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«Ich fragte, ob sie mich gebrauchen könnten»: Der frühere Meisterspieler Elias Wetzel läuft nun für den STV St.Gallen auf

Elias Wetzel war Volleyball-Internationaler und Titelträger. Nun spielt er für den STV St.Gallen, der innert zwei Jahren von der 2. Liga in die NLB aufgestiegen ist.
Patricia Loher
Elias Wetzel hat für die Schweiz 34 Länderspiele bestritten. (Bild: Michel Canonica)

Elias Wetzel hat für die Schweiz 34 Länderspiele bestritten. (Bild: Michel Canonica)

Ein Thurgauer ist der bekannteste neue Spieler der St.Galler, denen das Kunststück gelungen ist, innert zwei Jahren von der 2. Liga in die NLB durchzumarschieren. Der 26-jährige Elias Wetzel hat für das Schweizer Nationalteam 34 Partien und 2013 die Universiade in Russland bestritten. Mit dem Stammverein Amriswil wurde er Schweizer Meister. Einer wie Wetzel ist beim STV St.Gallen nach all den aufregenden Zeiten zwischen 2. Liga und NLB hoch willkommen.

Im Sommer hat Wetzel beim Aufsteiger selber angeklopft. Trainer Adrian Schläpfer sowie die Spieler Roman Brühwiler und Mark Walzer kennt er noch aus gemeinsamen Amriswil-Zeiten. «Ich fragte, ob sie mich gebrauchen könnten», so der Diagonalspieler.

Nicht mehr jeden Tag in der Halle stehen

Wetzel bestritt die vergangene Saison in der NLA bei Näfels, nachdem er zuvor das NLB-Team von Pallavolo Kreuzlingen verstärkt hatte. Das Thema NLA sei für ihn nun abgeschlossen, sagt der 1,94 m grosse Volleyballer. Es gehe jetzt darum, sein Berufsprofil zu schärfen. Aktuell absolviert er an der Universität St. Gallen seinen Master in Management, Organisation und Kultur. Da kommt es ihm gelegen, nicht mehr jeden Tag in der Halle stehen zu müssen.

Vor allem in Amriswil waren die Anforderungen hoch gewesen. Wetzel galt als grosses Talent. Er durchlief beim Schweizer Vorzeigeverein sämtliche Nachwuchsstufen, zudem gehörte er den Nachwuchs-Nationalteams an. Der Thurgauer schaffte schliesslich den Sprung in die NLA-Mannschaft und war vor Beginn des Studiums Profi.

«Doch ich war nie unumstrittener Stammspieler.»

Trotz unregelmässiger Einsätze wurde die Belastung bald grösser. Nach bestandenem Assessment-Jahr an der Universität und in seiner dritten Saison für die erste Mannschaft von Amriswil fiel Wetzel wegen eines Bandscheibenvorfalls lange aus, die sportlichen Leistungen waren danach durchzogen.

Ende der Saison 2015/16 verlängerte Volley Amriswil den Vertrag mit dem Eigengewächs nicht. «Ich war selber unzufrieden mit meinen Leistungen und hätte mich wohl auch entschieden, aufzuhören», sagt Wetzel. Er war hin- und her gehetzt zwischen Studium und Spitzensport, «es blieb keine Zeit, um etwas richtig zu machen. Dabei kam auch die Regeneration zu kurz.» Natürlich bedeutete das Ende in Amriswil einen Einschnitt. Amriswil war sein Heimatverein und Wetzel hatte seit dem 13. Geburtstag beinahe jeden Tag trainiert.

Zweieinhalb Monate durch Asien

Danach legte der Volleyballer eine Pause ein. Er reiste zweieinhalb Monate durch Asien, erkundete Vietnam auf dem Motorrad. «Ich tat, was andere in meinem Alter auch tun», sagt er. Doch ganz abschliessen mochte der Student mit dem Volleyball nicht.

Nach einem Jahr Pause übernahm er schliesslich eine tragende Rolle bei Pallavolo Kreuzlingen, ehe er sich entschloss, bei Näfels nochmals den Schritt in die NLA zu wagen. Sportlich war es für den früheren Glarner Serienmeister mit vielen jungen Spielern eine schwierige Saison. Der Club trennte sich von Trainer Dalibor Polak, der Wetzel ein Jahr zuvor zu Näfels geholt hatte. Am Ende blieb bloss Platz fünf.

Trotzdem sei es für ihn ein guter Abschluss gewesen, sagt Wetzel. In St.Gallen geht er nun zweimal zum Training. Beim NLB-Aufsteiger trifft der frühere Internationale auf Akteure, die noch vor etwas mehr als einem Jahr in der 2. Liga spielten. Man merke schon, dass gewisse Abläufe bei ehemaligen NLA-Spielern stärker verinnerlicht seien als bei den früheren Hobbyvolleyballern, sagt Wetzel. Aber:

«Adrian Schläpfer hat es verstanden, eine gute Mannschaft mit einem Kampfgeist zu formen. Ohne einen Trainer wie ihn wäre es kaum möglich, von der zweiten Liga in die Nationalliga B durchzumarschieren.»

In der Geschichte des STV St.Gallen beginnt am Samstag ab 16 Uhr mit dem Heimspiel gegen Schönenwerd ein neues Kapitel. «Wenn wir die Playoffs erreichen, wäre das ein schöner Erfolg.»

Zuerst die Männer, dann die Frauen

Beim STV St. Gallen steht der Saisonstart unter dem Motto: «Super Saturday». Zuerst treffen am Samstag ab 16 Uhr die NLB-Aufsteiger in der Alten Kreuzbleichehalle auf die zweite Mannschaft von Schönenwerd, ab 18 Uhr bestreiten die 1.-Liga-Frauen das Derby gegen Wittenbach. Schönenwerds Spielertrainer ist Jan Schnider, früherer Olympiateilnehmer im Beachvolleyball.
Adrian Schläpfer startet in die dritte Saison als Spielertrainer der St.Galler. Der 32-Jährige hat das Team innerhalb von zwei Jahren von der 2. Liga in die NLB geführt. Die Mannschaft erfuhr nicht viele Änderungen, neu sind die Spieler Elias Wetzel und Thomas Bänziger sowie Basil Strässle, der zuvor der zweiten Mannschaft angehört hat. «Ein grosser Teil des Teams hat in der zweiten Liga gespielt. Die Nationalliga B ist ein grosser Sprung», sagt Schläpfer. Er glaube aber, dass die Mischung stimme und das Ziel, der Ligaerhalt, erreichbar sei. Die NLB wird aber ausgerechnet nach dieser Saison auf zwölf Teams verkleinert. Und von zwei Gruppen auf nur noch eine. (pl)

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