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Interview

Trainerin Diaz will die Hockeyfrauen an die Topnationen heranführen

Nationaltrainerin Daniela Diaz will ihr Team am Eishockey-Vierländerturnier in Monthey ab Freitag mit Stolz und Leidenschaft spielen sehen. Und dies trotz einer sehr jungen und unerfahrenen Auswahl.
Daniel Monnin
Daniela Diaz, die Trainerin der Frauen-Nationalmannschaft, im Einsatz. (Bild: Andy Müller/Freshfocus (Arosa,9. Februar 2017)

Daniela Diaz, die Trainerin der Frauen-Nationalmannschaft, im Einsatz. (Bild: Andy Müller/Freshfocus (Arosa,9. Februar 2017)

Das Frauen-Nationalteam hat nach den Olympischen Spielen eine starke Zäsur erlitten. Acht Spielerinnen traten zurück, und die Erfahrung aus 1051 Länderspielen ging verloren. Was bedeutet das für Sie als Trainerin?

Von einer starken Zäsur würde ich nicht sprechen. Aber wir haben durch die Rücktritte natürlich viel an Erfahrung und Breite verloren – allfällige verletzungsbedingte Ausfälle treffen uns härter als gewohnt. Aber Rücktritte nach einer «Olympia-Saison» sind leider im Fraueneishockey immer noch Tatsache. Wir arbeiten aber täglich daran, bessere Bedingungen für die Spielerinnen und für das Frauenhockey in der Schweiz zu schaffen. Ein richtiger und wichtiger Schritt in diese Richtung war die Einführung von Entschädigungen in dieser Saison.

Um welche Beträge geht es da?

Spielerinnen im Nati-Kader erhalten nun die gleiche Entschädigungssumme für die Zusammenzüge wie die Männer. Das sind – je nach Anzahl Länderspiele – zwischen 50 und 650 Franken pro Woche. Zusammen mit der WM-Einsatzprämie und Unterstützungsbeiträgen der Schweizer Sporthilfe kann eine Spielerin bis zu 10'000 Franken Entschädigung pro Saison er­reichen. Das ist eine gute Entwicklung.

Daniela Diaz bestritt über 100 Länderspiele

Daniela Diaz (36) ist seit knapp drei Jahren Nationaltrainerin der Schweizer Eishockeynationalmannschaft der Frauen. In Ihrer Aktivkarriere spielte sie für ihren Heimatverein EV Zug und eine Saison beim HC Lugano. Sie absolvierte über 100 Länderspiele. Ihr Bruder ist der EVZ-Profi Raphael Diaz. (ca)

Wie sind Sie den Umbruch angegangen?

Erfreulicherweise konnten wir viele bisherige Nati-Spielerinnen mit Erfahrungen von über 100 Länderspielen im Programm halten und verfügen über viele junge und hungrige Spielerinnen, die nun nachrücken. Das Team hat ein neues Gesicht erhalten, und der Prozess – auch in der neuen Rollenfindung – verläuft sehr positiv.

Können Sie nach der Olympia­saison mit weniger Druck arbeiten?

Auf jeden Fall. Die letzten zwei Jahre waren sehr intensiv, indem insbesondere die Saisonhöhepunkte mit der Qualifikation und den Olympischen Spielen bereits im Februar stattgefunden haben. In dieser Saison bestreiten wir die Weltmeisterschaft in Finnland erst Anfang April und können uns im nächsten Jahr – ­voraussichtlich auch wieder im April – direkt für die Olympischen Spiele qualifizieren. Das verschafft uns etwas mehr Zeit, die uns für die Weiterentwicklung des Teams und der Spielerinnen zur Verfügung steht.

«Das Frauenhockey hat sich international enorm weiterentwickelt und ist viel athletischer geworden als noch vor einigen Jahren.»

Kommt Ihnen entgegen, dass die Schweiz als Weltranglisten-Fünfte an der erstmals mit 10 Teams gespielten WM im April 2019 in der oberen Gruppe eingeteilt ist und damit nicht absteigen kann?

Die Ausgangslage verschafft uns auf der einen Seite natürlich Luft – auf der anderen Seite fordert uns diese in unserer eigenen Zielsetzung heraus. Mit der feststehenden Viertelfinal-Qualifikation wollen wir uns natürlich für den Halbfinal qualifizieren und um eine Medaille spielen. Die Gruppenspiele gegen die besten vier Teams der Welt werden viel von uns abverlangen und wollen wir unser Ziel erreichen, wird insbesondere auch ein ausgeprägter Teamcharakter von grosser Bedeutung sein.

Seit Jahren legen Sie beson­deren Wert auf die Physis.

Das Frauenhockey hat sich international enorm weiterentwickelt und ist viel athletischer geworden als noch vor einigen Jahren. In der Breite hinken wir gegenüber den Topnationen klar noch hinterher. Wollen wir näher an die Weltspitze kommen und mit den Topnationen mitspielen können, müssen wir in diesem Bereich weiter zulegen.

«Unser Ziel ist es, begeisterndes Eishockey zu zeigen, mit Stolz und Leidenschaft aufzutreten und beste Werbung für das Frauenhockey zu machen.»

Wie wollen Sie das erreichen?

Wir haben diesbezüglich unter anderem einen Performance-Test «Elite» entwickelt, bei dem eine Spielerin gewisse physische Voraussetzungen mitbringen muss – sprich eine bestimmte Punktzahl in den Testserien erreichen, will sie mit einem Aufgebot für einen internationalen Grossanlass rechnen. Auf diesem Weg unterstützen wir die Spielerinnen mit entsprechenden Trainingsplänen und Betreuung.

Die Schweiz gehört neu dem elitären Zirkel der European Hockey Tour an. Diese Turnierserie vereint die besten Nationen Europas (Finnland, Russland, Schweden, Deutschland, Tschechien).

Die Teilnahme an der European Hockey Tour ist ein grosser Schritt nach vorne in unserem Programm und enorm wichtig für die Weiterentwicklung des Schweizer Frauenhockeys. Wir treffen in den Turnieren im November, Dezember und Februar auf Topteams. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber den bisherigen Testspielen und Turnieren.

Was sind Ihre wichtigsten Ziele für das Vierländer­turnier in Monthey, bei dem sie diese Woche auf Russland (Weltnummer 4), Deutschland (8) und Tschechien (9) treffen? Wie wichtig sind die nackten Resultate?

Unser Ziel ist es, begeisterndes Eishockey zu zeigen, mit Stolz und Leidenschaft aufzutreten und beste Werbung für das Frauenhockey zu machen. Zurzeit stehen unsere Prozessziele im Vordergrund, und trotzdem wollen wir natürlich die Spiele – insbesondere zu Hause – gewinnen. Wir werden in Monthey aber aufgrund von Verletzungen und Abwesenheiten mit einem jüngeren und weniger erfahrenen Team als vorgesehen antreten.

Chablais Trophy. Spielplan. Freitag, 14.15: Russland – Tschechien. – 19.30: Schweiz – Deutschland. – Samstag, 14.15: Deutschland – Russland. – 19.30: Tschechien – Schweiz. – Sonntag, 11 Uhr: Deutschland – Tschechien. – 16.30 Uhr: Schweiz – Russland. – Alle Spiele in der Patinoire de Monthey, freier Eintritt.

Das Schweizer Aufgebot. Tor: Vanessa Bolinger (98, Reinach/Chur), Ramona Forrer (2001, Winterthur), Saskia Maurer (2001, Bomo Thun/Dragon Thun). – Verteidigung: Lara Christen (2002, ZSC Lions/Langenthal), Sarah Forster (93, Brynäs, SWE), Nadine Hofstetter (94, Reinach), Sinja Leemann (2002, Weinfelden/Rapperswil-Jona Lakers), Lara Stalder (94, Linköping, SWE), Nicole Vallario (2001, Lugano). – Sturm: Sydney Berta (2000, John Abbott College, CAN), Chelsea Bräm (91, Reinach), Rahel Enzler (2000, Reinach), Evelina Raselli (92, Reinach), Lisa Rüedi (2000, ZSC Lions/GCK Lions), Dominique Rüegg (96, ZSC Lions), Noemi Ryhner (2000, Reinach), Ophélie Ryser (97, Lugano), Jessica Schlegel (2000, ZSC Lions/Pikes Oberthurgau), Phoebe Staenz (94, Lugano), Isabel Waidacher (94, Djurgardens, SWE).

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