werden sollen. Nachdem die Uefa sich zuerst lange weigerte, eine Verschiebung zu kommunizieren, liess Corona dem Fussballverband schliesslich keine Wahl. Am 17. März 2020 gab die Uefa die Verschiebung der EM um ein Jahr bekannt. Nun fand sie vom 11. Juni bis 11. Juli 2021 statt. Trotzdem hiess das Turnier offiziell weiterhin Uefa Euro 2020.

Wieso wurde die EM in verschiedenen Ländern ausgetragen?

Die EM hatte 2020 einen runden Geburtstag. Erstmals wurde sie 1960 in Frankreich ausgetragen. Die drei Medaillengewinner von damals vertraten Länder, die es allesamt nicht mehr gibt: Europameister wurde die Sowjetunion. Sie besiegte Jugoslawien in der Verlängerung des Finals mit 2:1. Den dritten Platz sicherte sich die Tschechoslowakei mit einem 2:0-Erfolg im kleinen Final gegen Gastgeber Frankreich.

Zum 60-Jahr-Jubiläum wollte die Uefa die EM in möglichst viele verschiedene Länder bringen und Spiele in insgesamt zwölf verschiedenen Städten austragen. Statt nur in einem Land eine Party zu haben, werde man so über ganz Europa eine Party veranstalten, liess sich Gianni Infantino 2012 zitieren. Der heutige Fifa-Präsident war damals noch Uefa-Generalsekretär. An der Idee hielt man trotz der Verschiebung fest. Einzelne Anpassungen nahm die Uefa aber vor (siehe nächster Abschnitt).

Welches waren die einzelnen Spielorte?

Geplant waren Spiele in zwölf verschiedenen Städten. Weil Bilbao und Dublin der Uefa aber nicht rechtzeitig Garantien machen konnten, ob sie Fans zu den Spielen zulassen, war in diesen Orten kein EM-Fussball zu sehen. Bilbao wurde durch Sevilla ersetzt, das neu zum Austragungsort wurde. Die Spiele von Dublin wurden St.Petersburg und London zugeteilt. In beiden Orten waren sowieso schon Spiele geplant. Damit fand die Europameisterschaft nun in diesen elf Städten statt:

In London, genauer im Wembley, wurden die Halbfinals und der Final gespielt. Zwischenzeitlich hatte die Uefa gedroht, die Endspiele nach Ungarn zu verlegen. Grund dafür waren die nach wie vor strikten Quarantäneregelungen in England. Die britische Regierung und die Uefa fanden sich aber noch. Es durften mehr Zuschauerinnen und Zuschauer zu den Finalspielen. Der Entscheid hat der britischen Regierung auch Kritik eingebracht.

Mehr zu den einzelnen Spielorten finden Sie hier:

Waren Fans in den Stadien?

Ja, aber nicht überall gleich viel. Die Organisatoren der verbliebenen elf Austragungsorte hatten unterschiedliche Auslastungen ihrer Stadien zugesichert. Teilweise änderte sich die maximale Auslastung während des Turniers noch einmal.

Wo spielte die Schweiz?

Die Schweiz musste weite Wege machen. Die Gruppenspiele absolvierte sie in Rom und in Baku. Und dann auch noch in einer ungünstigen Abfolge: Das erste Gruppenspiel gegen Wales fand in Baku statt, das zweite gegen Italien in Rom, das dritte gegen die Türkei wiederum in Baku. Keine andere Nationalmannschaft hatte in der Vorrunde mehr Flugkilometer zu absolvieren als die Nati.

Das Achtelfinal am Montag, 28. Juni, gegen Frankreich bestritt die Nationalmannschaft in Bukarest. Für das Viertelfinal gegen Spanien am 2. Juli musste die Schweiz nach St.Petersburg reisen.

Wie funktionierte der Modus?

Seit der Europameisterschaft 2016 treten 24 Mannschaften in der ersten Runde in sechs Gruppen an. Jede Mannschaft absolviert drei Spiele, da innerhalb einer Gruppe jede Mannschaft einmal gegen jede spielt. Für den Achtelfinal qualifizieren sich neben den Gruppenersten und -zweiten aus jeder Gruppe (12 Mannschaften) auch die vier besten Gruppendritten.

Ab dem Achtelfinal gilt das K.-o.-System, der Verlierer jedes Spiels scheidet aus.

Welche Nationalmannschaften hatten sich für die Europameisterschaft qualifiziert?

Nation FIFA-Rang (10.12.20) Teilnahmen an einer Endrunde
Belgien 1 6
Dänemark 12 9
Deutschland 13 13
England 4 10
Finnland 54 1
Frankreich 2 10
Italien 10 10
Kroatien 11 6
Niederlande 14 10
Nordmazedonien 65 1
Österreich 23 3
Polen 19 4
Portugal 5 8
Russland 39 6
Schottland 48 3
Schweden 20 7
Schweiz 16 5
Slowakei 33 2
Spanien 6 11
Tschechien 42 7
Türkei 32 5
Ukraine 24 3
Ungarn 40 4
Wales 18 2
2016: Christiano Ronaldo stemmt den Pokal in die Höhe ‒ Portugal ist zum ersten Mal Europameister.

2016: Christiano Ronaldo stemmt den Pokal in die Höhe ‒ Portugal ist zum ersten Mal Europameister.

Bild: Keystone

Wer spielte für die Schweizer «Nati»?

In der Qualifikation für die Europameisterschaft spielte die Schweizer Nationalmannschaft gegen Georgien, Dänemark, Irland und Gibraltar und holte den Gruppensieg. Das Team wird seit dem 1. Juli 2014 von Vladimir Petkovic trainiert.

Am 31. Mai gab Petkovic sein 26-köpfiges Kader bekannt. Im Nachhinein kam es aber noch zu einem Wechsel. Torhüter Jonas Omlin musste verletzt verzichten, für ihn rückte Gregor Kobel nach.

Yann Sommer, 17.12.1988 (32), Borussia Mönchengladbach, 60 Länderspiele.
26 Bilder
Yvon Mvogo, 6.6.1994 (26), PSV Eindhoven, 3 Länderspiele.
Gregor Kobel, 6.12.1997 (23), VfB Stuttgart, 0 Länderspiele.
Nico Elvedi, 30.9.1996 (24), Borussia Mönchengladbach, 25 Länderspiele, 1 Tor.
Manuel Akanji, 19.7.1995 (25), Borussia Dortmund, 28 Länderspiele, 0 Tore.
Fabian Schär, 20.12.1991, (29), Newcastle, 58 Länderspiele, 8 Tore
Eray Cömert, 4.2.1998 (23), FC Basel, 4 Länderspiele, 0 Tore.
Becir Omeragic, 20.1.2002 (19), FC Zürich, 3 Länderspiele, O Tore.
Ricardo Rodriguez, 25.8.1992 (28), FC Torino, 79 Länderspiele, 8 Tore.
Silvan Widmer, 5.3.1993 (28), FC Basel, 15 Länderspiele, 1 Tor.
Kevin Mbabu, 19.4.1995 (26), Vfl Wolfsburg, 11 Länderspiele, 0 Tore.
Jordan Lotomba, 29.9.1998 (22), Nizza, 1 Länderspiel, 0 Tore
Loris Benito, 7.1.1992 (29), Girondins Bordeaux, 11 Länderspiele, 1 Tor.
Steven Zuber, 17.8.1991 (29), Eintracht Frankfurt, 35 Länderspiele, 7 Tore.
Granit Xhaka, 27.9.1992 (28), Arsenal London, 92 Länderspiele, 12 Tore.
Remo Freuler, 15.4.1992 (29), Atalanta Bergamo, 27 Länderspiele, 3 Tore.
Denis Zakaria, 20.11.1996 (24), Borussia Mönchengladbach, 31 Länderspiele, 3 Tore
Djibril Sow, 6.2.1997 (24), Eintracht Frankfurt, 15 Länderspiele, 0 Tore.
Edimilson Fernandes, 15.4.1996 (25), FSV Mainz, 21 Länderspiele, 1 Tor.
Xherdan Shaqiri, 10.10.1991 (29), FC Liverpool, 89 Länderspiele, 23 Tore.
Admir Mehmedi, 16.3.1991 (30), VfL Wolfsburg, 72 Länderspiele, 10 Tore.
Ruben Vargas, 5.8.1998 (22), FC Augsburg, 11 Länderspiele, 2 Tor.
Christian Fassnacht, 11.11.1993 (27), YB, 6 Länderspiele, 1 Tor
Haris Seferovic, 22.2.1992 (29), Benfica Lissabon, 73 Länderspiele, 21 Tore.
Breel Embolo, 14.2.1997 (24), Borussia Mönchengladbach, 42 Länderspiele, 5 Tore.
Mario Gavranovic, 24.11.1989 (31), Dinamo Zagreb, 29 Länderspiele, 11 Tore.

Yann Sommer, 17.12.1988 (32), Borussia Mönchengladbach, 60 Länderspiele.

Keystone

26 Spieler waren drei mehr als bisher an Europameisterschaften üblich. Für die einzelnen Spiele durften wie bisher aber nur 23 Namen auf dem Matchblatt erfasst werden. Einwechseln konnten die Trainer übrigens wie zuletzt in den Klubwettbewerben fünf Ersatzspieler.

Im letzten Gruppenspiel gegen die Türkei schickte Trainer Petkovic folgende elf Spieler zu Beginn aufs Feld:

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