EISHOCKEY: Trainerwechsel in Minne

Die Pikes Oberthurgau reagieren auf den Negativtrend in der 1. Liga. Headcoach Daniel Herlea steht ab sofort ausschliesslich dem Nachwuchs zur Verfügung. An seiner Stelle übernimmt Christian Strasser.

Matthias Hafen
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Verstehen sich weiterhin gut: Daniel Herlea (links) und Richard Stäheli. (Bild: Mario Gaccioli (19. August 2017))

Verstehen sich weiterhin gut: Daniel Herlea (links) und Richard Stäheli. (Bild: Mario Gaccioli (19. August 2017))

Matthias Hafen

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@thurgauerzeitung.ch

Oft gehen Trainer und Club im Streit auseinander, wenn es während der Saison zur Trennung kommt. Nicht so bei den Pikes Oberthurgau. «Ich bin mit Daniel Herlea über eine Stunde zusammengesessen», sagt Ehrenpräsident Richard Stäheli, der den Club wegen Vakanzen im Vorstand interimistisch leitet. «Am Ende kamen wir zu einer einvernehmlichen Lösung.» Herlea gibt die Verantwortung der 1.-Liga-Mannschaft ab und konzentriert sich ab sofort ausschliesslich um die Leitung des Nachwuchses.

Richard Stäheli: «Ich habe es unterschätzt»

«Ich habe gedacht, dass ein Profitrainer beides bewältigen kann», sagt Stäheli. «Aber ich habe es unterschätzt.» Vor allem der Nachwuchs brauche heutzutage eine zeitintensive Betreuung. «Die Besprechungen mit den Eltern, die ganze Karriereplanung nimmt eine immer grössere Bedeutung ein.» Deshalb sei er froh, dass Herlea dem Club als Nachwuchschef treu bleibe, so Stäheli. In der 1. Liga ist dem rumänisch-schweizerischen Headcoach, der in den 1990er-Jahren Verteidiger bei den NLB-Clubs Servette und Olten war, der Negativtrend zum Verhängnis geworden. Mit vier Siegen aus drei Partien in die Saison gestartet, reihten die Pikes zuletzt fünf Niederlagen aneinander. Als Tabellenachte sind sie derzeit mitten im Abstiegsstrudel. «Und mit dieser jungen Mannschaft das Playout zu bestreiten, wird schwierig», so Stäheli. Weil Herlea und er das gleiche Ziel hätten, nämlich mit keiner Mannschaft abzusteigen, habe man sich gemeinsam für die neue Lösung entschieden. Immerhin steht der bisherige 1.-Liga-Trainer noch einer der wichtigsten Nachwuchsabteilungen im Schweizer Eishockey vor.

Mit Christian Strasser hat Stäheli bereits einen neuen Trainer gefunden. Strasser gehörte noch vergangene Saison dem 1.-Liga-Kader der Oberthurgauer an und trainiert in diesem Winter die Bambini des Vereins. «Er kennt die 1. Liga in- und auswendig», sagt Stäheli. Zwischen 2007 und 2017 absolvierte Strasser über 260 Ernstkämpfe für die Pikes. «Er ist nah an unseren Spielern und noch voll im Saft.» Strasser, Schwiegersohn des Ehrenpräsidenten, ist auch eine kostengünstige Lösung. «Er macht das nicht wegen des Geldes», sagt Stäheli. «Er hat sein Herz bei den Pikes.» Der Vertrag des neuen Trainers läuft vorerst bis Ende März 2018. Dann wird Stäheli – so der vorgesehene Zeitplan – die Geschicke des Clubs ohnehin an eine neue Führung abgegeben haben.

Keine Freude an früher Bekanntmachung

Unabhängig vom Trainerwechsel mussten die Pikes schon zwei gewichtige Abgänge zur Kenntnis nehmen. Topskorer Andreas Ambühl und Elia Mettler werden ab der nächsten Saison für den Ligakonkurrenten Wil auf Torjagd gehen. «So ist das Geschäft», sagt Stäheli, der jedoch nicht begreifen kann, weshalb Verträge so früh abgeschlossen werden. «Wir können nur hoffen, dass sich die Spieler bis zum Vertragsende professionell verhalten.»