Eishockey NLA

Fünf Davoser Tore in 18 Minuten

Nach zwei 2:3-Niederlagen in den ersten beiden Saisonduellen gegen Servette setzt sich Davos diesmal durch, und dies gleich 7:1. Dem HC Davos gelingt das perfekte Auswärtsspiel. Er ist effizient und lässt kaum Chancen zu.

Kristian Kapp
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Der Davoser Doppeltorschütze Marc Wieser enteilt Servettes Romain Loeffel.

Der Davoser Doppeltorschütze Marc Wieser enteilt Servettes Romain Loeffel.

KEYSTONE/PPR/MARTIAL TREZZINI

Ab wann ist die Rede von einer Krise? Sechs Niederlagen in sieben Spielen, wie sie nun Servette mittlerweile erlitten hat? Oder reichen auch fünf Niederlagen in sechs Spielen, also die Bilanz, mit der der HC Davos gestern ins Spiel in Genf startete?

Wenn ja, dann war das, was die Bündner gestern in der Patinoire des Vernets taten, der erste Schritt raus aus der Krise. Der 7:1-Kantersieg ist ein deutliches Zeichen. Erst recht, weil er unter besonderen Umständen zustande kommt. Der HCD muss in Genf mit Perttu Lindgren und Andres Ambühl auf seine zwei wohl wichtigsten Einzelspieler im Angriff verzichten. Ambühl ist Captain und einer der Motoren des Davoser Tempospiels, Lindgren der Topskorer und einer der besten Techniker der Liga. Zudem fehlt hinten mit Beat Forster der routinierteste Verteidiger.

Warum gewinnt der HCD am Ende dennoch deutlich? Zwei Hauptgründe stechen heraus. Da ist der Gegner, der nach ordentlichem Start ins Desolate abrutscht und gegen Davos die grösstmögliche Sünde begeht: Chris McSorleys Team lässt sich aus der Defensive locken, lässt sich auf ein schnelles Hin und Her ein und offeriert den läuferisch überlegenen Bündnern den gewünschten Raum für ihr Konterspiel. Die meisten Treffer erzielt Davos nach schnellen Gegenstössen.

Und da ist die Art und Weise, wie der HC Davos mit den zahlreichen Ausfällen umgeht. Er besinnt sich jenes simplen Spiels, das sich Trainer Del Curto eigentlich stets wünschen würde. Lindgren, Ambühl und Forster sind allesamt Spieler, die Scheibenkontrolle mögen. Das ist gestern nicht Trumpf bei Davos, das Gegenteil ist es: Der Puck wird schnell aus dem eigenen Drittel gebracht, die Angriffe sind schnörkellos, der Abschluss wird schnell gesucht, die Verspieltheit, die alte Davoser Krankheit, kommt erst zum Vorschein, als es bereits 7:1 steht. Das darf dann halt auch sein.

Aber eben: Da ist auch ein Gegner, der all das zulässt. Kein Vergleich zum Vorabend, als Davos gegen ein aufsässiges und kompaktes Lausanne 1:3 unterliegt und in der Offensive ratlos wirkt.

Die Fortschritte in der Defensive

Der HC Davos entledigt sich gestern seiner Ladehemmung in der Offensive, nachdem er bei den fünf Niederlagen in den sechs Spielen zuvor nur sechs Treffer erzielte. Er beweist aber auch seine Fortschritte in der Defensive. 36 Tore kassierte er in den letzten 15 Spielen und seit dem 1:8 in Lausanne. 48 waren es in den ersten 14 Spielen gewesen. Die Defensive funktionierte gestern fast auf perfekte Art und Weise.

In der Startphase, als die Partie noch ein offener Schlagabtausch ist, kommt Genf zu Torchancen und gleicht bloss zehn Sekunden nach dem 0:1-Rückstand aus. Danach wird der Raum vor Goalie Joren van Pottelberghe zur verbotenen Zone für Genf. Der junge Davoser Goalie muss nur 14 Schüsse halten, während auf das Genfer Tor 37 Pucks abgefeuert werden. Klare Verhältnisse also auch in der Statistik.

Telegramm:

Servette - Davos 1:7

6517 Zuschauer. - SR Eichmann/Stricker, Fluri/Rebetez. - Tore: 4. (3:59) Ruutu (Ausschluss Mercier) 0:1. 5. (4:09) Almond 1:1. 21. Dino Wieser (Du Bois) 1:2. 23. Sciaroni (Dino Wieser) 1:3. 33. Egli (Kessler) 1:4. 38. Marc Wieser (Simion, Kousal/Ausschluss Rubin) 1:5. 39. Marc Wieser (Ruutu) 1:6. 42. Kessler (Ruutu) 1:7. - Strafen: 7mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 5mal 2 Minuten gegen Davos. - PostFinance-Topskorer: Loeffel; Marc Wieser.

Servette: Mayer/Bays (ab 23.); Jacquemet, Fransson; Loeffel, Mercier; Vukovic, Ehrhardt; Petschenig; Simek, Almond, Spaling; Wick, Slater, Riat; Massimino, Kast, Rubin; Schweri, Heinimann, Impose; Traber.

Davos: van Pottelberghe; Du Bois, Rahimi; Schneeberger, Paschoud; Heldner, Kindschi; Forrer, Jung; Sciaroni, Walser, Dino Wieser; Marc Wieser, Corvi, Eggenberger; Simion, Kousal, Ruutu; Portmann, Egli, Kessler.

Bemerkungen: Genève-Servette ohne Détraz, Douay, Gerbe, Rod und Romy. Davos ohne Axelsson, Jörg, Aeschlimann (alle verletzt), Forster (private Gründe), Lindgren und Ambühl (beide gesperrt). - 46. Pfostenschuss Ruutu. - 55. Bays hält Penalty von Dino Wieser.