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EISHOCKEY: Von genial bis haarsträubend

Als Mannschaft hat der HC Thurgau in der Saison 2017/18 überzeugt. Doch nicht alle Spieler erfüllten die Erwartungen. Andere dagegen schossen in ihrer Entwicklung buchstäblich durch die Decke.
Matthias Hafen und Ken Vettore
Verteidiger Mike Küng zeigt im Playoff gegen Oltens Devin Muller vollen Einsatz. (Bild: Mario Gaccioli)

Verteidiger Mike Küng zeigt im Playoff gegen Oltens Devin Muller vollen Einsatz. (Bild: Mario Gaccioli)

Matthias Hafen und Ken Vettore

sport@thurgauerzeitung.ch

In der Saison 2017/18 überzeugte der HC Thurgau vorab als Team. Auf dem Weg zur besten Quali-Platzierung seit 14 Jahren profitierte die Mannschaft aber auch von individueller Klasse. Ein begeisterndes Playoff gegen Olten, in dem mehrere Gelegenheiten verpasst wurden, erstmals seit 20 Jahren wieder in den Halbfinal einzuziehen, rundet das Bild ab.

Janick Schwendener (Goalie/49 Spiele/Vertrag bis 2019). War in der Qualifikation der erhoffte Rückhalt. Gewann dem HCT Spiele, die früher verloren gegangen wären. Erst in der Hitze des Playoff-Gefechts zeigte sich, weshalb er bei Thurgau und nicht in der NLA spielt. Als ihn die Mannschaft am meisten gebraucht hätte, konnte auch er nicht mehr helfen. Die Abwehrquote fiel im Playoff von knapp 92% auf gut 88%. Das ändert nichts daran, dass Thurgau erst dank Schwendener überhaupt so weit kam.

Alain Bahar (Verteidiger/48 Spiele/Vertrag läuft aus). Der stille Kämpfer kann als Verteidiger und als Stürmer eingesetzt werden, was zu seinen besten Argumenten gehört. Bis auf wenige Ausnahmen war er ein zuverlässiger Spieler, der sich stets in den Dienst der Mannschaft stellte. Bahar ist auch eine Identifikationsfigur, absolvierte heuer das 300. Spiel für den HCT.

Pascal Blaser (Verteidiger/44 Spiele/wechselt zu Winterthur). In seiner ersten NLB-Saison hatte der B-Lizenz-Spieler des HC Davos oftmals Mühe, kam deshalb im Playoff nicht mehr zum Einsatz. Mit seinen 20 Jahren ist er taktisch noch nicht ausgereift.

Sami El Assaoui (Verteidiger/19 Spiele/Vertrag läuft aus). Der Romand stiess erst Ende 2017 zum HCT und musste Ende Januar mit einer durchtrennten Achillessehne bereits das Saisonende bekannt geben. Der zweikampfstarke Offensivverteidiger hinterliess eine grosse Lücke und wäre mit seiner physischen Präsenz und seinem Hang zur Provokation vor allem im Playoff eine willkommene Verstärkung gewesen. Der Spieler mit der Nummer 1 auf dem Rücken wäre auch für die Zukunft ein Gewinn für den HCT.

Yannick Hänggi (Verteidiger/29 Spiele/Vertrag läuft aus). Er war mit 21 Jahren schon erstaunlich solid in der Defensive, zumal der Innerschweizer nach einem Nordamerika-Jahr erstmals auf NLB-Niveau spielte. Hänggi hätte man auch im Playoff einsetzen können. Er hat Potenzial.

Mike Küng (Verteidiger/51 Spiele/wechselt zu Winterthur). Der Zuger war mit 72 Minuten der Strafenkönig des Teams. Obwohl erst 23-jährig nimmt man ihn als Routinier wahr. Das spricht für Küng. Jedoch macht er zu wenig aus seinem guten Schuss und hatte mit haarsträubenden Fehlpässen immer wieder Aussetzer, was seine Gesamtbilanz trübt.

Patrick Parati (Verteidiger/43 Spiele/Vertrag bis 2019 + Option). Der Captain spielte für seine Verhältnisse eine durchschnittliche Qualifikation. Im Playoff drehte der 31-Jährige aber auf und war der Fels in der Brandung. Er bewies, dass er immer noch einer der besten NLB-Verteidiger ist. Seine Spielübersicht, die Angriffsauslösungen und seine Gabe, das Tempo des Spiels zu bestimmen, sind herausragend.

Simon Schnyder (Verteidiger/36 Spiele/Vertrag läuft aus). Mit lauter Schnyder in der Verteidigung wirst du nicht Meister. Aber die Chance auf den Titel ist grösser, wenn du einen Schnyder im Team hast. Nach zehn NLB-Jahren in Olten kehrte der 31-Jährige zurück zum HCT, wo er schon 2006/07 einmal gewesen war. Aufgrund seiner Spielart ist er ein Krieger auf dem Eis, geht dorthin, wo es wehtut. Schnyder war diese Saison einer der besten und konstantesten Verteidiger in des HC Thurgau. Das Offensivspiel ist hingegen nicht seine Stärke.

Simon Seiler (Verteidiger/43 Spiele/Vertrag bis 2019). Der Frauenfelder gehörte zu den Überraschungen im Playoff, schöpfte sein ganzes Potenzial aus und spielte gross auf. Seiler ist im positiven Sinn aggressiv und machte eine hoffnungsvolle Entwicklung durch. In der Qualifikation schien sie etwas unter den Positionskämpfen in der Verteidigung zu leiden.

David Wildhaber (Verteidiger/51 Spiele/Vertrag bis 2019).In seiner ersten vollen Saison mit dem HCT ist der Berner zum unumstrittenen Stammspieler geworden. An der Seite von Sami El Assaoui hatte er während der Siegesserie Anfang Jahr die beste Phase. Wildhaber macht athletisch Eindruck, schöpft aber sein Offensivpotenzial zu wenig aus.

Sacha Wollgast (Verteidiger/38 Spiele/Vertrag läuft aus). Auch wenn er seine Arbeit meist unauffällig verrichtet, kam zu wenig von ihm. Wollgast fiel mehrere Wochen wegen einer Hirnerschütterung aus. Und man wurde das Gefühl nicht los, dass sie ihn auch nachher noch beeinträchtigt hatte. Er gab zu viele Fehlpässe und brachte im Powerplay nicht (mehr) die gewünschten Impulse.

Toms Andersons (Stürmer/51 Spiele/wechselt zu Langenthal). Der Lette mit Schweizer Lizenz schaffte im fünften Jahr beim HCT den Durchbruch. Er sammelte nicht nur 42 Skorerpunkte (13 Tore/29 Assists), vor allem riss er die Mannschaft mit seinen schnellen Sturmläufen immer wieder mit. Er hinterlässt bei Thurgau eine grosse Lücke.

Eric Arnold (Stürmer/52 Spiele/Vertrag bis 2019). Der Topskorer der vergangenen Saison tauchte heuer völlig ab. Völlig? Nur auf den ersten Blick. Denn von seinen acht Toren in der Qualifikation waren vier Gamewinner. Und im Playoff trug er drei weitere Treffer bei – unter anderem den entscheidenden in der Verlängerung des vierten Spiels. Arnold ist wichtiger als es seine 17 Skorerpunkte vermuten lassen (2016/17 waren es 42). Trotzdem darf man von ihm künftig deutlich mehr erwarten.

Cam Braes (Stürmer/51 Spiele/Vertrag läuft aus). Der Kanadier hatte zu Beginn Mühe mit dem Toreschiessen, entpuppte sich aber schliesslich als Entdeckung. Wie es sich für einen Center gehört, behauptete er sich im gegnerischen Slot und erzielte dort auch Tore. Damit ergänzte er seinen Landsmann und Flügelstürmer Jaedon Descheneau perfekt. Mit fünf Toren und drei Assists lieferte er auch im Playoff ab. Es dürfte für Thurgau schwierig werden, ihn zu halten.

Patrick Brändli (Stürmer/51 Spiele/Vertrag bis 2019). In seiner ersten vollen Saison mit dem HCT bildete der Center mit Michael Loosli ein kongeniales Duo. Er kann alles, ohne dabei auffallen zu müssen und gehörte damit zu den positiven Überraschungen. Manchmal fehlt es Brändli noch an Wasserverdrängung.

Adrian Brunner (Stürmer/37 Spiele/Vertrag läuft aus). Wohl kein anderer kämpfte auf dem Eis so hart und so unglücklich wie er. Seinen vorbildlichen Einsatz relativierte er immer wieder mit unnötigen Strafen. Brunner war heuer nicht der Führungsspieler, den man erwartet hatte. Skorermässig lieferte er mit acht Toren und 16 Assists zu wenig ab, auch wenn man bedenkt, dass er mit einer Innenbandverletzung längere Zeit ausser Gefecht war. Nicht unwichtig: Ihn kann man sowohl als Flügel wie auch als Center einsetzen.

Jaedon Descheneau (Stürmer/47 Spiele/Vertrag läuft aus). Der 23-jährige Kanadier war die Entdeckung der Saison. Mit seinem Spielwitz und seiner Treffsicherheit (22 Tore/37 Assists) bereicherte der Topskorer die NLB ungemein. Der Mann mit der Zahnlücke brachte das Spektakel zurück in die Güttingersreuti, dürfte für eine weitere Saison aber nicht zu halten sein.

Michael Loosli (Stürmer/52 Spiele/Vertrag bis 2019 + Option). Der 23-Jährige machte im Schatten von Andri Spiller eine bemerkenswerte Entwicklung durch, realisierte in seiner ersten vollen Saison mit dem HCT sieben Tore und 13 Assists. Er ist ein Spektakelmacher, dem es noch an Konstanz fehlt. Das Potenzial ist vorhanden, um die Abgänge von Spiller und Toms Andersons teilweise zu kompensieren.

Joel Moser (Stürmer/35 Spiele/Vertrag bis 2019). In seinem Lehrjahr fiel der 20-Jährige positiv auf. Nicht nur erzielte er als Viertlinienspieler im Playoff ein Tor, er überzeugte auch punkto Einsatz und Skills. Moser hat noch in allen Bereichen Luft nach oben, dürfte aber zu einer relevanten Figur werden im HCT.

Lars Neher (Stürmer/50 Spiele/Vertrag bis 2019). Der 25-Jährige realisierte seine bislang ertragreichste NLB-Saison. Hinter den beiden Kanadiern, Spiller und Andersons war Neher mit elf Treffern und 23 Assists der zuverlässigste Skorer. Als Center ist er für Thurgaus Offensive besonders wichtig, obwohl er nicht unbedingt die Postur eines typischen Centers hat.

Andri Spiller (Stürmer/52 Spiele/wechselt zu Kloten). Der Bündner wird noch jahrelang das Paradebeispiel dafür sein, wie weit man es beim HC Thurgau bringen kann. Als Nobody 2016 von Langenthal gekommen, schoss er im zweiten Jahr unter Trainer Stephan Mair buchstäblich durch die Decke. Seine 28 Tore und 24 Assists bescherten ihm nicht nur den Titel des weitaus besten Schweizer NLB-Skorers, sondern auch einen lukrativen NLA-Vertrag bei Kloten. Seine berüchtigten Sololäufe und seine Qualitäten als Scharfschütze bleiben im Thurgau in bester Erinnerung.

Hinweis

Tim Bertsche, Joel Scheidegger, David Rattaggi, Lars Kellenberger, Gianluca Zanzi, Mauro Dufner, Simon Kindschi, Niklas Maurenbrecher, Thomas Studer und Daniel Steiner wurden aufgrund der Relevanz nicht berücksichtigt.

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