Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

EISHOCKEY: Warten auf das Fotofinish

Nicht nur in den Direktbegegnungen sind der EHC Olten und der HC Thurgau auf Augenhöhe. Nimmt man die Playoff-Gegner unter die Lupe, bahnt sich eine spannende Viertelfinalserie an.
Matthias Hafen
Topskorer unter sich: Oltens Martin Ulmer (links) und Thurgaus Jaedon Descheneau können entscheidende Faktoren sein. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Weinfelden, 3. Oktober 2017))

Topskorer unter sich: Oltens Martin Ulmer (links) und Thurgaus Jaedon Descheneau können entscheidende Faktoren sein. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Weinfelden, 3. Oktober 2017))

Matthias Hafen

matthias.hafen@thurgauerzeitung.ch

Vieles spricht dafür, dass Olten gegen Thurgau die spannendste Viertelfinalserie im diesjährigen NLB-Playoff wird. Beide Mannschaften haben in der Qualifikation überrascht – die Solothurner negativ, die Thurgauer positiv. Am Ende war Olten mit Platz drei wohl etwas zu gut bedient, Thurgau mit Platz sechs zu schlecht. Doch nur zwei Punkte trennten die Teams nach 46 Runden. In den sieben Teilbereichen, die wir vor der Best-of-7-Serie unter die Lupe nehmen, sind keine grossen Unterschiede zwischen den beiden Clubs in Grün auszumachen. Eine verheissungsvolle Ausgangslage vor dem Auftakt am Sonntag um 17.30 Uhr in Olten.

Formstand: Olten kommt nur langsam aus dem Tal

In den letzten zehn Qualifikationsrunden verlor der formstarke HC Thurgau nur das drittletzte Spiel in Rapperswil-Jona und das letzte in La Chaux-de-Fonds. Bei Olten sieht das Bild in etwa umgekehrt aus. Die Solothurner reihten am Schluss drei Siegen aneinander, nachdem sie zuvor in sieben Runden fünf Niederlagen kassiert hatten. Allerdings kamen die letzte drei Siege gegen Visp (1:0), Winterthur (5:4 n.V.) und die Ticino Rockets (3:1) zustande – und das nicht einmal sehr überzeugend.

Die Thurgauer betonten, wie froh sie seien, in den letzten Spielen vor dem Playoff starke Gegner zu haben. Damit konnte sich die Mannschaft von Trainer Stephan Mair auch punkto Intensität auf das Playoff einstellen. Etwas, das gegen die Ticino Rockets und Winterthur so nicht möglich gewesen wäre. Und: Mairs Equipe ist durch den erfolgreichen Jahresbeginn gefestigt. Oltens Trainer Chris Bartolone dürfte alle Hände voll zu tun haben, sein Team auf die bissigen Löwen einzustellen.Vorteil Thurgau

Goalies: Schwendeners beeindruckende Konstanz

Rein statistisch gesehen zieht der HC Thurgau im Vergleich der Goalies den Kürzeren. Die Oltner Simon Rytz mit einer Fangquote von 92,31 Prozent und Matthias Mischler mit 92,46 Prozent sind besser als Janick Schwendener (91,72). Aber: Schwendener verdiente sich seine hervorragende Quote über 43 von 46 Qualifikationsspielen. Seine Konstanz ist enorm und wird in der NLB nur von Rapperswils Melvin Nyffeler getoppt. Bei Olten wechselten sich Rytz und Mischler regelmässig ab, unabhängig von Tages- oder Trainingsform. Zwar beteuern beide, dass sie ein funktionierendes Duo seien. Doch fragt sich, mit welchem Selbstvertrauen sie ins Playoff steigen, wenn sie wissen, dass beim ersten Fehler schon der Ersatz bereitsteht.

Nicht so beim HC Thurgau. Dort war Schwendeners Ersatz Tim Bertsche schon keine Option für die Qualifikation. Er wird fürs Playoff erst recht keine sein. Und Berns Pascal Caminada, der Schwendener in diesem Winter dreimal vertreten hat, steht den Ostschweizern nicht mehr zur Verfügung. Doch Schwendener ist ohnehin am Stärksten, wenn ihm das vollste Vertrauen geschenkt wird. Und sollte er sich verletzen, «dann haben wir eine Lösung in der Hinterhand», so Trainer Mair. Vorteil Thurgau

Verteidiger: Thurgaus fragile Achillesferse

Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive Meisterschaften. Diese Weisheit hat nichts an Wahrheit eingebüsst. Entsprechend gefordert dürfte Thurgaus Abwehr werden. Nicht, dass sie besonders anfällig wäre. Immerhin hat sie sich gegenüber der vergangenen Jahre stark verbessert. 2012/13 standen 219 Gegentore zu Buche, vergangene Saison 161 und in diesem Winter noch 125. Das bedeutet Platz fünf in der NLB. Aber die wichtige Verstärkung Sami El Assaoui schied für den Rest der Saison verletzt aus. Captain Patrick Parati und Sacha Wollgast kehrten erst kürzlich aus dem Lazarett zurück. Zudem wurde wenige Tage vor dem Playoff-Start der Abgang von Mike Küng und Pascal Blaser zu Winterthur bekannt gegeben. Das alles macht die HCT-Defensive nicht stabiler.Vorteil Olten

Stürmer: Oltner Baisse in der zweiten Saisonhälfte

Es war beeindruckend, mit welcher Feuerkraft der EHC Olten in die Saison gestiegen war. Spektakel und Tore gehörten in der ersten Saisonhälfte zum Programm im Kleinholz. Dann aber setzte eine Baisse ein. Stellvertretend dafür sind die Werte von Ueli Huber. Holte er in der ersten Saisonhälfte zwölf Punkte (7 Tore), waren es in der zweiten noch deren zwei (1 Tor). Auch Topskorer Martin Ulmer kam wie viele andere Teamkollegen nicht mehr recht auf Touren. Anders bei Thurgau. Dort spielten sich vor allem die beiden Kanadier Cam Braes und Jaedon Descheneau seit Jahresbeginn in einen Rausch. Und auch Andri Spiller scheint die Beförderung zum NLA-Club Kloten per kommender Saison zu beflügeln. Wenn Trainer Mair jetzt noch das oft brach liegende Potenzial von Eric Arnold und Adrian Brunner abrufen kann, dann muss sich die Oltner Verteidigung in dieser Serie warm anziehen.Vorteil Thurgau

Trainer: Zwei Italiener an der Bande

Sowohl Olten wie auch Thurgau werden von einem Italiener gecoacht. Stephan Mair, ein waschechter Südtiroler, bestreitet schon das zweite Playoff mit dem HCT. Chris Bartolone ist ein Italo-Kanadier und erst seit Anfang Monat und der Entlassung von Bengt-Ake Gustafsson Chef an der Oltner Bande. Mair und sein Team sollten deswegen eingespielter sein.Vorteil Thurgau

Fans: Thurgau hofft, Olten zählt auf das Publikum

Diese Zahlen sind eindeutig: Mit einem Zuschauerschnitt von 3491 ist der EHC Olten ligaweit Spitze. Demgegenüber erscheinen die durchschnittlich 1090 Besucher in der Weinfelder Güttingersreuti geradezu mickrig. Aber: Der HCT hat einen grossartigen Fan-Kern, der die Mannschaft auch auswärts immer lautstark unterstützt. Und zu Hause würde es eigentlich nicht viel brauchen, um die akustisch ideale Güttingersreuti wieder einmal in einen Hexenkessel zu verwandeln. Viele Zuschauer bedeuten aber auch immer viel Druck – gerade in Olten, wo man sich mit kleinen Erfolgen nicht mehr zufrieden gibt.Vorteil Olten

Erfahrung: Thurgau fehlen Erfolgserlebnisse

Playoff-Neulinge sind nur noch die wenigsten Thurgauer. Weil in den vergangenen Jahren gegen den Qualifikationssieger aber oft schon früh Schluss war, sind die Spieler nicht wirklich Playoff-erfahren. Eine Viertelfinalserie konnte der HCT seit 1998 nicht mehr für sich entscheiden. Da haben die Oltner einen grossen Vorteil. Einen, der sich dann auszuzahlen beginnt, wenn die Best-of-7-Serie andauert.Vorteil Olten

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.