Sportarena

Einvernehmliche Trennung: ZSC baut «Theatre of Dreams» allein

Für den Volleyballclub Volero ist der Traum des «Theatre of Dreams» ausgeträumt. Das Stadionprojekt in Altstetten wird weiter vorangetrieben, allerdings ohne Volleyballkomplex.

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Bereits 2022 sollen im neuen Stadion die ersten Spiele ausgetragen werden können
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ZSCLV Stadium
So soll die Terrasse des geplanten ZSC Lions Stadions aussehen.

Bereits 2022 sollen im neuen Stadion die ersten Spiele ausgetragen werden können

carusostjohn.com

Der Traum von einer gemeinsamen Eishockey- und Volleyball-Arena in Zürich-Altstetten namens "Theatre of Dreams" ist ausgeträumt. Die ZSC Lions und der Volleyballclub Volero Zürich gehen getrennte Wege bei der Stadionfrage. Das gemeinsame Projekt bringe zu wenig Synergien und sei deshalb zu teuer.

Vor zwei Jahren hatte ZSC-CEO Peter Zahner bei der Vorstellung des Duplex-Projekts gesagt, bevor man in Altstetten die Bagger auffahren lasse, müsse der Businessplan aufgehen.

Das tut er nun offensichtlich nicht, wie aus einer gemeinsamen Mitteilung der beiden Clubs vom Mittwoch hervorgeht. Die Detailplanung habe gezeigt, dass bei einer Duplex-Arena "die betriebliche Effizienz und damit auch die finanzielle Tragbarkeit des Projekts" in Frage gestellt sei. Die Trennung erfolge im besten Einvernehmen, heisst es weiter.

ZSC will in Altstetten bleiben, Volero sucht weiter

Volero wird einen neuen Standort in Zürich suchen. Der ZSC will in Altstetten bauen und überarbeitet das ehemalige Projekt. Entstehen soll nun eine Eishockeyarena für 12'000 Zuschauer, ein Trainingsfeld mit 500 Zuschauern sowie Flächen für Verwaltung, Gastronomie und Zusatznutzungen. Die Eröffnung des Stadions ist für 2022 vorgesehen.

Im gemeinsamen Projekt wurden die Investitionskosten auf 193 Millionen Franken geschätzt. In der abgespeckten Version geht der ZSC von 156 Millionen Franken aus. 36 Millionen Franken werden durch private Investoren und Gönner aufgebracht.

Die Finanzierung des Fremdkapitals von 120 Millionen Franken erfolgt gemäss Mitteilung über ein Darlehen der Stadt, das amortisiert und zu den Selbstkosten der Stadt verzinst wird. Die Stadt soll auch einen jährlichen Betriebsbeitrag von zwei Millionen Franken leisten. Darüber muss das Stimmvolk befinden. Und dieses hat ja bisweilen etwas Mühe mit Stadionprojekten, wie die Hardturmabstimmung (Fussball) zeigte.

Ein weiterer Stolperstein könnte die 2012 angenommene Kulturlandinitiative sein, die den Schutz von Landwirtschaftsflächen vorsieht. Der Zürcher Kantonsrat beschloss im vergangenen Jahr, nicht auf die Umsetzungsvorlage einzutreten. Die Grünen des Kantons Zürich reichten darauf Stimmrechtsbeschwerde beim Bundesgericht ein. Dieses hat noch nicht entschieden.