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EISHOCKEY: Zug als Gradmesser

In der NLB sind die Rapperswil-Jona Lakers die Dominatoren. Heute wartet im Heimspiel im Cup-Viertelfinal mit Zug ein Härtetest auf die aufstiegswilligen Ostschweizer um Trainer Jeff Tomlinson.
Sergio Dudli
Der Kanadier Jeff Tomlinson steht in seiner dritten Saison als Trainer der Rapperswil-Jona Lakers. (Bild: Salvatore Di Nolfi/KEY)

Der Kanadier Jeff Tomlinson steht in seiner dritten Saison als Trainer der Rapperswil-Jona Lakers. (Bild: Salvatore Di Nolfi/KEY)

Sergio Dudli

Das Training der Rapperswil-Jona Lakers ist seit vierzig Minuten vorbei. Die Spieler verabschieden sich per Handschlag, die laute Musik aus der Garderobe verstummt, das Licht im Gang geht aus. Nur hinter der Tür mit der Aufschritt «Trainer» sind angeregte Gesprächsfetzen zu vernehmen. Für Jeff Tomlinson und seine Assistenten beginnt nach der Einheit auf dem Eis der zweite Teil ihrer Arbeit – die Analyse des anstehenden Gegners. Im Fall der Lakers, die in der NLB mit elf Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze stehen, ist das der EV Zug. Die beiden Teams treffen heute im Cup-Viertelfinal aufeinander. «Ich erwarte von Zug, dass sie mit ihren besten Spielern kommen und ihr bestes Hockey zeigen. Sie werden uns nicht den Gefallen tun, uns zu unterschätzen», so Tomlinson.

Lugano im Cup besiegt

Diesen Fehler hat bereits Lugano im Cup-Achtelfinal gemacht. Mit einer 0:3-Niederlage fuhren die Tessiner nach Hause. «Ich finde den Cup geil. Alle Zuschauer wollen doch, dass der Favorit bei den kleinen Clubs strauchelt», sagt der 47-jährige Kanadier. Für seine Mannschaft seien diese Spiele Höhepunkte – und auch der Trainer ist heiss auf die Partien gegen höherklassige Teams. «Wenn ein Gegner nach Rapperswil kommt – und sei es ein NHL-Team – und nur zwei Prozent unter seiner maximalen Leistung bleibt, nutzen wir diese Chance.»

Das Selbstvertrauen für die Cupspiele holen sich Trainer und Spieler im NLB-Alltag. Dort sind die Ostschweizer als grosser Favorit auf einen Spitzenplatz in die Saison gegangen – und werden den Erwartungen gerecht. In 19 Spielen verliessen sie das Eis 16-mal als Sieger. Grund für den Erfolg ist vor allem die stabile Defensive um Torhüter Melvin Nyffeler. So haben die Lakers bisher zwölf Tore weniger erhalten als die zweitbeste Liga-Abwehr. «Wir haben mehr Talent als andere Mannschaften und deshalb mehr Puckbesitz. Zudem haben wir wenig Scheibenverluste und werden selten auf dem falschen Fuss erwischt.» Dennoch erwartet er von seinem Team noch mehr. Gerade in der Offensive und bei fünf gegen fünf könnten seine Spieler gefährlicher sein. «Wir können überall noch 20 Prozent rausholen.»

Das Los des Favoriten

In der NLB taten sich die Lakers bisher gegen die vermeintlich leichten Gegner aus dem unteren Tabellendrittel schwer. «Sie sind gegen uns speziell motiviert, weil wir der grosse Favorit auf einen Spitzenplatz sind. Wir sind aber auch nur Menschen – und gegen solche hat man immer eine Chance», so der Kanadier. Aber gerade diese umkämpften Partien seien sehr lehrreich. «Ich sehe das als Abhärtung. Wir müssen auch Spiele über den Kampf gewinnen können.» Generell sei die Rolle als Aufstiegsaspirant eine undankbare, da man immer nur verlieren könne. «Selbst wenn du gewinnst, kommen welche, die sagen, dass du gegen solche Teams doch höher gewinnen musst.»

Tomlinson bestreitet seine dritte Saison mit den Lakers. Schon seit seiner Ankunft arbeitet er für das grosse Ziel: den Aufstieg. «Das ist immer ein Prozess, aber ich möchte so schnell wie möglich aufsteigen.» Für die St. Galler sind die Spiele im Cup also ein Testlauf für die nahe Zukunft, sollte der angestrebte Aufstieg gelingen. Dass Tomlinson sein Team mit der deutlichen Zielvorgabe überfordert oder der Schritt zu früh kommen könnte, lässt der 47-Jährige nicht gelten. «Viele unserer jungen Spieler sind bereit für den Sprung, und die Verantwortlichen im Club teilen meine Einstellung.» Falls der Aufstieg auch im dritten Anlauf verpasst wird, möchte Tomlinson nicht die Flinte ins Korn werfen. «Ich will nicht davonlaufen, sondern es wieder versuchen.»

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